Wie verbringen Sie den 1. Mai?

26. April 2015

 Müssen die Mai-Wanderungen der Jugendlichen sein?

„Gegen 18 Uhr schubsten und schlugen sich mehrere Jugendliche. Dabei soll ein Jugendlicher am Boden liegend getreten worden sein. Die Ermittlungen hierzu dauern an. Vier Personen erhielten im Laufe des Tages Platzverweise, fünf im Alter zwischen 16 und 22 Jahren wurden zur Ausnüchterung ins Polizeigewahrsam eingeliefert. Die Polizei verständigte fünf Eltern, die ihre betrunkenen Kinder abholen mussten. Das DRK informierte ebenso viele Sorgeberechtigte. Darüber hinaus leisteten die Rettungsdienste 43-mal Hilfe, acht junge Menschen wurden ins Krankenhaus transportiert. Mit Ausnahme einer Person waren sie im Alter zwischen 14 und 20 Jahre“, so lautete ein Zeitungsbericht – die Bilanz der Polizei zum 1. Mai in den Lahnwiesen bei Eschhofen im vergangenen Jahr.

Die Mai-Wanderungen der Jugendlichen nehmen immer größeres Ausmaß an. Die Grenzen werden dabei oft überschritten und das, obwohl es im ganzen Heidekreis vergnügliche Aktionen für die ganze Familie gibt. Wenn man am „Tag der Arbeit“ nicht gerade an einer der Kundgebung des Gewerkschaftsbundes teilnehmen möchte, gibt es in Krelingen den Familientag. In Bomlitz lädt der Reiterhof von Samson zum Springturnier ein. „Soltauer Brot- und Schinkentag“ heißt es in der Bahnhofstraße Soltau mit  Livemusik der Gruppe „Night Train“. Dann darf das traditionelle Aufstellen des Maibaums auch nicht fehlen. Das kann man unter anderem bei der Feuerwehr in Bad Fallingbostel erleben. Am Forellenhof gibt es einen großen Flohmarkt und eine Oldtimer-Show sowie zwei Livebands.  ­

Ich nehme für mich eine Auszeit und tue mir etwas Gutes, durch ein stilles Einkehrwochenende. Ich arbeite viel ehrenamtlich und bin für die Familie da. Daher gönnen mir meine Töchter die Auszeit. Am 1. Mai ist in Krelingen immer Familientag mit einem Programm für alle Generationen, bei dem ich sonst immer sehr involviert bin. Meine Töchter sind nicht für diese Wanderungen, sondern machen selbst einen Ausflug mit Freunden. Ich finde es nicht gut, wenn Jugendliche schon am Tag angetrunken sind – Daniela Claas aus Krelingen 

Daniela-Claas

 

Als Gewerkschafter bin ich traditionell bei einer Maikundgebung. Ich war als  Kind schon mit den Eltern dabei, dann mit den eigenen Kindern und heute kommt meine Frau mit. Dieses Jahr geht es zur Kundgebung nach Lübeck.  Dort wohnt auch meine Tochter. In den ländlichen Bereichen haben sich die Gewerkschaften zurückgezogen. Viele Vereine nutzen den Tag für eine „Herrentour“. Früher ging es zum Tanz in den Mai, aber rechtzeitig um 9 Uhr am nächsten Morgen zur Kundgebung. Sauforgien gab es damals nicht. Da sollten die Eltern mehr drauf achten – Klaus Twesten aus Bad Fallingbostel

Klaus-Twesten

Wir sind zum 50. Geburtstag nach Heidelberg bei einer alten Schulfreundin eingeladen und verbinden die Fahrt dorthin gleich mit einem kleinen Urlaub. Früher ging es am 1. Mai immer ins Allerlei, doch das gibt es nicht mehr. Die heutigen Auswirkungen der Wanderungen sind unangenehm, es ist aber in den letzten Jahren etwas besser geworden. Man kann den Ärger der Anwohner verstehen. Die Eltern sind hier in der Pflicht, die Kinder und Jugendlichen anzuhalten und sich zu benehmen. Das war bei uns auch nicht anders – Torsten Brandt mit Jannis aus Walsrode

Torsten-Brandt

Ich verbringe den Tag im Garten. Morgens frühstücke ich schön mit meiner Familie, dann gehe ich in den Garten und die Kinder fahren mit dem Fahrrad zum Forellenhof. Hoffen wir auf gutes Wetter, dann grillen wir abends noch. Die Mai-Wanderungen der Jugendlichen sind ja ganz schön, aber nicht so toll ist, dass sie überall den Müll liegen lassen und anfangen, zu randalieren. Früher ging es nach Düshorn ins Allerlei. Man muss nicht für alles die Polizei holen. Die Kinder und Jugendlichen sollen vernünftig mit Alkohol umgehen lernen – Marlis Junkert aus Walsrode 

Marlis-Junkert

Ich fahre mit Freunden zum „Tanz in den Mai“ zum Forellenhof. Es geht mit dem Auto hin und dem Taxi zurück. Am 1. Mai bin ich immer beim Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr in Bad Fallingbostel, beim Maibaum aufstellen. Für die Jugendlichen gehören die Mai-Wanderungen dazu. Sie haben sonst wenig Abwechslung und verabreden sich über Facebook. Wir waren früher immer im Allerlei und haben unser Bier getrunken. Doch heute konsumieren sie viel härtere Sachen und müssen ihre Grenzen austesten – Wayne Bithell aus Bad Fallingbostel    

Wayne-Bithell

Eventuell fahre ich mit den Jungs zum Fußballturnier. Sie sind 10 und 13 Jahre alt. Wenn kein Spiel stattfindet, geht es mit dem Auto zum Forellenhof. Da kann man gemütlich – hoffentlich in der Sonne – sitzen und Bratwurst essen. Die Kinder geben ihr Geld beim Flohmarkt aus. Man trifft viele Leute, die man sonst nicht sieht. Unsere Jungs sind noch nicht so weit, als dass sie mit den anderen wandern würden. Aber ich finde es okay, wenn es im Rahmen bleibt. Nur wenn sie den ganzen Müll liegen lassen und es ausartet, ist es nicht so toll – Britta Tolle aus Walsrode

 

Britta-Tolle

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