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Wichtiger Moment für die Stadt

15. März 2015

Zeitpunkt des Umzugs der Joachim Behrens Scheeßel GmbH in die Kaserne steht noch nicht fest.

Die Vertragsunterzeichnung zur Übergabe der Visselhöveder Kaserne Lehnsheide sei ein Grund zu feiern und aus diesem Grund hatten die neuen Besitzer, die Joachim Behrens Scheeßel GmbH (jbs), rund 100 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung zu diesem Ereignis am vergangenen Mittwoch eingeladen. Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel bezeichnete es als eine glückliche Situation, dass die Liegenschaft nicht brach liegt, sondern optimal zum nächsten Nutzer übergeht. „Nicht nur mit Blick auf die Arbeitsplätze, sondern auch in der Hoffnung, dass Visselhövede so überzeugt, dass sich hier viele ansiedeln werden!“, betonte Goebel.

Über eine Kaufsumme wurde nicht gesprochen, nur soviel verriet der neue Eigentümer Joachim Behrens: „Die Grundsubstanz ist da. Um in die vorhandenen Immobilien zu investieren, wurde ein Kredit in Höhe von zwei Millionen Euro aufgenommen.“ Auch der Zeitpunkt, wann der Umzug nun definitiv vonstatten geht, steht noch nicht fest. „Wir haben keinen festen Zeitplan. Wir werden in mehreren Schritten den Umzug, je nachdem wie es unser Zeitfenster erlaubt, abwickeln“, berichtete der neue Eigentümer. Gerade die Landwirtschaft sei ein Saisonbetrieb. Vertrieb, Vermarktung, Lagerung, Verkauf und Logistik für landwirtschaftliche Güter an Händler, Lohnunternehmer, Milchbauern, Biogas und Ferkelerzeuger findet somit zukünftig in Visselhövede statt.

Das mittelständische Unternehmen mit seinen 150 Mitarbeitern brauchte mehr „Raum für die Zukunft“. „Die Entwicklung von jbs ist auf Wachstum ausgelegt“, verdeutlichte der Firmenchef. Der Verkauf an Endverbraucher erfolgt nicht nur in Deutschland, sondern auch in Polen und Tschechien durch Beratung am Telefon. Darüber hinaus werden Händler in 39 Ländern weltweit beliefert. Des Weiteren befindet sich ein Versandlager in der Nähe von Leipzig.

Von dort werden Lieferungen nach Süddeutschland, Österreich und in die östlichen Nachbarländer abgewickelt. Auch in Lontzen/Belgien hat die Partnerfirma ihren Sitz. Eine weitere Kooperation besteht in Österreich und Dänemark. „Es ist ein wichtiger Moment für Visselhövede, dessen Tragweite wir noch nicht ermessen können. 42 Jahre lang war Visselhövede Garnisonstadt und hat die Gegend und Infrastruktur hier maßgeblich geprägt“, verdeutlichte Bürgermeister Ralf Goebel. Es war ein Schock für die Region, als man von der Schließung der Kaserne erfuhr. Doch nun nimmt eine Vision Formen an.

Goebel danke insbesondere Wera Buhr von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben für die schnelle Abwicklung, aber auch seiner Vorgängerin Franka Strehse, die sich für das Projekt ins Zeug gelegt hatte. Stephan Manke, Staatssekretär des niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport, sprach von einer ganz besonderen Teamleistung aller Beteiligten. Auch die Ehrengäste Reinhard Grindel und Lars Klingbeil, Mitglieder des Bundestages sowie der Rotenburger Landrat Hermann Luttmann überbrachten Grußworte und Glückwünsche. Firmenchef Joachim Behrens plauderte aus dem Nähkästchen und von der frischen Firmierung „Behrens Familie GmbH & Co. KG“ und hob schmunzelnd hervor: „Das einzige, was nicht geklappt hat und was verbesserungswürdig sei, ist, dass durch die Unterzeichnung gleich zweimal Grunderwerbssteuer gezahlt werden muss.“

(aki)

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