Wie können wir das Verschwenden von Lebensmitteln verhindern?

9. Juni 2019

Elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jedes Jahr im Müllerüberschrift

Dies ist nicht nur ein ethisches, sondern auch ein ökologisches und ökonomisches Problem. Immerhin werden sowohl für die Erzeugung als auch für die Vernichtung von Waren Rohstoffe, Energie und Wasser benötigt. Mit jedem Lebensmittel, das unnötig im Müll landet, werden also wertvolle Ressourcen verschwendet.

Ein großer Teil der Lebensmittelabfälle wäre vermeidbar und zwar auf allen Ebenen und auf der ganzen Welt. Daher haben die Vereinten Nationen das Ziel formuliert, die Lebensmittelverschwendung bis zum Jahr 2030 zu halbieren. Dem Ziel verpflichtet sich auch Deutschland, und erarbeitet eine gemeinsame Strategie von Bund und Ländern, in die alle Akteure der Lebensmittelwertschöpfungskette mit eingebunden werden sollen. Denn die drastische Reduzierung der Lebensmittelverschwendung kann nur erreicht werden, wenn alle Beteiligten mit Lösungsansätzen und eigenen Zielvereinbarungen dazu beitragen. Und dies kann nur gelingen, wenn das gesamtgesellschaftliche Bewusstsein für den Wert der Lebensmittel steigt.
„Die Intransparenz entlang der Lieferkette vom Acker bis zum Verbraucher bleibt problematisch“, kritisiert WWF-Referentin Tanja Dräger de Teran. Die Bundesregierung sei in der Pflicht, systematisch und im engen Schulterschluss mit der Wirtschaft „Licht ins Dunkel der Lebensmittelverschwendung“ zu bringen. Durch die Lebensmittel, die im Müll landen, werden laut WWF außerdem Treibhausgasemissionen in Höhe von 48 Millionen Tonnen freigesetzt. „Das ist doppelt so viel, wie das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg jedes Jahr ausstößt. Die Vermeidung von Lebensmittelverlusten durch Landwirtschaft, Handel und Verbraucher wäre demnach ein signifikanter Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz“, unterstreicht Tanja Dräger.

Ich bin total gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln. Selbst nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums kann man die Waren meistens noch essen. Dafür sollten in Lebensmittelläden größere Flächen eingerichtet werden, nicht nur eine kleine Ecke. Ich finde es auch gut, wenn Restaurants zum Betriebsschluss Essen zum Mitnehmen günstig anbieten. Ich selbst lasse mir mein Essen einpacken, wenn ich es nicht schaffe aufzuessen. Es wäre viel zu schade, wenn es weggeworfen wird. Ich koche gerne für zwei Tage und da schmeiße ich nichts weg. Wenn die Bäcker Brot vom Vortag günstiger anbieten würden, würde ich es auch kaufen – Heidrun Hubert aus Honerdingen

Ich bin sehr dafür, dass sich Küchen, Kantinen und Bäcker öffnen und überschüssige Lebensmittel weitergeben oder preiswerter verkaufen. Ich finde es wirklich schlimm, dass Kinder hungern und wir aasen mit den Lebensmitteln herum. Ich komme aus der Gastronomie. Laut Gesetz darf das Essen, das einmal raus war, nicht mehr in der Küche angenommen werden. So landen Wurst, Käse, ganze unberührte Platten im Müll. Selbst Landwirte dürfen nichts mehr für ihre Tiere abholen. Hier muss der Gesetzgeber tätig werden und eine andere Regelung schaffen – Bianca Behrens aus Bomlitz

Ich bin der Meinung, das Wegwerfen von Lebensmitteln sollte sogar unter Strafe gestellt werden. Zum Beispiel dürfen beim Bäcker noch nicht mal die Mitarbeiter Backwaren mitnehmen, sonst droht ihnen Kündigung. Auch der Fall im Hamburg, wo jemand für Diebstahl bestraft wurde, weil er weggeworfene Lebensmittel aus dem Container holte, ist unbegreiflich. Das Wegwerfen ist ein großes Thema. Wir selbst kaufen kleine Packungen, auch wenn sie im Endeffekt teurer als größere sind. Meine Partnerin kann noch kochen und zaubert auch aus Resten etwas Gutes – Lothar Micklowitz aus Bomlitz

Ich bin fürs „containern“, und es sollte nicht unter Strafe gestellt werden. Bäcker und Gastronomen sollten abgeben, wenn es andere gibt, die es gebrauchen können. Das, was weggeworfen wird, ist viel zu viel und gleichzeitig verhungern Menschen. Bei uns wird so gut wie alles aufgebraucht. Reste kommen oft in den Eintopf und auch wenn das Haltbarkeitsdatum verfallen ist, muss es noch längst nicht weg. Solange es noch gut ist, essen wir es auch. Wenn wir mal viel übrig haben, verteilen wir es gerne an Verwandte oder Nachbarn. Mehr als Essen kann man nicht – Cord-Heinrich Sauer aus Bommelsen

Jeder sollte nur so viel einkaufen wie nötig. Es muss auch nicht gleich nach dem Verfallsdatum weg. Man kann es meistens noch gut essen. Ich selbst gebe mir auch Mühe und versuche, die Reste zu verwerten. Bei den Bäckern liegt es an der Sortenvielfalt. Da muss immer von allem genug da sein. Weniger Sorten wäre da besser. Wenn beim Bäcker mal mein Brot nicht da ist, nehme ich auch ein anderes. Wenn der Bäcker abends die Ware günstiger machen würde, würden einige darauf spekulieren. Brot mag ich aber lieber frisch und nicht vom Vortag, auch wenn es günstiger ist – Martina Scharninghausen aus Kirchboitzen

Ich finde das Wegwerfen von Lebensmitteln ganz schrecklich. Da ich aus der Landwirtschaft komme, bin ich geprägt. Da wurde auch nichts weggeworfen. Bevor etwas schlecht wurde, wurde es aufgebraucht. Da machte sich keiner Gedanken, selbst bei etwas Schimmel nicht, der wurde runter genommen und gut. Heute habe ich einen robusten Magen. Viele werden viel zu schnell krank. Ich achte nicht aufs Verfallsdatum, sondern gucke, ob die Ware noch gut aussieht und gut riecht. Auch Brot vom Vortag nehme ich, wenn es günstiger ist. Hier müssen die Gesetze wieder gelockert werden – Irmtraud Meine aus Frielingen

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