Wie stehen Sie zu den derzeitigen Demonstrationen?

25. Januar 2015

Kanzlerin Angela Merkel will eine Beschädigung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit wegen Terrordrohungen nicht hinnehmen und notfalls auch Hilfe des Bundes mobilisieren. Die CDU-Vorsitzende reagierte damit auf das Verbot aller Demonstrationen in Dresden – sowohl der islamkritischen Pegida, als auch ihrer Gegner. „Falls der Bund hilfreich sein kann, um solche Demonstrationen abzusichern, werden wir, wenn wir gebeten werden, natürlich dafür Sorge tragen“, sagte Merkel. Pegida will schon am Montag wieder in der sächsischen Landeshauptstadt demonstrieren.

„Ich habe als Bundeskanzlerin, unbeschadet, ob mir die Inhalte gefallen, ein Interesse daran, dass an jedem Ort in Deutschland demonstriert werden kann, weil es sich um ein Grundrecht handelt“, sagte Merkel. Infrage kommt die Bundespolizei, besonders bei großen Einsätzen, die generalstabsmäßig koordiniert werden müsse. Eine Sprecherin des Innenministeriums wies den Eindruck zurück, die Bundespolizei habe Probleme, solchen Anforderungen gerecht zu werden.

Auch als Ersatz für Dresden hatten Pegida-Ableger in vielen anderen Städten ihre Anhänger zu Demonstrationen aufgerufen. Allerdings war die Resonanz gering, nur wenige Tausend Menschen beteiligten sich bundesweit an solchen Kundgebungen. Gegendemonstrationen für eine offene und tolerante Gesellschaft zogen dagegen in zahlreichen Städten insgesamt etwa 45.000 Menschen an. Die größten Kundgebungen gab es in München mit 11.000 und in Wiesbaden mit 10.000 Teilnehmern.

In Braunschweig wurde eine Veranstaltung der Bewegung Bragida (Braunschweig gegen die Islamisierung des Abendlandes) abgebrochen: Deren 250 Anhänger sahen sich 5.000 Gegendemonstranten gegenüber.

Es ist gut, dass es die Demonstrationen gegen Pegida gibt. Ich kann mir auch gut vorstellen, bei solch einer Demonstration mitzulaufen, denn die Demos stehen für alles, was wir wollen, eben nicht rechts sein, sondern wir wollen „bunt“ sein und dazu stehen. Bei Terrordrohungen sollte man überlegt handeln und die Veranstaltung notfalls auf einen späteren Zeitpunkt verlegen. Auf jeden Fall müssen die Demonstranten geschützt werden. Die Menschen sind unzufrieden, daher hat Pegida einen großen Zulauf – Barbara Wedel aus Grethem 

Barbara-Wedel

 

Mein Mann ist auch kein Deutscher, sondern Spanier. Meine Nichte ist mit einem Chinesen verheiratet, meine andere Schwester mit einem Holländer und der Vater vom Schwiegersohn ist Engländer. Wir sind eine Multikulti-Familie und das ist gut so! Ich lerne die Mentalität der anderen Kulturen kennen und die ist nun einmal anders als die deutsche. Die Moslems und der Koran haben auch nichts mit den Anschlägen zu tun. Wir brauchen auch keine Angst zu haben, unsere Kultur zu verlieren – Monika Sanz aus Bad Fallingbostel

Monika-Sanz

Demonstrieren gehört zu unseren Menschenrechten. Wer sich in unserem Land schlecht benimmt, sollte ausgewiesen werden. Daher hat Pegida teilweilse recht. Unsere Gesetze haben viele Löcher, so dass Straftäter leider immer wieder durchkommen. Es hat auch nichts mit Ausländern zu tun. Wer sich schlecht benimmt, muss bestraft werden. Es hat jeder Recht, Stellung zu beziehen, seine Meinung frei zu äußern und zu demonstrieren – dafür oder dagegen – Hans-Jürgen Dietrich aus Walsrode

Hans-Juergen-Dietrich

Bei Pegida vermutet man, dass sie der rechten Szene angehören und nur ein Pseudonym sind, um etwas aufzubauen. Von daher halte ich mich persönlich von denen fern. Die Meinungsfreiheit würde ich im Land nicht verbieten lassen. Multikultur ist keine Frage, so lange sich alle an die Gesetze halten. Ich würde bei beiden Veranstaltungen aus persönlichen Gründen nicht mitlaufen, weil sie beide nicht meine Interessen vertreten. Viele laufen mit und wissen nicht warum – Stefan Mielke aus Walsrode 

Stefan-Mielke

Das Thema wird in den Medien zurzeit heiß diskutiert. Auf die Straße zum Demonstrieren zu gehen, ist ein Grundrecht, egal in welche Richtung man tendiert. Grundsätzlich finde ich es schön, dass die Menschen laut ihre Meinung äußern. Schade ist, dass viele Demonstranten unvorbereitet sind und nur aus Protest mitmachen. Ich bin Befürworter von Demonstrationen. Das macht unsere Vielfalt aus. Aber im Moment halte ich mich aus gesundheitlichen Gründen zurück – Alexandra Zimmermann aus Bomlitz 

Alexandra-Zimmermann

Pegida ist für mich ein No-Go. Teilweise sind es unzufriedene Leute, die gar nicht wissen, wofür Pegida steht. Die Gegenveranstaltungen müssen aufrecht erhalten werden und ich könnte mir vorstellen, da mitzulaufen. Unsere Gesellschaft sollte sich überlegen, woher sie kommt. In der Nachkriegszeit gab es viele Flüchtlinge von überall her. Viele haben ihre Wurzeln woanders, gerade die ältere Generation. Wir haben eine Religionsfreiheit und die Faschisten sind eine Minderheit, die es überall gibt – Wolfgang Wißmann aus Ebbingen  

 

Wolfgang-Wiessmann

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