Wie verbringen Sie den Muttertag in Zeiten von Corona?

10. Mai 2020

Seit rund 100 Jahren gibt es den Muttertag, immer am zweiten Sonntag im Mai.

Auch wenn persönliche Begegnungen zu Corona-Zeiten womöglich ausfallen, über einen kleinen Gruß, einen Blumenstrauß oder ein persönliches Geschenk freuen sich alle Mütter. Hier ein paar kreative Ideen, die sich auch mit Kindern gut umsetzen lassen. Wie wäre es mit einem Lied, das die Familie singt, aufnimmt und als Video verschickt (das kann ein bekannter Schlager mit eigenem Text oder das Lieblingslied der Mutter sein).

Wer sich traut, musiziert live vor der Tür. Ein Kunstwerk nachzustellen, ist zurzeit ein großer Spaß im Internet. Alltagsgegenstände aus der Wohnung zusammensuchen, fotografieren und das Kunstwerk als Foto verschicken. Auch selber backen oder kochen, die Kreationen schön verpacken und vor die Tür stellen, kommt immer gut an. Oder man besorgt einen Gutschein für einen Restaurantbesuch für „nach der Krise“, das hilft auch den Gastwirten vor Ort. Rasen mähen oder Muttis Garten vertikutieren, das geht auch prima mit der Abstandsregel und ist eine echte Hilfe. Natürlich nicht am Sonntag!
Blumen im Topf verschenken – welche Dame freut sich nicht darüber. Den Blumentopf kann man auch zum Beispiel mit Acrylfarbe bemalen, mit Mosaikscherben verschönern oder mit der Serviettentechnik bekleben. Aus aktuellem Anlass – Schutzmasken in der Lieblingsfarbe oder dem Lieblingsmuster der Mutter selbst nähen.
Hat der Muttertag auch seinen Ursprung in der englischen und amerikanischen Frauenbewegung von 1865, ist er heute, rund 150 Jahre später, zu einer festen Einrichtung in Deutschland geworden, die besonders die Gärtner erfreut. Als Zeichen der Liebe und Verehrung der Mütter sollte der zweite Sonntag im Mai als Muttertag gefeiert werden. Die Begründerin des Feiertages, die Methodistin Anna Marie Jarvis veranstaltete bereits am 12. Mai 1907, dem Sonntag nach dem zweiten Todestag ihrer Mutter, einen Memorial Mother Day. Im darauf folgenden Jahr ließ sie 500 weiße Nelken zum Ausdruck ihrer Liebe zu ihrer verstorbenen Mutter vor der örtlichen Kirche an andere Mütter austeilen.

Leider allein zu Hause. Die Kinder und Enkelkinder darf man nicht sehen. Man telefoniert halt mit ihnen. Es ist alles ein bisschen traurig, aber nicht zu ändern. Ich bin hin und her gerissen, ob es zu früh ist, die Kontaktsperre aufzuheben oder notwendig, sie beizubehalten. Insofern habe ich gemischte Gefühle. Sonst habe ich immer einen Kuchen gebacken und alle sind zum Kaffee vorbeigekommen. Als Mutti bekam man seinen obligatorischen Blumenstrauß. Ab und an unternahmen wir auch einen Ausflug, waren erst Essen und gingen dann spazieren. Zum Glück habe ich noch einen Partner und bin nicht ganz alleine. Das ist etwas anderes. Besonders schlimm trifft es die älteren Menschen in den Heimen. Die warten auf Besuch, besonders an solchen Tagen – Heike Beinke aus Bomlitz

Eigentlich würden wir Essen gehen. Doch das geht ja leider erst ab Montag wieder. Dafür bestellen wir etwas Schönes beim Griechen. Es ist aber das Flair, welches das Essen gehen ausmacht und nun fehlt. Meine beiden Töchter und ich gehen eventuell spazieren, spielen Spiele oder gucken einen schönen Film. Wir grillen oder machen eine Radtour mit Picknick, je nach Wetterlage, da gibt es viele Möglichkeiten. Aber wir haben noch nichts geplant. Es ist nicht so einfach, da ich vorher am 8. Mai noch Geburtstag habe. Leider kann ich nicht groß feiern, aber wir machen das Beste daraus. Die Feiern werden im Oktober nachgeholt, wenn alles vorbei ist. Das Kontaktverbot dürft etwas gelockert werden, ich sehe es nicht so eng – Katja Riekens mit Tochter Malin aus Walsrode

