Wie feiern Sie in diesem Jahr Silvester?

27. Dezember 2020

Corona verändert die Welt.

Durch den Lockdown finden nun auch die Silvesterfeiern zwangsläufig anders als sonst statt. Keine rauschenden Feste und Feten mit vielen Freunden, Nachbarn und Verwandten oder Halligalli in der Stadthalle, stattdessen ein kleines ruhiges geselliges Beisammensein mit höchstens fünf Personen aus zwei Haushalten im stillen Kämmerlein.
Eine weitere der neuen Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie ist das grundsätzliche Verkaufsverbot von Feuerwerk und Pyrotechnik vor Silvester. Am Silvestertag und Neujahr gelten ein An- und Versammlungsverbot sowie ein Feuerwerksverbot auf öffentlichen viel besuchten Plätzen, die von den Kommunen festgelegt werden. Silvester gilt ein „De-facto-Böllerverbot“, wie es Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ausdrückte.

Um die ohnehin schon durch Corona-Patienten überlasteten Krankenhäuser nicht noch mehr zu belasten, macht das Verbot auch Sinn. Denn gerade zu Silvester, in Verbindung mit Alkohol, steigt bekanntlich die Unfallgefahr beim Anzünden der Feuerwerkskörper. Böllern auf dem Privatgrundstück mit Knallern aus dem vergangenen Jahr ist also theoretisch möglich, aber auch davon wird dringend abgeraten. Private Knallerei hat den Status „verpönt“.
Die Hersteller stürzt das nach eigenen Angaben in eine schwere Krise. Im Zweifel drohe die Insolvenz des gesamten Wirtschaftszweiges, erklärte Thomas Schreiber, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der pyrotechnischen Industrie. Der Verband fordert einen vollen Ausgleich für die Umsatzverluste im dreistelligen Millionenbereich. Die Branche erwirtschafte 95 Prozent ihrer Jahreserlöse im Dezember.

Ich bin ganz happy, dass dieses Jahr nicht geknallt wird. Als Tierbesitzerin mit Kaninchen, einem tauben Kater und einem Pferd bin ich sonst immer ganz hin- und hergerissen, was die Betreuung betrifft. Ich feiere sonst mit den Geschwistern und Freunden. Letztes Jahr habe ich Silvester glatt verschlafen. Da habe ich nur telefonisch Grüße übermittelt. Außerdem bin ich sehr vorsichtig, ich fahre nur Auto, wenn es nicht friert. Toll war es, als noch in der Stadthalle Silvester gefeiert wurde. DJ Maik hat super gute Musik aufgelegt, zu der man prima tanzen konnte. Dieses Jahr habe ich noch nichts geplant. Erst wenn die Arbeit erledigt ist, wird spontan geplant und entschieden. Ich bin aber auch gerne zu Hause und genieße Ruhe und Gelassenheit – Nicole Herrmann aus Walsrode

Wir fahren sonst jedes Jahr mit einem befreundeten Ehepaar über Silvester weg. Dieses Jahr ist alles anders, und wir bleiben zu Hause und spielen dort Karten. Wir müssen selbst kochen. Daher gibt es nach vielen Jahren mal wieder zu Silvester Kartoffelsalat und Würstchen. Sonst haben wir uns immer in einem Restaurant verwöhnen lassen und sind dann zum Spiele spielen ins Hotel zurückgekehrt. Wir knallen generell von Haus aus nicht. Insofern ändert sich bei uns nicht viel, außer dass wir dieses Jahr nicht wegfahren können. Für 2021 wünschen wir uns Gesundheit und dass der Lockdown vorbei geht. Wir lassen das Jahr 2021 langsam auf uns zukommen – Ilkla und Carsten Sick aus Hodenhagen

