Wie halten Sie sich in Zeiten der Corona-Krise fit?

19. April 2020

Die Fitnessstudios sind aufgrund der Corona-Krise geschlossen. Auch die Kurse und Übungsabende der Sportvereine sind im Moment tabu.

Einige Aerobic- und Zumba-Übungsleiterinnen, Bauch-Beine-Po-Gymnastiklehrer und Co. bieten via WhatsApp und YouTube weiterhin Trainingsstunden an, um die Mitglieder bei der Stange zu halten, sodass sie wenigstens etwas fit bleiben. Dabei konnte man zu Ostern sogar am Bullensee Trainer beobachten, die für ihre Mitglieder Videos drehten.
Auf der Suche nach sportlicher Betätigung in den eigenen vier Wänden durchsuchen immer mehr Menschen die Archive der Videoportale nach originellen Anleitungen für ein Workout und stoßen dabei auf altes, aber bewährtes Material von Jane Fonda oder Cindy Crawford. Die „Vogue“ hat daraus einen neuen Trend abgeleitet: Vintage-Workout. Die größte Herausforderung ist dabei wohl, sich in den alten pastellfarbenen Gymnastikanzug zu zwängen. Man erinnert sich an die bonbonfarbenen Ganzkörperanzüge, dem Frotteeschweißband und die Wadenwärmer, möglichst gestreift und selbst gestrickt!

Da wird schon mal wieder das alte Trimmrad aus dem Keller geholt und entstaubt und auch das fast vergessene Trampolin vom Dachboden in die Stube gewuchtet. Zum Glück ist seit Beginn der Corona-Krise das Wetter schön, sodass Ausflüge in die Natur möglich sind. Hier trifft man Gleichgesinnte – Walker, Radler, Spaziergänger – mit oder ohne Hund sowie Jogger. Mehr ist zurzeit nicht drin. Doch man wird erfinderisch, um fit zu bleiben, um nicht nur die Strecke vom Sofa an den Kühlschrank und zurück zu bewältigen. Schließlich wird die Krise irgendwann mal überstanden sein und dann ruft die Sommerzeit und mit ihr luftige Kleider, Shorts, Badeanzüge und Bikinis, die hoffentlich noch alle passen werden!

Normalerweise gehe ich häufig ins Fitnessstudio. Da ich als Krankenschwester im Schichtdienst arbeite, passt das super. Ich liebe aber am meisten den Sport im Verein. Ich finde es immer schwer, mich alleine zum Training zu motivieren, und Tanzen, wie Aerobic und Zumba, macht alleine einfach keinen Spaß. Das vermisse ich. Ich fahre aber jeden Tag viel Fahrrad, spiele mit meiner Familie Badminton und versuche mich ab und an an Sportvideos aus dem Internet. Im letzten Jahr lebte ich in Amerika. Da habe ich die Extreme kennengelernt. Entweder ganz klischeehaft in der einen Hand einen Burger, in der anderen eine Cola, auf dem Sofa vor einem riesigen Fernseher sitzend, oder aber die, die viel Sport treiben und sich Gedanken um ihre Gesundheit machen. Ich habe gemerkt, dass die Amerikaner von ihren Klischees wegkommen wollen – Madeleine Hillebrand aus Visselhövede

Normalerweise mache ich je einmal in der Woche das Aerobic- und Zumba-Training beim SV Schwitschen mit. Unsere Trainerinnen schicken uns Sport-Videos per WhatsApp. Da mache ich gerne mit. Außerdem trainiere ich am Fernseher über YouTube mit Gabi Fastner. Da nehme ich mir jeden Tag etwas anderes vor. Das ist sehr abwechslungsreich. Ich gehe bei schönem Wetter regelmäßig walken. Meine Walkingstrecke ist 8,1 Kilometer lang und führt von Kirchwalsede nach Süderwalsede über Asphalt und Fahrradwege. Da ist im Moment wenig Verkehr. Aber der Sport in der Gruppe fehlt mir schon sehr – Anja Kiebel aus Kirchwalsede