Meine Mutter lebt seit vier Jahren im Altenheim in Bruchhausen-Vilsen. Ihr geht es mit 89 Jahren relativ gut. Besuchen dürfen wir sie nicht, aber Blumen und die Sommermöbel bringe ich ihr vorbei. Sie kann die Kontaktsperre verstehen. Sie ist in den Kriegsjahren groß geworden, und da gab es auch immer wieder Einschränkungen. Sie hat schon viel entbehrt. Ich telefoniere regelmäßig mit ihr. Unsere Kinder leben in Fallingbostel und Walsrode. Da kommen wir schon irgendwie zusammen, halten aber Abstand. Die Kinder und die Enkeltochter planen bestimmt etwas. Ich bin der Meinung, die Kontaktsperre könnte gelockert werden. Auch fürs Vereinsleben, wie dem ADFC-Club, wäre es wichtig. Aber ich möchte nicht in den Schuhen der Politiker stecken, egal wie die entscheiden, es ist immer nicht richtig – Joachim Dierks aus Bad Fallingbostel

Wir haben nie Muttertag gefeiert oder den Tag auf irgendeine Weise genossen. Jeder Tag ist ein Muttertag. Das muss nicht sein, den Tag besonders materiell zu unterstreichen, und das wollen wir auch gar nicht anfangen. Es kann Zufall sein, dass wir uns an dem Tag zum Kaffee trinken mit den Kindern und Großkindern treffen. Meine Mutter ist auch der Meinung, dass man an dem Tag nicht die Floristen unterstützen soll, und die eigenen Kinder und Enkel sind auch schon „geimpft“. Da gibt es keine Blumen oder etwas Besonderes. Zum Geburtstag oder zum Hochzeitstag ist es etwas anderes. Hinsichtlich der Kontaktsperre wäre es schon wichtig und schön, sich mit den auswärtigen Kindern zu treffen. Es wird Zeit. Aber man sollte die Kontaktsperre Zug um Zug aufheben und nichts riskieren. Sonst droht das totale Aus – Edda und Klaus Twesten aus Bad Fallingbostel

Ich habe immer persönlichen Kontakt zu meinem Sohn und meiner Schwiegertochter und den drei dazugehörenden Enkelinnen, da wir nur 100 Meter auseinanderwohnen. Aber jeder in seinem eigenen Haus. Da meine Frau verstorben ist, werde ich am Sonntag mal zum Friedhof gucken. Die Planungen bezüglich Grillen und Essen überlasse ich meinem Sohn und seiner Frau. Wobei die in Schichten arbeiten müssen und immer zu unterschiedlichsten Zeiten zu Hause sind. Ich selbst bin Rentner und verpflege mich meistens selbst. Doch an solchen Tagen bin ich nicht allein. Am Muttertag sollte sich der Ehemann um die Überraschung für die Mutter kümmern, aber die Mädels – im Alter von 11, 13 und 17 Jahren – machen bestimmt auch irgendetwas – Wolfgang Cohrs aus Vierde

Ich wohne allein und bin Konventualin im Kloster Walsrode. Wir haben das große Glück, im Konvent gemeinsam zu sechst zu wohnen, wie in einer großen Wohngemeinschaft. Wobei wir nicht als Familie zusammenleben, sondern jeder einzeln. Bei schönem Wetter sitzen wir gemeinsam draußen mit eineinhalb Meter Abstand. Von daher ist man nicht allein. Ich habe vier Kinder und zwei Enkelkinder, mit denen ich per WhatsApp und Telefon vernetzt bin. Skype habe ich leider nicht. Wahrscheinlich werden zum Muttertag Blumen, ein Päckchen oder Fotos per WhatsApp kommen. Ich habe auf den Tag immer Wert gelegt und das steckt auch in den Kindern. Bis auf die Jüngste wohnen alle in Berlin und sind bei der Polizei. Zu Pfingsten dürfen wir wieder Familienmitglieder einladen. Bis dahin ist es ja nicht mehr weit – Gisela Carmes aus Walsrode

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