Würden Sie jetzt in einem Krisengebiet wie der Türkei Urlaub machen?

24. Juli 2016

Türkische Hotel stehen derzeit leer und sind auf der Suche nach Gästen, denen Politik egal ist

Nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei geht Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan mit aller Härte gegen Militär und Justiz vor. Rund 6000 Menschen wurden bereits festgenommen. Das Auswärtige Amt rät Türkei-Reisenden in Ankara und Istanbul zu äußerster Vorsicht. Dies gelte insbesondere auf öffentlichen Plätzen bei Menschenansammlungen. Bei unklarer Lage sollte man Wohnungen und Hotels im Zweifel nicht verlassen, heißt es im Reisehinweis für die Türkei. Nach Aussagen der Reiseveranstalter ist die Lage in den touristischen Regionen am Mittelmeer aber ruhig geblieben. Nur wenige Reisende entschlossen sich, nach Deutschland zurückzukehren. Die Medien sind jedenfalls voll von Berichten über Gefahren, die bei einer Reise ins Ausland drohen. Immer öfter finden auch betroffene deutsche Urlauber in den unglücklichen Nachrichten Erwähnung. „Wo kann ich denn noch gefahrlos Urlaub machen?“, fragen sich die Deutschen. Es gibt aber noch viele Flecken auf der Welt, wo man bedenkenlos die Seele baumeln lassen kann, wie zum Beispiel in den skandinavischen Ländern. Dies gilt für einen großen Teil von Europa generell, vor allem Portugal und die Schweiz. In Irland, Deutschland und England kann man sich ebenfalls sicher fühlen. Wer gerne etwas weiter weg reisen möchte, findet auch in Übersee genügend Anlaufstellen. Ob beim Outdoorurlaub in Alaska und Kanada, in den USA oder beim Sonnenbaden auf den Bermuda-Inseln, den Bahamas oder Kuba: Hier droht Ihnen nur ein Sonnenbrand oder die Gewichtszunahme beim Hotel-Büfett.


Wenn, dann nur auf Mallorca. Wir haben dieses Jahr Urlaub auf Langeoog gemacht und sind jetzt in der Heide zu Besuch. Das Ausland ist mir im Moment viel zu unsicher. Die Anschläge in Istanbul und in Frankreich, dann der Putschversuch in der Türkei – wir leben leider nicht in der heilen Welt, die wir gerne hätten. Da bleibe ich dann lieber zu Hause auf der Terrasse. Natürlich kann immer und überall etwas passieren, aber es ist so wie mit einem Auto, das nicht in Ordnung ist. Damit muss ich auch nicht nach Italien fahren – Frank Schulte aus Dortmund


Türkei und Frankreich würde ich mir schon überlegen, es ist einfach zu unsicher. Man fühlt sich nicht wohl und kann nicht so unbeschwert Urlaub machen, wie man es sich vorstellt. Wir wollen im September mit der Bahn in die Schweiz. Wir wohnen hier auf dem Dorf und bekommen von den Unruhen nicht so viel mit, wie in den Städten. Da kann es ganz anders aussehen. Ich möchte auch nicht bei den Demos dabei sein. Was Erdogan nun macht ist fürchterlich – das Volk säubern und die Todesstrafe wieder einführen – Steffi Lüters aus Dorfmark

 


Gefahr ist überall gegeben, egal wo man hinfährt. Von daher darf man sich nicht einschüchtern lassen. Eigentlich müsste die Botschaft lauten: „Jetzt erst recht!“ Ich möchte mir mein Leben nicht von so ein paar Fanatikern diktieren lassen. Durch einen Jobwechsel schaffe ich es dieses Jahr nicht, in Urlaub zu fahren. Aber ich mag Großstädte wie Dublin oder London. Aber auch nach Skandinavien oder Rom würde ich gerne mal reisen. Ich arbeite in einem Schwimmbad und bei schönem Wetter ist es schon ein bisschen wie Urlaub – Katja Lutz aus Visselhövede

 


Ich würde lieber in Deutschland bleiben. Das Ausland ist im Moment überall zu unsicher. Die Anschläge machen einem Angst und der Putschversuch in der Türkei gibt zu denken. Man hat Angst, es könnte auch hier etwas passieren. Wir waren schon im Urlaub – im Bayrischen Wald. Im deutschsprachigen Raum hat man keine Angst vor Anschlägen. Wir sind schon öfter in der Türkei gewesen, aber nun meiden wir das Land. Man kann nur hoffen, dass es mal wieder besser wird, auch für die nächste Generation – Karola Gerke mit Pia Marie aus Altenboitzen  


Ich verreise grundsätzlich wenig. Aber wenn, dann würde mich überhaupt nichts abhalten, zu verreisen. Angst ist da der falsche Berater. Es gibt keine Garantie, dass hier keiner herkommt und ein Attentat verübt. Von daher würde ich nicht in Angst leben. Angst hält die Leute klein. Ebenso würde ich auch keine Großveranstaltungen meiden. In der Welt passieren schlimme Sachen, da muss sich etwas ändern. Im Kleinen sollte jeder Mensch anfangen, Menschlichkeit zu zeigen, damit das im Großen überhaupt Einzug halten kann – Marco Eggersglüß aus Walsrode  


Ich würde im Augenblick wegen der vielen Anschläge weder nach Frankreich noch in die Türkei reisen. Jetzt ist die Gefahr nach dem Putschversuch und vor allem, was Erdogan alles androht, noch zwei Stufen höher. Da ist es mir zu unsicher geworden. Dieses Jahr reisen wir ins Riesengebirge und dann lieber im Spätherbst mit einem sicheren Kreuzfahrtschiff. Aber wir dürfen uns jetzt nicht verstecken. Das wäre schlimm, dann hätte der Terrorismus  gewonnen, aber das wird er nicht – Günter Strube aus Walsrode 


 

 



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