Wie verbrachten Sie die Weihnachtsfeiertage?

27. Dezember 2015

Viele Familien pflegen viele Bräuche besonders zu Weihnachten und geben sie von Generation zu Generation weiter.
Weihnachten hat etwas Beruhigendes. Sieht man von den Geschenken mal ab, zeichnet sich das Fest nicht durch große Überraschungen aus, sondern vor allem durch Gewohnheiten: Altbekannte Rituale und Bräuche prägen die Feiertage. Man geht mit der Familie in die Kirche. Zelebriert in großer Runde das Festtagsessen: Alle Jahre wieder wird der traditionelle Festtagsbraten zubereitet, wie ihn sich schon eine Reihe von Generationen zur Weihnacht hat schmecken lassen. Anschließend singt man unter dem hell erleuchteten Christbaum Weihnachtslieder, die seit Jahrhunderten überliefert wurden. Auch das gegenseitige Schenken hat eine lange Tradition.
Rituale wie diese sind nicht einfach nur merkwürdige und mittlerweile sinnentleerte Überbleibsel der Vergangenheit. Sie erfüllen eine wichtige Funktion für den Menschen als soziales Wesen und haben sich im Lauf seiner Evolutionsgeschichte vermutlich nicht ganz ohne Grund entwickelt und bis heute gehalten. Rituale sind etwas anderes als Routinen. Zwar kann auch eine Alltäglichkeit wie das gemeinsame Essen rituellen Charakter haben, der durch die gemeinsame Unterhaltung mit Insiderwitzen entsteht, oder durch Handlungen, die für Außenstehende nur schwer verständlich sind. Doch um genau diese Außenstehenden geht es, denn Rituale verbinden die Mitglieder einer begrenzten Gruppe miteinander – nicht zuletzt durch ihre oft hohe symbolische Bedeutung. Dadurch stärken sie auch die Bindung dieser Gruppe. Gerade für Kinder spielen Familienrituale eine wichtige Rolle. Das bestätigt etwa die Forschung von Barbara Fiese von der University of Illinois. Wie Fiese und ihre Kollegen feststellen konnten, sind familiäre Rituale in vielfacher Hinsicht nützlich.

Wir feierten ganz traditionell mit vier Generationen in einem Haus. Auch unsere Ur-Oma war mit dabei. Das Fest findet immer bei uns statt. Der Baum wurde bereits Anfang der Woche von den Frauen geschmückt. Da kommt immer alles ran, alter Christbauschmuck und von jedem etwas, alles in rot und Silber gehalten. Zum Essen gab es Ente. Die haben wir von einem Bauernhof aus Wittorf. Mit der Kleinen fuhren wir nach Stellichte in die Kirche. Nach dem Essen gab es Geschenke. Da herrscht immer ein großer Trubel, aber die Kinder dürfen zuerst auspacken, die Großen zuletzt – Claus-Dieter Lucke mit Enkelin Noel aus Idsingen

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Einen Abend vorher schmückte ich mit den Kindern den Weihnachtsbaum. Dann wurde die Stube geschlossen. Heiligabend ging es zum Krippenspiel. Da herrschte schon helle Aufregung und die Frage, wann denn nun das Christkind kommt. Oma und Opa kamen zu uns nach Hause und irgendwann erklang die Klingel aus der Stube. Dann wurde natürlich etwas gesungen und Gedichte aufgesagt. Anschließend, vor dem Essen, gab es die Bescherung. Bereits in dritter Generation gibt es zu Weihnachten immer bei uns halbe gefüllte Eier als Beilage – Thorsten Behrens mit Fritzie aus Benefeld

U-Thorsten-Behrens

Da ich seit 60 Jahren aktiv im Posaunenchor bin, geht es bei uns Heiligabend immer zwei mal zur Kirche. In Bommelsen habe ich Posaune gelernt und später den Posaunenchor in Bomlitz gegründet. Zwischen den Auftritten gibt es in Ruhe Essen und wir hören Weihnachtsmusik. Traditionell gibt es bei uns immer Würstchen und Kartoffelsalat. Später kam noch der Enkel vorbei und holte sich seine Geschenke ab. Wir selbst schenken uns nichts mehr, sondern kaufen etwas, wenn es erforderlich ist. Auch einen Weihnachtsbaum gibt es bei uns nicht mehr, da die Familie auch nicht zusammenkommt – Gerhard Eggersglüß aus Borg

 

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Wir feiern Weihnachten immer als großes Familienfest mit 22 Personen. Diesmal waren wir in Munster, letztes Jahr bei uns zu Hause. Jeder bringt etwas zu Essen mit. Da es nur einmal im Jahr ist, ist es recht schön. Die Bescherung fand am Heiligabend bei unserer jüngsten Tochter und ihrer Familie statt. Da gibt es immer Raclette. Das ist einfach und man sitzt schön zusammen. Die Kinder gehen vorher in die Kirche. Es gibt jedes Jahr einen Weihnachtsbaum, der gehört einfach dazu. Er wird von mir geschmückt. Als die Kinder noch klein waren, war das eine Gemeinschaftsaktion – Helmut Brandt aus Westerharl

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Traditionell gab es bei uns Heiligabend Ente mit Rotkohl und Knödel. Der Weihnachtsbaum wurde mit den Kindern einen Tag vorher geschmückt. Meine Aufgabe bestand darin, den Weihnachtsschmuck vom Dachboden zu holen und die Lichterkette anzubringen. Beschert wird immer nach dem Essen. In Bomlitz gibt es jedes Jahr ein Krippenspiel. Da machten beide Kinder mit. Abends wurden Gesellschaftsspiele gespielt. An den anderen Feiertagen wurden die Omas und Opas besucht. Heiligabend kommen alle zusammen. Da sind wir zehn bis zwölf Personen und man trifft sich reihum – Alexander Fast mit Josephin und Evelyn aus Bomlitz 

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Den Weihnachtsbaum suchen bei uns immer die Frauen aus. Einen Tag vor Weihnachten wurde er geschmückt und aufgestellt. Der Hund frisst immer alles auf, daher gibt es kein Lametta. Heiligabend gab es Gans, selbstgemachte Weck-Knödel und Rotkohl. Wir sind immer sechs Personen. Wir gehen immer in die katholische Kirche, da dort auch die Kinder schon oft beim Krippenspiel mitgemacht haben. Doch meine jüngste Tochter hält es nicht immer so lange aus. Nach der Kirche kam das Christkind, das klingelte an der Tür. Die Jüngste fängt immer an und verteilt die Geschenke an die anderen – Manuela und Michelle Korz aus Benefeld

U-Manuela-u.-Michelle-Korz

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