Wie stehen Sie zur Integrationspolitik der Bundesregierung?

9. August 2015

Die Zahl der zugewanderten Menschen ist 2014 auf den Rekordwert von 10,9 Millionen Menschen gestiegen.

In Niedersachsen lebten im vergangenen Jahr rund 1,35 Millionen Menschen mit ausländischen Wurzeln. Das waren 17,4 Prozent der Gesamtbevölkerung von 7,79 Millionen Menschen, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht.

Die absolute Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund ist damit in Niedersachsen seit 2010 konstant geblieben. Demgegenüber hat es Deutschlandweit noch nie mehr Zuwanderer gegeben.

Zählt man die in Deutschland geborenen Kinder von Einwanderern dazu, hat gut jeder fünfte der rund 80,89 Millionen Einwohner Deutschlands einen Migrationshintergrund.
Mehr als die Hälfte dieser Bevölkerungsgruppe und zwar 56 Prozent, besitzt einen deutschen Pass. Die neuesten Daten befeuern die Debatte um ein Einwanderungsgesetz.
„Angesichts des Fachkräftemangels liegt in der Zuwanderung eine große Chance“, sagte Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Niedersachsenmetall. Allein in der niedersächsischen Metall- und Elektroindustrie gebe es derzeit 18 000 offene Stellen. Da dürfe man die Diskussion nicht auf die Frage verengen: Wie schotten wir uns ab?
Ähnlich äußerte sich Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsens. Er bezeichnete es als positiv, dass das Qualifikationsniveau der Zuwanderer beständig wachse.

Von „eindeutig positiven“ Erfahrungen berichtet auch die Handwerkskammer Hannover. Im Handwerk arbeiten schon seit Jahrzehnten viele Menschen mit Migrationshintergrund. Nahezu einhellig forderten die Wirtschaftsvertreter eine frühzeitige Sprachförderung für Zugewanderte sowie mehr Unterstützung bei der gesellschaftlichen Integration.

Ich arbeite ehrenamtlich für die Flüchtlingshilfe der katholischen Kirche in Hameln und habe eine Handarbeitsgruppe gegründet. Freiwillige Helfer und Flüchtlinge handarbeiten gemeinsam und verkaufen die Waren, deren Erlös ins Projekt einfließt. Diese Gruppen sind wichtig für die Integration und zur Förderung der Sprache. Man kommt in Kontakt, lernt voneinander und pflegt  die sozialen Kontakte. In Hameln haben wir genügend Platz für die Flüchtlinge und sind sehr aufgeschlossen. „Braun“ gibt es dort nicht – Bärbel Loepert mit Philipp aus Hameln
Baerbel-Loepert
Ich selbst habe nichts dagegen, wenn die Flüchtlinge hierher kommen. Allerdings sollte die Spreu vom Weizen getrennt werden – die Wirtschaftsflüchtlinge sollten ausgegliedert werden. Ein entsprechendes Einwanderungsgesetz sollte erlassen werden. Wir profitieren von den Ausländern und  werden weltoffener. Ich selbst hatte noch keinen Kontakt, aber je nach dem, würde ich mich auch für sie engagieren. Ich sehe sie nicht als Bedrohung, aber teilweise hat man schon das Gefühl, dass die Straftaten zunehmen. Bei nicht Einhaltung unserer Gesetze, sollten sie in ihre Heimat zurück- Kolja Meyer aus Walsrode
Kolja-Meyer
Ich bin der Meinung, wir brauchen die Arbeitskräfte. Auf der anderen Seite haben wir selbst viele Arbeitslose. Doch viele von denen wollen die Arbeit nicht verrichten und regen sich dann auf, wenn die Arbeit von Ausländern übernommen wird. Ich selbst bin bereit Altkleidung oder nicht mehr benötigte Haushaltsgegenstände an Flüchtlingsheime abzugeben. Es sollten so viele Flüchtlinge aufgenommen werden, wie Deutschland verkraften kann, ohne dass die eigene Bevölkerung vernachlässigt wird. Vor allem sollten die Deutschen Gesetze befolgt werden – Cornelia Beierbach mit Philipp Kühne aus Walsrode
Cornelia-Beierbach
Von mir aus können die Ausländer gerne herkommen, wenn sie sich vernünftig verhalten und sich integrieren. Sie sollten sich vor allem an die deutschen Gesetze halten. In unserem Bekanntenkreis haben wir viele Ausländer und sitzen oft mit ihnen zusammen. Wir lernen so andere Kulturen kennen und unternehmen viel mit ihnen. Durch den Mindestlohn ist es auch gewährleistet, dass sie nicht mit Dumpinglöhnen anderen die Arbeitsplätze wegnehmen. Das war nicht immer so – Diana Kühne mit Maria aus Walsrode
Diana-Kuehne6

Ich bin bei der Bundeswehr. Die Flüchtlinge kommen teilweise schon in den Kasernen unter. Ich finde, die Bundesregierung sollte die Bundesländer mehr unterstützen. Für so ein reiches Land sind Zeltunterkünfte nicht tragbar. Die Marine ist mit mehreren Schiffen im Mittelmeer im Einsatz und hat schon viele Flüchtlinge gerettet. Ich selbst war mehrfach im Auslandseinsatz, um  humanitäre Hilfe zu leisten. Um hierzulande den Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen, muss man Geld in die Hand nehmen, um die Menschen entsprechend vorzubereiten und um sie auf unseren Standard zu bringen – Rainer Lucke aus Benzen

Rainer-Lucke

20 Prozent der Einwohner sind Immigranten. Ich bin viel in der Weltgeschichte umhergereist und komme grundsätzlich mit den Ausländern gut zurecht. Es ist auch sehr positiv anzumerken, dass sie viel in Pflegeberufen arbeiten. Darauf sind wir angewiesen. Viele kommen aus Polen und die brauchen wir selbstverständlich. Demgegenüber steht die extreme muslimische Seite, die Hardliner. Auf die kann man verzichten. Man hat das Gefühl, sie wollen nur ihre Ansichten durchsetzen und sind wenig kompromissbereit – Hildegard Carl aus Walsrode    

Hildegard-Carl

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