Ich habe die letzten Tage viel im Garten gearbeitet und bin des Öfteren gewalkt. Klar, in der Gemeinschaft macht der Sport natürlich viel mehr Spaß. Im Moment findet der Sport bei mir alleine im Garten unter der überdachten Laube statt. Da mache ich das Zumba-Trainingsprogramm unserer Übungsleiterin Jessica mit, das sie uns per WhatsApp geschickt hat. Ich walke auch regelmäßig fünf Kilometer mit Hanteln durch das Gewerbegebiet Richtung Delventhal, am Hundeplatz vorbei und vom Bauhof zurück. Unser Garten hat knapp 2000 Quadratmeter. Da gibt es immer viel zu tun – hacken, Unkraut entfernen, Moos kratzen und der kleine Gemüse- und Obstgarten wird bestellt. Erdbeeren und Blumen gehören natürlich auch dazu. Ich vermisse auch meinen Pilates-Kurs, den ich sonst einmal die Woche in Rotenburg besuche. Ich hoffe, dass die Krise bald vorbei ist und das Kontaktverbot gelockert wird – Sabine Kirchner aus Visselhövede

Ich versuche, mich mit Gartenarbeit nach dem Job fit zu halten. Dazu gehört unter anderem Rasenmähen und Umgraben, da wir auch Obst und Gemüse anbauen. Es braucht alles seine Pflege, auch das Gewächshaus. Doch das ist kein Ersatz zum Vereinssport. Unter Anleitungen sind die sportlichen Bewegungen effektiver. Ich vermisse den Sport und meine Sportkameraden und die damit verbundene Geselligkeit. Ich gehe sonst jeden Mittwoch zum Männersport nach Schwitschen. Das Training ist perfekt zurechtgeschnitten, um in Bewegung zu bleiben und den üblichen Rückenleiden sowie Hüft- und Knieproblemen vorzubeugen. Es ist sehr abwechslungsreich und intensiv. So bleibt alles beweglich. Nach dem Training sitzen wir mit rund 18 Männern noch bei einem Bierchen im Vereinsheim zusammen. Das gehört dazu und der Klönschnack ist als soziale Komponente wichtig – Holger Leibrandt aus Visselhövede

Ich bin seit fast 30 Jahren Mitglied im Sportverein SVE Bad Fallingbostel, ging einmal wöchentlich mit der Gruppe walken und machte regelmäßig bei der Rückengymnastik und beim Kurs „Bauch- Beine-Po“ mit. Anfang März wurde der Wasa-Lauf in Celle abgesagt, anschließend der Hallensport verboten. Seitdem gehe ich jeden Morgen nach dem Frühstück walken – zirka 10.000 Schritte in und um Bomlitz herum. Ich genieße die frische Luft und das Vogelgezwitscher im Wald. Zu meiner Walkinggruppe pflege ich den Kontakt über WhatsApp. Ansonsten bleibe ich zu Hause. Unsere Kinder kaufen für uns ein. Mein Mann und ich hatten geplant, im Mai nach Spanien zu fliegen, um den Jakobsweg Camino de la Lana von Alicante nach Burgos zu pilgern. Da muss leider erst einmal ausfallen – Edith Sanz aus Bomlitz

Der Beginn unserer Radtour ist für den 30. Mai geplant. Da fahren wir die Domstädte – Heidelberg, Speyer und Worms – ab. Von dort aus geht es nach Mainz am Rhein die Weinstraße entlang. Es sind rund 400 Kilometer in einer Woche. Dafür muss ich trainieren. Seit 22 Jahren machen wir jedes Jahr eine Tour. Wir waren mal sechs Radler. Nun sind wir noch zu zweit. Hoffentlich macht uns Corona keine Strich durch die Rechnung, sodass wir kein Hotel bekommen. Ich hoffe, dass die Kontaktsperre bis dahin aufgehoben ist. Zu Ostern wären wir eigentlich in Timmendorf zum Radfahren gewesen und hätten dort unsere Trainingsrunden gedreht. Ich kegel auch noch aktiv und hoffe, dass wir bald wieder auf die Bahn können. Man muss sich auch im Alter fit halten – Gerd Koch aus Visselhövede

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