Welchen Wert hat für Sie der Muttertag? Halten Sie Überraschungen parat?

9. Mai 2021

Der „Muttertag“, der „Tag zu Ehren der Mutter“, wird in Deutschland seit 1922 gefeiert.

Sie ist Ersthelfer und Krankenschwester im Notfall bei Verletzungen, Blessuren oder Infektionen. Sie ist Reinigungskraft und Zugehfrau eines kleinen mittelständigen Familienbetriebs. Sie ist Bürokraft, die nicht nur die Ablage erledigt, sondern auch die Finanzen im Blick hat und Überweisungen tätigt. Sie ist Wäscherei-Fachkraft, Köchin, die auch zuständig fürs Einkaufen, Abwaschen und Eindecken ist. Sie ist Nachhilfelehrerin, Streitschlichter, Eventmanagerin auf Geburtstagen sowie Seelsorger bei Liebeskummer von Pubertierenden und vieles mehr – und das 365 Tage im Jahr, 24 Stunden täglich. Einen gelben Krankenschein gibt es für sie leider nicht. Und wenn dieses Allroundtalent, diese Superwoman, ein Formular ausfüllt und dabei ihren Beruf angeben muss, steht da schlicht und einfach: „Hausfrau und Mutter“! Viel zu wenig wertgeschätzt wird in vielen Augen dieser Fulltime-Job. Daher ist es nicht verwunderlich, dass ein besonderer Tag im Jahr der Mutter gewidmet wurde, obwohl es ja heißt: „Es müsste eigentlich jeder Tag Muttertag sein!“

Die Tradition dieses Tages ist aus den USA in die westliche Welt gekommen. Viele nennen diesen Tag auch „den größten Feiertag für Gärtner und Floristen“. Die Begründerin des Tages, die Methodistin Anna Marie Jarvis, veranstaltete bereits am 12. Mai 1907, dem Sonntag nach dem zweiten Todestag ihrer Mutter, ein Memorial Mother Day. Im darauf folgenden Jahr ließ sie 500 weiße Nelken zum Ausdruck ihrer Liebe zu ihrer verstorbenen Mutter vor der örtlichen Kirche an andere Mütter austeilen. Mit steigender Verbreitung und Kommerzialisierung des Muttertags wandte sie sich aber von der Bewegung ab und bereute, diesen ins Leben gerufen zu haben.

Der Muttertag ist für mich bedeutungslos, weil ich möchte, dass meine Kinder immer an mich denken, nicht nur an dem Tag. Ich habe zu meinen drei Kindern ein gutes Verhältnis. Wir unternehmen oft etwas zusammen und telefonieren. Sie leben in Bremen und sind nicht aus der Welt. Wenn die Kinder daran denken und anrufen, freue ich mich auch. Meine Mutti hat früher Sammeltassen gesammelt und bekam immer eine zum Muttertag geschenkt. Ich habe sie leider viel zu früh verloren. Es ist aber eher der Geburtstag, an dem ich an sie denke. Der Ursprung des Muttertags ist auch fraglich. Von daher gebe ich nichts drauf. Die Angebote und der „Hype“ um den Muttertag gefallen mir gar nicht, und meine Kinder lehnen es auch rigoros ab – Marianne Nieber aus Walsrode

Den Muttertag an sich finde ich gut. Den könnte man einmal im Monat machen. Außerdem sollten die Mütter an dem Tag eine Prämie vom Staat bekommen. Es gibt kaum andere Personen, die mehr leisten als Mütter. Sie vereinen mehrere Berufe in einem und das 365 Tage im Jahr und müssen immer gut drauf sein. Krank feiern können sie nicht. Der Job der Mutter wird immer noch unterschätzt und bekommt nicht die Anerkennung, die er verdient. Von daher ist so ein Muttertag wichtig, um die Mutter hochleben zu lassen. Den Obolus, den sie vom Staat für die Kinder erhält, ist ein Witz. Es wäre natürlich schön, wenn die Familie die Mutter wenigstens an dem Tag verwöhnt – Michael Pfingsten aus Walsrode

Bei uns im Blumenladen geht es bereits am Montag mit den Vorbereitungen los. Bis Donnerstag läuft es noch normal, der Freitag und Sonnabend sind die Hauptgeschäftstage. Es wird alles gerne gekauft – frische Schnittblumen, Gestecke, Topfpflanzen, fertige Sträuße oder Dekoartikel. Es wird auch keine bestimmte Farbe favorisiert, wie am Valentinstag, wo die Farbe rot dominiert. Meine Mutti bekommt auch jedes Jahr Blumen von mir – selbst gesteckt natürlich. Mein Sohn wird elf Jahre alt und von ihm gibt es immer schön gemalte Bilder. Über diese Kleinigkeiten freue ich mich sehr. Bei der Schwiegermutter sind wir zum Frühstück eingeladen und bei meiner Mutti zum Kaffee – Jessica Basse aus Schneverdingen

Wir haben eine Tasse gekauft, auf der steht „Beste Mama der Welt!“. Ich möchte, dass Mama an dem Tag länger im Bett liegen bleibt und wir ihr den Kaffee in der Tasse ans Bett bringen. Wir decken den Frühstückstisch mit roten Herzen, und Papa holt Brötchen. Dann frühstücken wir gemeinsam und machen anschließend einen Tagesausflug. Damit überraschen wir Mutti. Sie ist immer offen, um Neues hier in der Gegend kennenzulernen. Es ist ein besonderer Tag, aber man sollte auch jeden Tag an die Mutti denken und dankbar sein, dass es die Eltern gibt – Chayen Forshaw aus Oerbke

Man kann die Leistung der Hausfrau und Mutter nicht hoch genug einschätzen, weil sie in gesellschaftlicher Hinsicht unentgeltlich einen wesentlichen Beitrag für den Staat übernimmt. Leider wurden ihre Aufgaben Mitte des letzten Jahrhunderts systematisch runtergespielt, um neue Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt zu finden, besonders im Niedriglohnbereich. Man hat den Frauen eingeredet, nicht berufstätig zu sein, würde ihre Emanzipation behindern. Das ist nicht richtig, denn Emanzipation geschieht im Kopf und nicht bei der Arbeit. Meine Wertschätzung ist sehr hoch. Ich werde am Sonntag für meine Partnerin kochen. Es gibt Fisch und Spargel – Hardi Meier aus Walsrode

Ich finde es wichtig, die Dankbarkeit für die Kindheit und „Nestnähe“ auszudrücken. Meine Mutter gehört noch zur Kriegsgeneration, die viel mitgemacht, viel entbehrt und uns Kinder doch viel gegeben hat. Ich spüre oft die Dankbarkeit meiner Mutter für kleine Dinge, die keinen Wert auf höher, schneller, weiter legt. Die Generation lebt nachhaliger und ist dankbarer. Wir besuchen unsere Mütter und trinken gemeinsam Kaffee. Blumen gehören auch für mich dazu. Für mich ist jeder Tag Muttertag, nicht nur einmal im Jahr. Das wäre mir zu wenig, daher schicke ich öfter mal eine Karte. Meine Tochter ist auch so, und wir freuen uns über selbst gemachte Kleinigkeiten – Ute Starosky aus Hodenhagen

Schlagworte:




Comments are closed.

Back to Top ↑