Wir feiern Silvester mit unseren zwei Kindern alleine zu Hause. Wir werden Raclette machen, aber zeitig schlafen gehen, weil eben nichts erlaubt ist. Ich finde, wenn man schon zu Hause bleiben muss, sollte wenigsten das Böllern nicht verboten werden. In der Stadt und an öffentlichen Plätzen kann man es noch verstehen, aber nicht, wenn man im kleinen Kreis zu Hause feiert. Die Kinder sind neun und elf Jahr alt und freuen sich quasi das ganze Jahr darauf. Letztes Jahr haben sich alle Nachbarn um null Uhr auf der Straße getroffen und mit Sekt angestoßen. Für 2021 hoffe ich, dass alles besser wird! Aber Corona wird uns noch lange verfolgen. Man möchte einfach mit den Kindern wieder etwas unternehmen. Wir planten nächstes Jahr, nach Mallorca in den Urlaub zu fliegen. Doch das haben wir erst einmal auf Eis gelegt. Dafür wollen wir weiter an unseren Hochbeeten arbeiten – Gesa Hogrefe aus Walsrode

Normalerweise wären wir jetzt in Irland. Wie immer findet dort bei unseren Freunden eine große Hausparty mit 15 Leuten statt. Deren Kinder, die über England und Irland verteilt sind, kommen Weihnachten nach Hause und feiern mit. Traditionell gibt es dort eine Silvester-Gans. In Irland ist es üblich, dass man seine Getränke mitbringt, also das, was man am liebsten mag, da die Geschmäcker so verschieden sind. Feuerwerke sind in Irland grundsätzlich verboten. Das kommt aus der Zeit des Konflikts zwischen Katholiken und Protestanten. Auch hier wird es sehr ruhig ablaufen, wenn sich alle an die Regeln halten. Dieses Jahr wollen wir mit unserer Nachbarin feiern, die solo ist. Meine Frau plant, Wild zu kochen. Ich wünsche mir eine möglichst schnelle Impfung gegen das Virus sowie Gesundheit und dass wir bald wieder nach Irland, unsere zweite Heimat, reisen dürfen – Dietmar Corr aus Visselhövede

Silvester ist wie jedes Jahr – mein Mann und ich feiern den Jahreswechsel alleine. Durch Corona hat sich nichts geändert. Man muss sich nicht umgewöhnen. Es ist ein ganz normaler, gemütlicher Fernsehabend. Wir gehen um Mitternacht auf die Straße und treffen den ein oder anderen Nachbarn und stoßen mit ihnen an. Ein Feuerwerk schaut man sich schon mal gerne an, aber wir halten überhaupt nichts vom Knallen und da kommt es gelegen, wenn mal nichts ist. Ein großer Wunsch fürs neue Jahr ist, dass alle Leute bezüglich Corona vernünftig werden und sich an die Regeln halten. In Bezug auf unseren Sportverein, dem SV Schwitschen, haben alle Verantwortlichen die nötigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen und hoffen, dass alle mitspielen und wir bald wieder Sport machen dürfen. Für 2021 kann man noch keine Planungen machen – Agnes Römer aus Schwitschen

Früher haben wir Silvester immer den Geburtstag meiner Oma gefeiert. Da kam die ganze Familie zum Gratulieren zusammen und wer nichts anderes vor hatte, blieb da und hat auch noch mit ins neue Jahr reingefeiert. Die Geschwister meiner Oma kamen auch immer dazu und es gab Bowle, Suppen und Tischknaller für die Kinder. Ich habe auch schon mal die Jahreswende in den USA erlebt. Da habe ich zu Hause angerufen und wusste, es sind alle bei Oma versammelt. Das gab ein Gefühl der Sicherheit. Heute bin ich mit meinem achtjährigen Sohn alleinerziehend, und wir feiern meistens alleine oder mit Freunden oder den Tanten. Letztes Jahr blieb mein Sohn das erste Mal zu Silvester auf. Dieses Jahr wird spontan entschieden. Wichtig ist, dass alle gesund bleiben – Cinja Gerke aus Wittorf

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