Wen würden Sie gern als Bundespräsidenten haben wollen?

12. Juni 2016

Joachim Gauck dankt nach Ende seiner Amtszeit ab

„Ich möchte für eine erneute Zeitspanne von fünf Jahren nicht eine Energie und Vitalität voraussetzen, für die ich nicht garantieren kann.“ Mit diesen Worten bekundete Bundespräsident Joachim Gauck, dass er für eine zweite Amtszeit nicht infrage kommt. Ihm sei bewusst, dass die Lebensspanne zwischen dem 77. und dem 82 Lebensjahr eine andere ist, als die, in der er sich jetzt befinde. Nun zeichnet sich für seine Nachfolge eine monatelange komplizierte Suche ab. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) deutete an, dass dies bis zum Herbst andauern dürfte. „Wir haben ja zwei Landtagswahlen auch noch zu bestehen“, sagte sie mit Blick auf die Abstimmung in Mecklenburg-Vorpommern am 4. September und in Berlin am 18. September. Gespräche würden nicht nur zwischen CDU und CSU geführt, sondern auch darüber hinaus. Gauck hatte zuvor – wie bereits erwartet – angekündigt, er bewerbe sich 2017 aus Altersgründen nicht mehr um das Amt. Der 76-Jährige sagte, die Entscheidung gegen eine zweite Amtszeit bis 2022 sei ihm nicht leichtgefallen. Er betonte: „Unser Land hat engagierte Bürger, und es hat funktionierende Institutionen.

Der Wechsel im Amt des Bundespräsidenten ist in diesem Deutschland daher kein Grund zur Sorge. Er ist vielmehr demokratische Normalität – auch in fordernden, auch in schwierigen Zeiten.“ Als mögliche Nachfolger genannt werden Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), aber auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) oder Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). CDU und CSU wollen aus taktischen Gründen kurz vor der Bundestagswahl im Herbst 2017 keinen gemeinsamen Kandidaten mit SPD oder Grünen präsentieren.


Wenn er die nächste Amtszeit antritt und fünf Jahre bleibt, ist er über 80 Jahre, da geht keiner mehr arbeiten. Ich selbst habe es auch ausgenutzt und bin mit 64 in Rente gegangen. Er hat ein besonderes Charisma und eine authentische Ausstrahlung. Er ist ein vernünftiger Mensch mit dem gewissen Etwas, der das Land nach außen gut vertritt. Wenn wir mehr solche Sympathieträger in der Regierung hätten, gäbe es auch keine Politikverdrossenheit. Von der Leyen als Nachfolger geht gar nicht. Es wird schwer, jemanden zu finden – Karl-Heinz Pralle aus Walsrode


Es ist richtig schade, dass er aufhört. Ich kann mir keinen besseren Bundespräsidenten vorstellen, weil er seine Sache sehr gut gemacht hat. Er ist authentisch und das war sein Vorgänger nicht. Es ist nicht so, dass man nach älteren Männern suchen muss, aber sie haben einfach die Reife. Es kann nicht jeder. Es ist durch Gauck eine gewisse Ruhe eingekehrt und das brauchen wir. Die Streitereien zwischen den Parteien will keiner mehr hören, vergiftet die Atmosphäre und bringt uns nicht weiter. Gauck ist einer, der vorausschaut – Ute Bachert aus Neuenkirchen


Es gibt keinen, den ich empfehlen würde. Gauck ist souverän und ein guter Redner. Er hat die Interessen der Bundesrepublik einwandfrei vertreten. Dass er aufhört, ist schon schade, er hat aber auch sein Alter, und das muss man akzeptieren. Ich möchte mit Sicherheit auch nicht so lange arbeiten gehen. Gauck ist in der Welt gut angesehen und es gab keine negativen Schlagzeilen. Seine Argumente sind korrekt. Wer weiß, was mit 80 Jahren ist. Steinmeier mag ein guter Politiker sein, aber kein Kandidat als Bundespräsident – Helmut Lindenblatt aus Walsrode

 


Ich findet es schade, dass Gauck aufhört. Ich hätte ihn gerne noch fünf Jahre auf dem Posten gesehen. Aber wenn er meint mit 76 Jahren ist Schluss, muss man das akzeptieren. Es sind vorrangige Belange. Er hat sich gut bewährt. Seine Festreden sind sehr bestimmt, da gab es schwächere Präsidenten. Auch einen Skandal kann man ihm nicht nachsagen. Meine Favoritin als Nachfolger wäre Ursula von der Leyen. Die finde ich als Präsidentin besser aufgehoben, als bei der Bundeswehr. Steinmeier sollte man dort lassen, wo er ist – Erwin Heuchert aus Wenzingen 


Es ist schwer, für den Mann einen Nachfolger zu finden. Auf alle Fälle ist er sehr menschlich und aufgeschlossen. Eine ähnliche Person muss erst in seine Fußstapfen treten und muss vorweg gehen. Er hat eben auch die andere Seite im Osten erlebt und dadurch viel menschlichen Kontakt gehabt. Der Nachfolger muss nicht nur gut reden können, sondern muss auch präsent sein. Noch ist Zeit, jemanden vorzuschlagen, aber egal wen man nimmt, sie sind im Moment alle in der Kritik. Da können die Personen nichts für, es ist die allgemeine Politikverdrossenheit – Peter Mahnke aus Walsrode  


Der Nachfolger von Gauck müsste genauso auftreten wie er. Vor allem was Gauck gesagt hat, hatte Hand und Fuß. Ich finde es korrekt, dass er mit 76 Jahren aufhören möchte. Er fühlt sich zu alt und das kann man verstehen. Seine ruhige, besonnene Art kam auch im Ausland sehr gut an. Ich kann mir Frank Walter Steinmeier als sein Nachfolger vorstellen, aber Ursula von der Leyen auf keinen Fall. Gauck ist ein sympathischer Mensch mit vernünftigen Ansichten und gutem Auftreten gegenüber jeder Partei – Karl-Heinz Eggerling aus Walsrode



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