Welchen Stellenwert hat für Sie das Ehrenamt?

18. September 2016

In Deutschland gehen mehr als 23 Millionen Menschen einer ehrenamtlichen Tätigkeit nach

Sie versorgen alte und kranke Menschen in Pflegeheimen und arbeiten als Feuerwehrleute oder in Hilfsorganisationen. Nicht zu vergessen die zahlreichen Ratsmitglieder, die sich in der Region, Landkreisen und Kommunen für die Allgemeinheit engagieren.

Heute engagieren sich 36 Prozent aller Deutschen im Alter von über 14 Jahren freiwillig für das Gemeinwesen. Ihre Motive und Erfahrungen sind dabei so vielfältig wie die Aufgaben, die sie übernehmen. Viele ehrenamtlich Tätige kommen aus der gesellschaftlichen Mittelschicht, sind berufstätig und gut ausgebildet. In kleineren Gemeinden engagieren sich oft größere Anteile der Bevölkerung. In Berlin üben Studien zufolge gerade einmal 19 Prozent der über 14-jährigen Einwohner eine ehrenamtliche Tätigkeit aus.  Migranten sind in Ehrenämtern leider immer noch eher unterdurchschnittlich repräsentiert.

Die Gründe für ein freiwilliges Engagement sind natürlich individuell und persönlich. Dazu gehören vor allem der Spaß an der jeweiligen Tätigkeit, die Chance, etwas für das Gemeinwohl zu tun und sein Umfeld zumindest im kleinen Rahmen mitzugestalten, sowie die Gelegenheit, den eigenen Horizont zu erweitern und neue Fähigkeiten zu erlernen. Vor allem junge Menschen bewegt oft der Wunsch, etwas gemeinsam mit anderen zu erleben und sich dabei vielleicht auch weiterzubilden.

Die Älteren möchten eher ihre Kenntnisse an andere weitergeben und auch nach der Berufstätigkeit einer sinnvollen Aufgabe nachgehen. Nur wenn möglichst viele Menschen dafür gewonnen werden können, gesellschaftliche Aufgaben zu übernehmen, wird es langfristig möglich sein, ein breites Spektrum an Freizeit-, Kultur-, Gesundheits- und Pflegeangeboten zu sichern.

Ich bin im Kirchenamt Düshorn ehrenamtlich tätig, ab und an im Tierheim Hodenhagen, wo ich Hunde ausführe und Käfige säubere, aber ich war auch schon im DRK Altenheim tätig und habe mit den älteren Herrschaften Gymnastik gemacht. Ohne Ehrenamt würde nichts laufen. Mit nur ehrenamtlich Tätigen könnte hingegen eine Gemeinschaft autark entstehen. Durch das Ehrenamt bekommen Mittellose mal kostenlose Speisen oder man kann selbst gratis an Veranstaltungen teilnehmen. Es macht einfach Spaß. Mal gibt es eine Urkunde oder eine Tasse mit der Aufschrift „Bärenstarke Hilfe!“ – Adrian von Bedaf aus Düshorn-Beetenbrück

Noch haben wir keine Zeit fürs Ehrenamt, aber später werden wir schon tätig. Ich würde gerne bei der Blutspende Kaffee ausschenken oder bei der Tafel helfen. Ich gehe selbst zum Blutspenden und weiß, dass es dort ohne die Ehrenamtlichen nicht funktionieren würde. Teilweise ist die Tätigkeit zu wenig anerkannt. Doch die Nächstenliebe, die dahintersteht, ist wichtig. Etwas für andere tun, sollte einem selbst aus dem Herzen kommen. An was will man sonst Anerkennung festmachen? – Gritta Menzel-Eisen aus Walsrode

Ohne Ehrenamt geht gar nichts mehr! Was den Seniorenbeirat betrifft, gibt es gute Unterstützung seitens der Stadt. Neben dem Seniorenbeirat bin ich als Vorsitzender beim SoVD und als zweiter Kreisvorsitzender tätig. Wie bei allen Ehrenämtern, haben auch wir mit Nachwuchssorgen zu kämpfen, das ist das große Problem. Keiner ist mehr bereit, Zeit zu opfern. Die Ehrenamtskarte habe ich nicht. Ich mache es, weil ich es wichtig und gut finde. Es ist schwer, die Jugend zu animieren, die laufen lieber ihren Pokémons hinterher. Wir versuchen es durch das Projekt „Jung hilft Alt und Alt hilft Jung“ – Dieter Burmester aus Visselhövede

Ich habe immer ehrenamtlich gearbeitet. In der Kirchengemeinde mit Kindern beim Ferienprogramm und ich habe ehrenamtlich Reitunterricht gegeben und ein Ponyprojekt gestartet. Ich finde, glückliche Kinder und ein Lächeln von ihnen ist mehr Wert als Geld. Es ist in Ordnung für mich. Ich finde das Ehrenamt sehr wichtig. Es kann nicht alles bezahlt werden. Eltern und ihre Kinder haben oft nicht viel Geld. Die Eltern der kleinen Reiter bedanken sich immer besonders und backen manchmal einen Kuchen – Natascha Kuhr aus Krelingen

Im Moment bin ich beruflich sehr eingespannt. Ich weiß nicht, ob sich meine Einstellung zu manchen Dingen und dass man sich für manche Sachen einfach mehr Zeit nimmt, im Laufe der Jahre ändert. Es ist nicht so, dass es mich nicht interessiert, aber es gibt im Moment keinen Bereich, auf den ich mich fokussiere. Wenn, dann werde ich im Tierbereich ehrenamtlich tätig. Das Ehrenamt finde ich wichtig, weil Leute dazu beitragen, bestimmte Bereiche aufrecht zu halten. Den Menschen gegenüber bin ich dankbar, weil wir alle davon profitieren, dass es besser wird – Severin Klusmann aus Bomlitz

Ich war 25 Jahre ehrenamtlich bei Germania tätig. 15 Jahre davon habe ich jeden zweiten Sonntag den Verkaufswagen geschoben und die kleinen „Steppkes“ mit Heinz Riekenberg trainiert. Ich bedauere sehr, dass die heutige Jugend nicht mehr so aktiv ist. Ohne Ehrenamt geht es aber nicht. Wenn es so weitergeht, sehe ich für die Vereine schwarz. Bei meinem Ausscheiden habe ich mir lediglich eine Eintrittskarte auf Lebenszeit gewünscht, um den Verein nicht finanziell zu belasten. Die Eltern der Kinder sollten sich mehr engagieren – Peter Gross aus Walsrode 

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