Wie fahrradfreundlich ist unsere Region?

2. Mai 2021

Für die Förderung des Radverkehrs stehen nach Aussage von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) so viele Bundesmittel zur Verfügung wie noch nie.

„Jetzt müssen die Kommunen zugreifen, jetzt muss auch das Geld abfließen“, sagte Scheuer bei dem Radverkehrskongress in Hamburg. Er reagierte damit auf eine Forderung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB) nach mehr Geld. Dessen Hauptgeschäftsführer Gerd Landberg betonte, dass ein maßgebliches Hindernis die Kommunalfinanzen seien, die milliardenschwere Investitionsrückstände in der Verkehrsinfrastruktur aufwiesen. „Hier gilt es, konsequent gegenzusteuern, indem die Radverkehrsprogramme von Bund und Ländern zugunsten eines flächendeckenden Infrastrukturausbaus aufgestockt werden.“

Auch die Umweltorganisation BUND weist darauf hin, dass Förderangebote daran gescheitert seien, dass Eigenanteile nicht aufgebracht werden konnten. Aus Bundesmitteln werden laut Scheuer bis 2023 knapp 1,5 Milliarden Euro in den Radverkehr investiert. Die finanzielle Förderung des Radverkehrs durch Bund, Länder und Kommunen solle sich perspektivisch an rund 30 Euro je Person und Jahr orientieren. Doppelt so viel wie 2020.
Viele Kommunen förderten bereits seit Jahren den Radverkehr und leisten so einen Beitrag zum Klimaschutz. „Mit den zusätzlichen Mitteln für die Radverkehrsförderung besteht die Chance, eine Trendwende für den Radverkehr in den Kommunen zu schaffen. Der Plan soll dafür sorgen, dass Fahrräder und Autos künftig gleichberechtigt nebeneinander existieren. Zu den Zielen gehören ein Ausbau von Fahrradparkplätzen, Radschnellwegen und überhaupt Radwege sowie Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit, etwa über mehr geschützte Fahrstreifen.

Ich fahre jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit in die Walsroder Innenstadt. Das sind jeweils hin und zurück rund drei Kilometer. Ich habe ein Rad mit Sieben-Gang-Nabenschaltung. Bis Walsrode, finde ich, geht es sehr gut zu fahren. Wenn es sich ergibt, fahre ich sehr gerne mit dem Fahrrad durch die Stadt. Es ist einfach schöner, so von A nach B zu kommen, und man hat kein Problem mit der Parkplatzsuche. Was mir überhaupt nicht gefällt, ist, wenn in der Stadt die Lkw an einem vorbeirauschen. Man weiß nicht, wonach man zuerst Ausschau halten soll – ob nach Fußgänger oder erst nach Autos. Die Walsroder Innenstadt ist nicht fahrradfreundlich. Optimal wäre es, die Lkw umzuleiten. Doch das Problem wird sich nicht lösen lassen. Wahnsinnig gefährlich finde ich die Fahrradstreifen auf der Fahrbahn – Jürgen Kohlbacher aus Honerdingen

Eigentlich sehr gut, bis auf ein paar Ampelschaltungen, die sehr extrem sind. So hat man eine lange Wartezeit an der Ampel. Die Autofahrer nehmen heutzutage mehr Rücksicht, das war früher schlimmer. Da fuhren sie ohne zu gucken und zu blinken um die Ecke. Das ist besonders gefährlich, wenn man denkt, dass sie geradeaus fahren und plötzlich biegen sie einfach ab. Erwachsene haben noch den Überblick, aber Kinder müssen sich auf die Zeichen verlassen können. Ich bin „nur“ Fahrradfahrer und fahre täglich bis zu 20 Kilometer, eher mehr. Mit dem Rad erledige ich alles – ich transportiere meine Einkäufe und trage damit Post und Zeitungen aus. Die Fahrradstreifen finde ich praktisch, doch die Autofahrer halten sich nicht daran. Entweder fahren sie selbst auf der Linie beim Überholen, oder sie parken auf den Streifen – Michael Häusler aus Walsrode

Ich bin Rollerfahrerin. Damit bin ich ein bisschen schneller als mit dem Rad. E-Bikes sind nichts für mich. Ich habe kein Auto, und wenn ich etwas besorgen will, kann ich das mit meinem Roller. Da habe ich immer einen großen Koffer drauf. Viele Radfahrer fahren auf der falschen Seite. Wir haben viele Radwege, doch es müssen mehr Hinweisschilder in die Innenstadt. Zum Beispiel die Lange Straße. Da ist nur auf einer Seite ein Radweg, dass verkennen viele! Dann hat man das Problem mit den Fußgängern. Als Rollerfahrer darf ich innerorts nicht den Radweg nutzen, sondern muss auf der Straße fahren. Dabei sind manche E-Bikes sehr viel schneller als ich, und sie dürfen den Radweg nutzen – Angela Laurenz aus Walsrode

Ich finde die Gegend fahrradfreundlich. Doch was blöd ist, sind die Ampelphasen, die sind zu lang. Da wartet man oft über eineinhalb Minuten an der Ampel. Was sich gebessert hat, ist, dass ich nun auf der Hannoverschen Straße mit meinem Anhänger fahren kann, ohne das die Autofahrer hupen. Ich bin ständig mit dem Fahrrad unterwegs und trage mit dem Rad auch einmal die Woche Zeitungen aus. Oft gehen die Fußgänger auf dem Fahrradweg und halten sich nicht an die Regeln. Dann muss ich klingeln. In manche Köpfe geht es einfach nicht rein. Rücksichtnahme auf beiden Seiten wäre schön und erfreulich. Über die Autofahrer kann ich mich nicht beklagen – Karin Schwichtenberg aus Walsrode

Es ist an einigen Stellen verbesserungswürdig. Es sollte mehr Fahrradwege geben, und wir haben nur einen Zebrastreifen in Walsrode. Das ist zu wenig. Die weißen Streifen, als Fahrradstreifen auf der Straße, sind nicht das Gelbe vom Ei und gefährlich. Da gibt es immer ein, zwei Jugendliche, die nicht fit im Straßenverkehr sind. Es wäre besser, wenn die Fahrradfahrer ihren eigenen Weg hätten oder einen Weg mit den Fußgängern nutzen. Besonders am Kreisel in Hodenhagen ist die Gefahr für Fahrradfahrer sehr groß. Ich fahre meistens am Wochenende mit meinem kleinen vierjährigen Neffen mit dem Rad durch den Wald. Der freut sich immer. Kinder haben einen anderen Blickwinkel und können die Autos und die Gefahr nicht einschätzen. Mein Neffe fährt auch oft einfach drauf los. Daher üben wir stets das Fahrradfahren – Ann-Kathrin Loth aus Walsrode

Ich finde schon, dass man hier, gerade im ländlichen Gebiet, super Fahrrad fahren kann. In der Stadt ist es etwas schwieriger, weil Pkw-Fahrer oft nicht viel Rücksicht auf Radfahrer nehmen. Es ist sehr gefährlich, und Autofahrer unterschätzen oft die Geschwindigkeit der E-Biker. Ich fahre eher wenig Fahrrad. Es macht Spaß, mit meinen zwei Hunden zu fahren. Aber große Runden gehen nicht. Als Autofahrer achte ich schon auf die Fahrradstreifen im Bismarckring, wenn Fahrradfahrer dort unterwegs sind. Rücksichtnahme ist zwingend erforderlich. Autofahrer denken oft, sie haben automatisch Vorfahrt. Vorsicht und Rücksicht gilt für Fahrrad- und für Autofahrer gleichermaßen – Gudrun Lütjens aus Idsingen

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