Welchen Stellenwert hat der Tag der Deutschen Einheit für Sie?

2. Oktober 2016

Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 formal abgeschlossen

Einfach nur ein freier Tag zum Ausruhen und „Chillen“ oder ein Tag für einen Familienausflug, oder besucht man doch eine der Veranstaltungen zum Tag der Deutschen Einheit? Auf jeden Fall, wer damals dabei war, hat etwas zu erzählen. Egal ob vor dem Fernseher oder live vor dem Brandenburger Tor in Berlin oder durch Verwandte, die damals einfach nicht aus der ehemaligen DDR ausreisen durften. Unglaublich, unfassbar klingt das heute in den Ohren der neuen Generation.

Wir feiern am Montag, den 3. Oktober, den Tag der Deutschen Einheit. Das ist historisch-politisch unser wichtigster Feiertag. Denn durch ihn wird an das Wiedervereintsein der einst getrennten beiden deutschen Staaten erinnert. Die Vereinigung war allerdings nicht nur bedeutsam für die Geschichte Deutschlands, sondern sie wurde auch zum Symbol für das Ende des Kalten Krieges und für das Zusammenwachsen der europäischen Staatengemeinschaft. Die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür, dass aus den zwei deutschen Staaten erneut einer wurde, schuf die Volkskammer der DDR am 23. August 1990: Sie beschloss zum 3. Oktober des gleichen Jahres, dem Geltungsbereich des Grundgesetzes beizutreten.

Die Wiedervereinigung wurde dann tatsächlich am 3. Oktober 1990 formal abgeschlossen: Das war der Tag, an dem die DDR offiziell der BRD beigetreten ist. Somit war nach 45 Jahren Trennung die staatliche Einheit Deutschlands rückgängig gemacht worden. Im Zuge dessen wurden Ostberlin und Westberlin wiedervereint: Berlin galt nicht mehr als Besatzungszone und ist seit dem ersten Tag der Deutschen Einheit die Hauptstadt der BRD und eins der aktuell 16 Bundesländer. Die fünf anderen neuen Bundesländer sind – von Nord nach Süd – Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Am 20. Juni 1991 wurde festgelegt, dass Berlin in Zukunft der Sitz von Bundesregierung und Bundestag sein soll.

Ich bin ursprünglich aus Berlin und bin acht Tage nach der Grenzöffnung mit meinem Mann hingefahren, um unsere Jugendfreunde aus der DDR zu treffen. Es war Wahnsinn! Schon 14 Tage vorher bekamen wir Post von einem Freund, der versteckt schrieb: „Es brodelt in allen Ecken, die Küche steht Kopf!“ Am Tag der Einheit kommen die Erinnerungen wieder hoch. Es war sagenhaft. Als die Mauer gebaut wurde, war ich bereits in Hamburg. Nun wohne ich seit 50 Jahren in Walsrode. Ich habe ein Stück von der Mauer aufbewahrt – Ingrid Bretschneider aus Walsrode 

Es war ein guter Tag. Es wurde zwar viel versprochen, aber wenig gehalten, aber es ist alles gut ausgegangen. Am Anfang hat man das nicht erwartet, sondern mit mehr Widerstand gerechnet. Aber es ist gut so, wie es ist und man ist um viele nette Erfahrungen reicher. Die Menschheit sollte lernen, dass man Konflikte friedlich lösen kann. Der Gedenktag ist eine Erinnerung und Mahnung für die folgenden Generationen, die lernen können, dass Frieden besser als Krieg ist. Der Tag ging ohne Verletzte vonstatten. Der 3. Oktober ist für uns ein Familientag – Helmut Brase aus Walsrode 

Es ist einfach ein freier Tag, an dem wir spontan, je nachdem wie das Wetter mitspielt, etwas unternehmen werden. Damals haben wir den ganzen Tag am Fernseher gesessen und Gänsehaut gehabt. Es ist gut und schön, man hat sich gefreut für die Bürger. Wir sind dann mit den Kindern hingefahren und haben eine „Grenztante“ in Lüchow-Dannenberg besucht. Es war sehr spannend und so haben unsere Kinder Geschichte live erlebt. Es ist wichtig, dass der Tag nicht vergessen wird. Er sollte auf jeden Fall in Erinnerung bleiben – Isa Tolle aus Rotenburg

Ich muss an dem Tag von 7 bis 18 Uhr an der Tankstelle in Walsrode arbeiten. Ich habe damals nicht dort gelebt und habe auch keine Verwandten dort. Es ist für mich ein normaler Tag. Trotzdem ist es damals schon ein Ereignis gewesen. Ich habe es damals im Fernsehen verfolgt. Die Bilder gehen einen nicht mehr aus dem Kopf. Es war schon etwas ganz besonderes, die Menschen jubeln zu sehen und wie sie auf die Mauern geklettert sind, das war schon toll. Der Tag sollte als Gedenktag beibehalten werden und gerade junge Leute an die Geschichte erinnern – Rolf Riemer aus Bomlitz

Ich war damals als Schichtarbeiter auf der Arbeit bei Wolff. Auf einmal ging es im Werk herum: „Die Grenze ist offen!“ Abends habe ich es dann im Fernsehen gesehen, wie die ersten mit dem Trabi rüber kamen und wie die Menschen jubelten. Am Anfang dachte ich, dass die Nerven durchgehen und jemand anfängt zu schießen. Doch dann standen sie auf der Mauer. Ich bin stolz auf die Wiedervereinigung. Es waren viele Menschen, die raus und auch in andere Länder reisen wollten. Ich habe meinen Nationalstolz. Der Tag bedeutet etwas, das erlebt man nicht wieder – Horst Dierks aus Walsrode

Am 3. Oktober bin ich bei meinem Enkel in Hannover. Er fängt dort ein BWL-Studium an. Wir werden schön Essen gehen und uns alles angucken. Als sich damals die Grenze öffnete, sind wir nicht hingefahren. Wir haben es im Fernsehen verfolgt. Mir kamen die Tränen bei den Bildern. Es ist schon toll, dass es damals gewaltlos ineinander überging. Es ist ein wichtiger Tag, den man nicht vergessen wird. Damals waren es auch „Flüchtlinge“, aber mit unserer Kultur. Heute haben wir auch wieder Flüchtlinge, denen man unbedingt helfen muss – Inge Riemer aus Bomlitz

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