Wie soll Ihre „letzte Feier auf Erden“ aussehen?

25. November 2018

Der Tod gehört zum Leben dazu, auch wenn viele diesen Gedanken weit von sich schieben.

Am heutigen Totensonntag gedenken viele der Verstorbenen in liebevoller Erinnerung. Die Grabstelle wird besucht und Gestecke oder Blumen niedergelegt. Während viele sich mit dem Thema Tod und Sterben gar nicht beschäftigen mögen, haben andere wiederum ihre „letzte Feier auf Erden“ bestens geplant und alles geregelt, einschließlich Auswahl der Bestattungsform, Sarg und Lieder, die bei der Trauerfeier gesungen werden sollen. Das hilft den verbliebenen Angehörigen enorm. Wenn man auch nicht darüber mit den nächsten Verwandten sprechen kann, ist es für sie hilfreich, wenn etwas Schriftliches vorliegt. So kann der letzte Wunsch erfüllt werden und eine respektvolle Trauerfeier erfolgen. Beim Ableben eines Kranken haben die nächsten Verwandten immer noch die Möglichkeit, das Thema anzusprechen und auch der Scheidende hat die Möglichkeit, seine Wünsche zu äußern. Das ist beim plötzlichen Tod nicht gegeben.

Gesetzesentwürfe sehen schon in einigen Bundesländern, unter anderem in Bremen, vor, dass die Asche Verstorbener auch außerhalb von Friedhöfen verstreut werden darf. Erlaubt ist dies auf privaten Grundstücken sowie auf besonders ausgewiesenen öffentlichen Flächen. Grundlage dafür soll eine schriftliche Verfügung der verstorbenen Person ein. Zudem muss eine Person bestimmt worden sein, die für die wunschgemäße Bestattung sorgt. Bei der „Tree of Life“, der Baumbestattung, wird die Asche des Verstorbenen in ein Substratgemisch gegeben, in welches der vorher ausgewählte Wunschbaum gepflanzt wird. Ist der Baum pflanzfertig, wird er zur persönlichen Abschiedsnahme übergeben. Der Baum wird an einem Ort der Wahl gepflanzt. Egal, wie die letzte Reise aussieht – Trauer braucht Zeiten, Orte, Rituale, Wege und Feiern.

Wir lassen uns verbrennen und die Asche soll über die See gestreut werden. Ich tendiere zur Ostsee, da bin ich meiner Heimat Finnland nahe. Wir haben noch nichts schriftlich festgelegt, aber so hat keiner mit der Grabpflege zu tun. Man sieht es beim Onkel und den Tanten, da pflegt keiner das Grab. Viele haben keine Beziehungen mehr zu den Verstorbenen oder wohnen woanders. Unser Enkel wohnt zum Beispiel in Frankfurt. Wir haben in Cuxhaven gesehen, wie schön und würdevoll eine Seebestattung ist und überlegt, dass das das Sinnvollste für uns ist – Raili und Jürgen Blume aus Walsrode

Wir haben schon alles Schriftliche geregelt und Vorsorge getroffen. Wir waren beim Sozialverband bei der Rechtsberatung. Wir haben eine Patienten- und Bankverfügung und auch geklärt, falls wir beide nicht mehr entscheiden können, wer dann eintritt. Die Bestattung ist noch nicht eindeutig geklärt. Mein Mann hat es schriftlich verfasst und weiß auch, was ich will. Im Garten unter einem Baum wollen wir nicht liegen, sondern in einem Urnengrab auf dem Friedhof oder im Friedwald. Die Kinder sollen keine Arbeit mit der Grabpflege haben – Monika und Ingolf Schreider aus Bad Fallingbostel

Ich arbeite nebenbei für ein Bestattungsunternehmen. Aber ich selbst habe mich noch nicht mit dem Thema befasst. Das hat hoffentlich noch Zeit. Wenn es so weit ist, ist es das Problem von den Leuten, die mich auf dem letzten Weg begleiten. Das Leben ist zu kurz, um sich Probleme zu schaffen. Es ist für die Angehörigen leichter, wenn sie wissen, was der Wunsch des Verstorbenen ist. Dabei geht es um Respekt, den man ihm zollen sollte und nicht um Geld. Ich sehe viele Gräber, die nicht gepflegt sind. Das finde ich respektlos. Daher wollen viele Leute heute lieber Urnengräber haben, da keiner Zeit für die Pflege hat – Michael Wilkinson aus Bad Fallingbostel

Man weiß es nicht, wann es so weit ist. Geklärt ist noch gar nichts, aber ich weiß, dass ich auf dem Friedhof in Meinerdingen beerdigt werde. Da bin ich ehrenamtlich im Friedhofsteam tätig. Wir treffen uns jede Woche dienstags von 9 bis 11 Uhr. Wir mähen Rasen, halten die Urnengräber sauber und leeren die Behelfskisten. Den Rest macht der Gärtner. Anschließend trinken wir Kaffee. Einmal im Jahr gehen wir zum Grünkohlessen oder Ähnlichem. Es ist eine tolle Gemeinschaft und es macht Spaß. Aber einen Platz ausgesucht habe ich mir noch nicht. Im Februar werde ich 80 Jahre alt – Hans Challa aus Walsrode

Wir haben uns mit dem Thema befasst und wissen, was der Partner will. Wir haben keine Gräber, die gepflegt werden müssen, sie sind schon eingeebnet. Aber früher fand ich die Grabpflege schön und am Totensonntag wurde ein Gesteck niedergelegt. In Benefeld gibt es Gräber, da stehen nur der Name und die Daten auf einer Tafel im Gras, mehr nicht. Das ist sehr pflegeleicht. Da unser Sohn in Mainz wohnt, kann er nicht mal eben herkommen und ein Grab wäre nur zur Ansicht für andere. Alles andere ist ebenfalls geregelt – Edeltraud und Herbert Kipke aus Benefeld

Ich habe schon alles schriftlich festgehalten. Nur noch nicht notariell beglaubigt. Als Oma und Opa innerhalb eines Jahres verstarben, war nichts festgelegt. Da kam bei meiner Mutter und mir das Thema auf und wir haben besprochen, wie wir beerdigt werden wollen. Mich fressen die Würmer nicht auf! Ich möchte eine Feuerbestattung haben. Alles andere lasse ich meiner Familie offen. Gerne Friedwald, aber wenn sie mich lieber auf dem nahe gelegen Friedhof haben möchten, ist das auch okay. Meine Oma hat ein pflegeleichtes Rasengrab bekommen – Melanie Nahs mit Lasse aus Düshorn

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