Wie stehen Sie zur Bewegung „Fridays For Future“ („Freitag für die Zukunft“)?

24. März 2019

Hitze, Dürre, Sturmflut: Die Klimakrise bedroht unsere Zukunft.

Deshalb streiken seit Kurzem freitags Schüler auf der ganzen Welt für den Klimaschutz. Auf der Nordinsel Neuseelands startete am 15. März der erste weltweite Schulstreik. Australien folgte, dann Japan – und immer weiter. Schüler in mehr als 80 Ländern bleiben am Freitag dem Unterricht fern. Ihr Ziel: Der größte Schulstreik der Geschichte soll die Regierenden zu besserem Klimaschutz bewegen. Auch in Deutschland protestieren Schüler in mehr als 200 Orten. Sie fordern echten Klimaschutz, einen schnellen Kohleausstieg und verschärfte Klimaziele. Wenn die Schulstreiks immer größer werden, wächst der Druck auf die Politiker. Auch viele Erwachsene zeigen sich solidarisch mit der „Fridays For Future“-Bewegung.

Ganz alleine stand die damals erst 15-jährige Greta Thunberg im August 2018 vor dem schwedischen Parlament – in der Hand ein Pappschild mit der Aufschrift „Skolstrejk för klimatet“ (Schulstreik für das Klima). Greta scheut sich nicht, den Mächtigen der Welt ins Gewissen zu reden. In Brüssel traf sie auf EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Der küsste ihr zur Begrüßung die Hand. Ihre Antwort: Wenn er und seine Kollegen nicht endlich handeln, werde man sich an sie als die größten Versager der Geschichte erinnern. Mit ihren klaren Worten und ihrer Entschlossenheit politisiert Greta eine ganze Generation. Einige „Blaumacher“ sind gewiss dabei, die sich über einen zusätzlich freien Schultag freuen. Schön wäre es, wenn auch die Schüler ihren Worten Tagen folgen ließen und selbst handelten, in dem sie sich aufs Fahrrad schwingen, statt sich vom Mutti-Taxi zum Ballett oder dem Fußballtraining fahren zu lassen. Ganz schlimm ist der Trend, dass immer mehr Schüler zur Schule gefahren werden.
„Wenn du täglich mit dem Rad fährst, darfst du auch an der Freitags-Demo teilnehmen“, teilte eine Mutter ihrem Sohn mit. So oder gar nicht! Das ist konsequent. Nicht nur die Rosinen rauspicken!

Ich finde die Aktion sehr gut. Einige sagen, dass die Schüler streiken, um frei zu haben. Aber sie setzen sich für den Klimaschutz ein und haben ein Recht, sich zu äußern. Sie denken an ihre Zukunft, die der Kinder und Enkel. Meine Enkel sind auch auf dem Weg. Sie sind 13 und 15 Jahre alt und umweltbewusst. Sie beschäftigen sich mit der Massentierhaltung und essen wenig Fleisch. Da sie in Kirchboitzen wohnen, werden sie auch schon mal mit dem Auto gefahren, aber ansonsten nehmen sie immer das Fahrrad. Selbst im Urlaub geht es mit dem Rad zum Brocken hoch – Irmgard Heinemeyer-Dittrich aus Walsrode

Ich finde es toll, dass die Bewegung weltweit so gekommen ist. Ich hoffe sehr, dass die Verantwortlichen, die sich sonst nur immer einen schönen Tag machen und reisen, sich auch ernsthaft Gedanken machen und zu einem Ergebnis kommen. Meine Kinder sind erwachsen, würden aber auch mitmachen. Ich würde auch mit demonstrieren und mich solidarisch erklären. Ich bin sehr umweltbewusst und glaube, dass es sich hier nicht um Schulschwänzer handelt, die nur frei haben wollen. Die Jugend sieht einfach, was auf sie zukommt und was wir unserer Erde antun – Benno Vegelahn aus Walsrode

Meine Kinder dürften auch zur Demonstration. Ich finde die Aktion gut, und es ist wichtig, dass etwas geschieht. Ich warte nur darauf, dass auch in unserer Stadt etwas passiert. Ich würde mitgehen und mich solidarisch zeigen. Ich selbst habe kein Auto und gehe viel zu Fuß. Nur bei längeren Strecken und zum Wocheneinkauf nehmen wir das Auto. Selbst dann fahren wir zu dritt und legen Fahrten zusammen. Genauso meiden wir Plastiktüten. In der Obst- und Gemüseabteilung muss sich noch etwas tun. Man muss bei sich selbst anfangen. Auch, dass die Kinder immer überall hingefahren werden, kann man vermeiden – Gisela und Jessica Häring aus Visselhövede

Ich würde meinen Kindern nur gestatten, zur Demo statt zur Schule zu gehen, wenn sie bereit sind, sich nicht mehr kutschieren zu lassen. Wir fahren jeden Morgen 1,5 Kilometer mit dem Rad zur Bushaltestelle. Das ist kein Problem. Der Jüngste ist 12 Jahre alt und fragt auch nach, warum die Kinder im Ort immer mit dem Auto gefahren werden. Das versteht keiner, da es sich um weniger als einen Kilometer handelt. Umweltbewusstsein fängt zu Hause an. Alles, was so mit dem Rad erledigt werden kann, fahre ich mit dem Rad – Bianca Ehlers aus Kirchboitzen

Die Freitagsbewegung für den Klimaschutz kann sinnvoll sein. Ich gehe davon aus, dass die Kinder und Jugendlichen damit etwas bewirken und die Politiker reagieren müssen, bei dem Druck. Wenn die eigenen Kinder demonstrieren wollen, sollen sie. Verbote bringen hier nichts, dann rebellieren sie extra. Ich bin schon umweltbewusst und gebe mir Mühe. Sicherlich, einige Kinder freuen sich über einen zusätzlich freien Tag, wo sie nicht zur Schule müssen. Aber es muss etwas passieren, und für die Umwelt ist es nicht schlecht, wenn sie sich durchsetzen – Heiko Buchholz aus Walsrode

Ich finde es gut, da der Jungend von heute vorgeworfen wird, politisch wenig aktiv zu sein. Mit dieser Bewegung habe sie eine Plattform gefunden, wo sie zeigen können, dass sie sich aktiv an unserer Gesellschaft beteiligen wollen. Meine Tochter ist schon älter. Aber grundsätzlich würde ich es gestatten, dem Unterricht fern zu bleiben, um zu demonstrieren. Die Lehrer sind mittlerweile auch mit dabei. Schulschwänzer gab es immer und wird es auch immer geben. Es gibt immer Möglichkeiten, negativ zu denken. Aber die Sache ist in Ordnung – Henning Lübeck aus Walsrode

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