Zahlen Sie lieber Bar oder mit Karte?

25. Februar 2018

Das Bargeld bleibt trotz aller technischer Raffinesse des Deutschen liebstes Zahlungsmittel.

Zwar nehme vor allem der Anteil der Zahlungen per EC-Karte weiter zu, ergab eine Umfrage der Bundesbank im Jahre 2017, doch drei von vier Einkäufen an der Ladenkasse tätigen die Menschen hierzulande nach wie vor mit Schein und Münze. Vor allem kleine Beträge unter fünf Euro werden bar beglichen. Gemessen am Umsatz sank der Anteil der Barzahlungen allerdings mit 48 Prozent erstmals unter 50 Prozent. Damit setzte sich der seit Jahren zu beobachtende Trend fort. 

Alternative Zahlungsmethoden können Euro-Bargeld nicht ersetzen, sondern nur ergänzen, betonte Yves Mersch, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank. Letztere werde darüber wachen, dass der Bargeld-Einsatz nicht eingeschränkt werde – etwa durch die Erhebung einer Zahlungsgebühr. Die Bundesbank untersucht alle drei Jahre das Zahlungsverhalten der Deutschen. Die Studie 2017 ergab, dass die Menschen im Schnitt 107 Euro Bargeld im Portemonnaie haben, davon etwas mehr als sechs Euro in Münzen. Die deutliche Mehrheit (88 Prozent) der 2000 Befragten möchte auch künftig bar bezahlen können.

Beim Plastikgeld gewinnt seit Jahren vor allem die Girocard an Boden. 35 Prozent der erfassten Umsätze werden mit ihr bezahlt. Eine Abschaffung von Bargeld – wie sie manche Ökonomen fordern – oder einen Ersatz durch sogenannte Kryptowährungen sehen die Währungshüter nicht. „Bitcoin ist aus ökonomischer und ökologischer Sicht ineffizient“, so Bundesbank-Präsident Jens Weidemann.

Ich liebe immer noch mein gutes Bargeld. Das kann ich sehen und anfassen. Man muss schon im Kopf haben, was man einkaufen will und das passende Geld entsprechend mitnehmen, und mehr gebe ich auch nicht aus. Ich bin bei uns in der Familie sei über 50 Jahren der „Finanzminister“. Das Kleingeld, beziehungsweise Wechselgeld, benötige ich zu Hause zum Kartenspielen. Ich hasse die blöden „Karten-Dinger“. Aber ich befürchte, dass die Geschäfte und Banken uns zur Kartenzahlung treiben wollen – Waltraut Hermoneit aus Nindorf

Ich habe immer Bargeld im Portemonnaie, immer Bares parat, das ich unter die Leute bringe. Ich zahle überhaupt nicht mit Karten. Wenn ich nach einer Bestellung eine Rechnung bekomme, freue ich mich, wenn ein vorgefertigtes Überweisungsformular beiliegt, das man nur in den Kassenautomaten stecken muss. Ich bin vor allem bereit, Trinkgelder bei besonderem Service zu geben und runde dann schon mal bis zu zwei Euro auf, vor allem wenn mehr getan wird, als üblich. Ich kann mir vorstellen, dass es in 30 Jahren kein Bargeld mehr gibt – Hermann Meyer aus Visselhövede

Wir zahlen gerne mit Karte, weil wir meistens nie viel Geld im Portemonnaie haben. Zum Bäcker oder Frisör wird das nötige Kleingeld mitgenommen. In den meisten Geschäften geht die Abwicklung mit Karte relativ schnell. Da dauert es vergleichsweise länger, wenn man mal nach dem Kleingeld suchen muss, besonders weil man die Centmünzen nicht immer auf Anhieb unterscheiden kann. Zu Hause wird das Kleingeld gesammelt und zum Beispiel vor dem Urlaub eingetauscht. Die kleinen Centmünzen sollten abgeschafft werden – Irene und Thomas Wachtmann aus Nindorf  

Ich zahle lieber mit Karten, da es schneller geht. Das Geld muss erst von der Bank abholt werden. Vor allem nach einem Besuch auf dem Wochenmarkt fragt man sich anschließend, wo das Geld geblieben ist. Bei Kartenzahlung habe ich den Überblick durch den Kontoauszug. Wenn ich mehr Bares habe, gebe ich auch mehr aus. Kleine Münzen kommen zu Hause ins Sparschwein. Das wird am Weltspartag bei der Kasse geleert. Da kommen im Jahr schon mal bis zu 50 Euro zusammen. Ein Leben ohne Bargeld kann man sich vorstellen – Maren Dollinger aus Visselhövede

Ich zahle alles mit Visa-Funk-Karte, selbst Kleinbeträge. Es ist einfach, ich muss die Karte nur vor das Display an der Kasse halten, schon wird es abgebucht. Ich muss nicht mehr zur Bank und habe kein lästiges Kleingeld. Geld habe ich nur ganz wenig im Portemonnaie. Bis 25 Euro kann ich kontaktlos per Funk bezahlen. Bei höheren Beträgen ist eine Unterschrift oder Pin nötig. Wenn die Karte geklaut wird, kann jeder damit einkaufen. Daher trage ich sie direkt am Körper. Da ist eben die eigene Verantwortung gefordert – Gitta Deinert aus Visselhövede

Eine Zeit lang hatte ich nur wenig Bargeld im Portemonnaie, da mir mal viel Geld gestohlen wurde. Das war zu einer Zeit, wo es die Kartenzahlung in der Form noch nicht gab. Heute ist wieder etwas mehr Bargeld im Portemonnaie. Aber ich zahle auch größere Beträge, von 50 Euro an aufwärts, mit Karte. Außerdem habe ich eine Tankkarte. Bei Zahlung mit Bargeld runde ich schon mal auf, wenn es sich um Centmünzen handelt oder spende in die bereitstehenden Boxen für karitative Zwecke – Peter Gohlke aus Neuenkirchen

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