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Wenn Posing zum Erfolg gehört

13. November 2016

Internationaler Großer Preis von Norddeutschland (NAC) in Bad Fallingbostel

Mit Fanblöcken und lautstarkem Bejubeln verbindet man im Sport vor allem Fußball auf WM- oder Länderebene. Dass Fans und Unterstützer ihre Favoriten in den Bereichen Fitness und Bodybuilding aber ebenso anfeuern und mitfiebern, zeigte am Samstag, den 5. November, der Internationale Große Preis von Norddeutschland. Der deutsche Ableger des National Athletic Comitee trug den Wettkampf zum vierten Mal in Bad Fallingbostel aus.

Bereits um zwei Uhr am Nachmittag, eine Stunde vor dem offiziellen Beginn, waren fast alle Sitzplätze der Kurhalle belegt und selbst an den Stehtischen herrschte Gedränge. Unter den Gästen fanden sich blockweise Unterstützer, Trainer und Vorbereiter einzelner Athletinnen und Athleten. Ebenso kamen viele sportbegeisterte einfache Fitnesskunden mit, die eine große Verbundenheit mit „ihrem“ Fitnessstudio zeigten. Während der einzelnen Line-Up-Phasen sowie während des Pflichtposings kam es immer wieder zu lautstarken Einwürfen, die den jeweiligen Favoriten auf der Bühne vor der Jury anspornen sollten. Wie förderlich das war, sei dahingestellt. Es roch nach Schweiß und Tanning, jenem Anstrich, mit dem die Wettkämpfer sich buchstäblich in letzter Minute den rechten Teint zufügen. Alles sah leicht und locker aus, es herrschte fast Spitzensport-Atmosphäre.

Doch ein Athlet, der nach einem Krampf abbrechen musste, zeigte, wie fragil die ganze Wettkampfsituation doch war, auf die zum Teil jahrelang hingearbeitet worden war. Vor allem in den letzten Wochen und Tagen vor dem Wettkampf wurden Kohlenhydrate und Wasseraufnahme im Rahmen strenger Diät derartig heruntergefahren, dass ein Muskelkrampf im insgesamt fast zehnminütigen Posing im engen Rahmen der Möglichkeiten lag. Wenn dann noch eine Kür zu beißender Rockmusik hingelegt wurde, die auch musikchoreographisch Konzentration und Selbstbeherrschung verlangte, war einem klar, dass zum In-Szene-Setzen einer Fitness- oder Athletic-Figur eiserne Selbstdisziplin gehört. „Wenn unsere Athletin heute ihren Pokal geholt hat, darf sie ungescholten ihrem Heißhunger auf deftiges Essen nachgeben“, sagte einer der Vorbereiter am Rande der Veranstaltung auf Anfrage des Wochenspiegels. „Nach dem Pokal gehen wir auf Fast Food“, legte er nach. Was für manchen Zeitgenossen nach einem Scherz anmutet, ist ein ehrlicher Einblick in das Befinden der Bodybuilder auf der Bühne. Insbesondere ein Vorbereiter behält die Wochen vor dem Wettkampfauftritt in Tagesabläufen streng im Blick. Gegessen wird in dieser Zeit eher nicht, was schmeckt, sondern eben das, was neben einem gelungenen Posing zum Erfolg führt.

Die Athleten starteten in den Klassen Newcomer, Men’s Physique, Bikini Shape over 30. Athletik I und II, Junioren, Bikini Shape, Body over 50 und 40, Frauen Figur und Body Männer. Danach folgten Siegerehrungen der einzelnen Klassen und das Stechen um den Gesamtsieg.

(zim)

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