Werden Sie die Corona-Warn-App nutzen?

21. Juni 2020

Jetzt wurde nach vielen Wochen des Wartens die Corona-Warn-App offiziell vorgestellt und freigeschaltet.

Mit der App sollen die Corona-Infektionsketten besser erkannt werden. Sie soll dafür sorgen, dass bei einer Lockerung für das öffentliche Leben die Ausbreitung des Coronavirus nicht wieder ansteigt.
Besitzer eines geeigneten Smartphones können freiwillig entscheiden, ob sie die Warn-App installieren wollen oder nicht. Die App kann auch nachträglich wieder deaktiviert oder deinstalliert werden. Die App misst über den Kurzstreckenfunk Bluetooth, ob sich Anwender der App über einen Zeitraum von 15 Minuten oder länger näher als zwei Meter gekommen sind. Der Ort der Begegnung wird dabei nicht erfasst. Wird ein Nutzer positiv auf Covid-19 getestet (und er diese Information in der App teilt), werden die anderen Anwender informiert, dass sie sich in der Vergangenheit in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben.

Die Einführung der App war schon für April geplant. Doch statt des Projektteams wurden die Unternehmer SAP und T-Systems mit der Umsetzung beauftragt. Hier räumte Kanzleramtschef Braun Versäumnisse bei der Entwicklung der App ein. Die Entwickler der Corona- Warn-App sind zuversichtlich, dass die Entfernungsmessung per Bluetooth funktionieren wird. „Inzwischen sind wir überzeugt, dass wir eine gute Lösung haben, mit der man starten kann – auch wenn wir wissen, dass sie nicht perfekt ist“, sagte SAP-Manager Jürgen Müller. Grüne und Linke hatten eine eigene gesetzliche Grundlage für die App gefordert, um Diskriminierungen bei Alltagsgeschäften für Menschen zu verhindern, die die App nicht einsetzen wollen.

Ich habe ein Smartphone, aber ob ich da meine Bewegungsdaten aufgezeichnet haben möchte, ist fraglich. Ich denke, man kann selbst viel gegen Corona tun, wenn man nicht mehr im Berufsleben steht. Da hat man es in der Hand, seine Kontakte zu steuern. Ich bin nicht mehr so viel unterwegs, die Kontakte beschränken sich auf einen kleinen Kreis, und ich gehe immer ins gleiche Geschäft einkaufen. Außerdem habe ich das Smartphone nicht immer ständig dabei, wenn ich unterwegs bin, sondern nur, wenn ich es auch wirklich benutzen will. Dadurch wäre der „Schutz“ auch lückenhaft. Ich mache nicht alles mit, was die moderne Technik betrifft, sondern gucke, ob es für meine Lebensumstände passend ist – Helga Eßmann aus Walsrode

Ich habe von der App im Radio gehört und ich stehe dem skeptisch gegenüber. Einerseits ist es gut, wenn man benachrichtigt wird, anderseits läuft es über Bluetooth, das die Handys verbindet. Das gibt einen bezüglich Datenschutz zu denken. Da habe ich einfach Angst, dass wir zu gläsern werden. Es ist wahrscheinlich, dass die App eine zweite Corona-Welle verhindern kann, aber für mich ist die Verkoppelung der Daten nichts. Ich arbeite beim DRK und muss eh sehr auf Hygiene achten und die Abstandsregeln einhalten. Der Personenkreis ist übersichtlich. Man muss nicht alles mitmachen, zumal die App auch noch nicht ausgereift ist – Sylvia Macke-Meyer aus Eilte

Ich habe die App noch nicht runtergeladen und werde es auch nicht tun, weil wir Menschen immer transparenter werden. Es geht nicht nur um Datenschutz, sondern allgemein kommt es einem so vor, als wenn man von „oben“ beobachtet wird, wie eine kleine Ameise. Man kann nachvollziehen, wer wo ist. Ich habe ein Smartphone und nutze es, um mit den Kindern und Arbeitskollegen per WhatsApp in Kontakt zu bleiben. Ebenfalls nutze ich es entsprechend zum Telefonieren. Auch die Bankgeschäfte wickle ich über mein Smartphone ab, weil es kostenlos ist. Einige Banken verlangen pro Überweisung bis zu zwölf Cent. Nach dem Vorgang bekomme ich die Nachricht, ob die Überweisung wirklich getätigt wurde. Die wird dann erst nach Freigabe verbucht. Durch die Warn-App wird sich nicht viel ändern. Sie trägt nicht dazu bei, dass sich das Virus nicht weiter verbreitet. Man muss selbst aufpassen und gucken, was man alles anfasst, besonders nach dem Einkaufen – Dimitri Wiebe aus Visselhövede

Wenn ich nicht muss, möchte ich die App nicht haben. Es sollte auf alle Fälle eine freiwillige Entscheidung bleiben! Ich habe nur einen begrenzten Kontaktkreis, und es würde mich „kirre“ machen, wenn ich eine Nachricht bekäme, dass sich jemand in meinem Umfeld infiziert hat. Dabei muss es mich ja gar nicht betreffen, es ist kein direkter Kontakt nötig, es reicht, wenn vor mir jemand an der Kasse steht, der das Virus hat. Das registriert die App auch schon. Ich desinfiziere viel, halte Abstand und bin eh nur mit einer Handvoll Leute zusammen. Es ist meinerseits alles überschaubar. Ich glaube auch nicht, dass die App in Großstädten und Ballungszentren hilft. Wenn man zusammensteht, ist es eh passiert. Es muss erst ein Impfstoff gefunden werden, der Schlimmeres verhindert – Katharina Schmidt aus Benefeld

Ich bin kein großer Fan von Apps, weil ich Bedenken bezüglich des Datenschutzes habe. Jeder wird registriert, der die App hat. Da wird bekannt, mit wem man sich wann und wo getroffen hat. Davon bin ich nicht begeistert. Ich bin schon vorsichtig mit dem Smartphone, weil in der Vergangenheit viel Schindluder damit betrieben wurde. Doch zum Glück habe ich das noch nicht am eigenen Leib erfahren. Ich bin nicht sicher, ob die Warn-App Schlimmeres verhindert. Es gibt immer wieder Leute, wie in Göttingen, die sich über einfache Regeln hinwegsetzen. Daher – lieber weiterhin Disziplin, Abstand halten und Maske tragen. Das ist der beste Schutz – Jake Frood aus Bad Fallingbostel

Alles was man dafür tun kann, eine zweite Corona-Welle zu verhindern, ist auf jeden Fall richtig und wichtig. Es ist entscheidend, dass wir jetzt Disziplin bewahren. Wir haben relativ wenig Infizierte und können mit einer Lockerung entsprechend umgehen. Ich glaube, die Dunkelziffer ist wesentlich größer, als wir wissen. Ich werde mir sicherlich die entsprechende App runterladen. Es ist noch alles sehr neu, aber wenn es der Sache dient, sollte man sie nutzen. Zur Pflicht würde ich es nicht machen, China ist ein anderer Staat. Bei uns sollte die eigene Disziplin im Vordergrund stehen. Der Umgang mit der Pandemie ist entscheidend. Hier ist Eigenverantwortung gefragt – Mathias Hogrefe aus Walsrode

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