Wie verbringen Sie Ostern in der Coronakrise?

12. April 2020

Selbst Gottesdienste dürfen nicht stattfinden.

Viele Geschäfte sind geschlossen, die Ausflüge storniert, und es herrscht noch Kontaktsperre, sodass Besuche eingeschränkt oder unerwünscht sind. Was uns bleibt sind die Kontakte über Telefon, PC oder Smartphone. Auch die Kirchen werden erfinderisch und lassen Gottesdienste in der Kirche, ohne Besucher versteht sich, stattfinden.

Die werden per Video aufgezeichnet und ins Internet gestellt. Sowohl auf YouTube als auch auf der Facebook-Seite sind so zum Beispiel Pastor Bernd Pioruneks (Gemeinde Düshorn und Ostenholz) Predigten abrufbar, sodass Gläubige nicht auf Gottes Wort verzichten müssen.
Die Kirche bleibt mit seinen Gemeindemitgliedern und auch anderen Interessierten in Krisenzeiten in Kontakt und verbreitet die frohe Botschaft zum Auferstehungsfest, gerade wo der ein oder andere ein aufmunterndes Wort benötigt. „Wir alle sollten uns den Glauben nicht vermiesen lassen!“, heißt es im Ankündigungsvideo, für das Piorunek bereits großen Zuspruch erhielt.
Die Stadtkirche Rotenburg ist zwar geöffnet, aber auch hier dürfen keine Gottesdienste stattfinden. Um die Menschen zum Osterfest zu erreichen, nutzen sie nicht nur die Medien und veröffentlichen Video-Andachten, sondern halten auch farbige Broschüren bereit, für diejenigen, die nicht die Möglichkeit des Internets haben. So bietet die Broschüre eine kleine Andacht, um sie im kleinen Kreis oder auch alleine zu halten. „Auf dass es Ostern werde, außen und innen!“, teilt Pastorin Alexa Wilke mit. Der „Gottesdienst-to-Go-Broschüre“ liegt jeweils eine Osterkerze und ein besonders Überraschungs-Ei bei. Die werden Karsonnabend hübsch und sicher verpackt in der Stadtkirche ausliegen. Da nicht jeder in die Kirche kommen kann, wird der Ostergruß auf Bestellung vorbeigebracht. Denn wir feiern Ostern, die Auferstehung Jesus, wir feiern das Leben!

Ein bisschen Oster-Dekoration habe ich schon vor längerer Zeit aufgestellt. Wir werden Ostern mit gegrilltem Essen am Feuerkorb und gutem Wein genießen und das Leben feiern. Schließlich feiern wir Christen Auferstehung! Mit unseren Kindern und dem Enkel, die wir natürlich am meisten vermissen, werden wir nur über Telefon Kontakt halten. Wir vermissen auch unseren Campingplatz in Waabs an der Ostsee. Uns wird auch die Kommunikation beim Osterfeuer im Ort fehlen. Das ist recht traurig, doch für mich als gefährdete Person völlig in Ordnung. Wir haben ja das Glück, einen Garten zu haben. Damit kommt man mit der Krise gut zurecht. Anderen Menschen geht es wirklich wesentlich schlechter. Worüber beklagen wir uns überhaupt? – Vera Meyer-Dymny mit Ehemann Jürgen aus Drögenbostel

Wir werden dieses Jahr nicht für Ostern schmücken, da wir nicht mit den vier Enkelkindern feiern können. Das fällt mir eh schon schwer genug. Am Ostersonnabend fahren wir zum Haus der Kinder und stellen Ostersachen für die Enkel vor die Tür, sodass die Eltern die Ostereier verstecken können. Wir haben ansonsten keine Rituale und essen, was gerade anfällt. Nur kein Lamm, keine „Babytiere“. Da ich auch zu Weihnachten und Silvester im Ausland im Einsatz war, werden wir die Feiertage – Weihnachten, Silvester, Ostern und vier Geburtstage – mit einer großen Sommerparty nachholen, wenn alles vorbei ist. Dann werden wir einen Weihnachtsbaum aufstellen, an den wir Ostereier hängen und wenn es Mitte Juni ist! – Madlen und Ralf Helbig aus Visselhövede

Ostern werden wir zu Hause verbringen, da sind wir sonst auch nie weggefahren. Die Tochter wohnt im Ort und wird vorbeischauen. So alt sind wir noch nicht, dass wir zur Risikogruppe gehören. Es wird wohl ein Festessen mit Rouladen geben, und wir dekorieren auch österlich. Blöd ist, dass man sich nicht zum Eisessen in die Eisdielen setzen und nicht mal einen Tagesausflug irgendwohin machen kann. Man soll ja zu Hause bleiben. Vermissen werde ich auch das Osterfeuer in Nindorf. Da trifft man immer mal Nachbarn zum Klönen und Bratwurstessen – Horst Duwe aus Visselhövede

Familienbesuch ist zurzeit ja nicht möglich. Daher hoffe ich auf gutes Wetter, damit wir wenigstens spazieren gehen können. Wir halten uns an das Kontaktverbot. Es ist sinnvoll und hat nachweislich etwas gebracht und die Coronapandemie verlangsamt. Ostern hätten wir sonst in unserem Ferienhaus in Sankt Peter-Ording mit unseren Kindern verbracht. Doch auch die Fremdvermietung dort fällt flach. Ostern zelebrieren wir sonst nicht besonders. Sicherlich gibt es einen schönen Braten. Die Situation ist zum Glück ja nicht immer so. Es hilft ja nichts, da müssen wir durch – Eckhard Langanke aus Visselhövede

Wir werden die Osterfeiertage alleine verbringen, es sei denn, die Kontaktsperre wird bis dahin aufgehoben. Bei schönem Wetter gehen wir viel spazieren. Normalerweise lieben wir das Pietzmoor, doch das lassen wir zurzeit. Da geht’s eher hier in die Gegend. Bei schlechtem Wetter werden wir etwas spielen, ein Buch lesen oder Fernsehen. Am meisten vermisse ich den persönlichen Kontakt zu meinen Kindern und Enkelkindern. Was es zu essen geben wird, weiß ich noch nicht. Aber mein lieber Mann wird nicht kochen. Die Korona-Krise ist auch eine Zeit des Entschleunigens und des Innehaltens – Monika Kleiber aus Bomlitz

Bei schlechtem Wetter werde ich Puzzeln. Ich liebe mein Weltkartenpuzzle und Landkartenpuzzle, und das Schöne ist, man wird nicht dümmer dabei. Da ich ein sehr aktiver Mensch bin, fahre ich beim Puzzeln richtig runter. Für Ostern hatte ich mir beim hiesigen Spielzeugladen drei Puzzle bestellt, doch Puzzle sind zurzeit das zweite Klopapier. Mein Bruder ist Jäger und versorgt uns regelmäßig mit Wildbret. So wird es also Ostern einen Rehbraten, mit Rosenkohl, Rotkohl und „Roast Potatoes“ geben. Ansonsten bleiben wir, wie schon in den vergangenen drei Wochen, im Garten. Vielleicht drehen mein Mann und ich hier einen Osterfilm. Möglicherweise „entfacht“ er im Garten eine seiner Dampfloks. Ich vermisse zu Ostern – wie eigentlich jeden Tag –, dass ich zurzeit niemanden umarmen kann – Antje Möhrmann aus Oldenburg

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