Welche Sitten und Bräuche pflegen Sie zu Weihnachten?

23. Dezember 2018

Weihnachtsbräuche und Traditionen machen das Christfest erst zu dem, was wir mit ihm verbinden.

Die jährlich wiederkehrenden Traditionen erinnern uns an die Besonderheit des Festes und lassen uns in Nostalgie schwelgen. Für 80,8 Prozent der Deutschen gehört ein festlich geschmückter Weihnachtsbaum einfach zum Weihnachtsfest dazu. Dagegen will nicht einmal jeder zweite Deutsche an Weihnachten in die Kirche gehen. Aber die Weihnachtszeit ist auch eine tolle Zeit für Familien. Spätestens wenn die Geschäfte zu Heiligabend endlich geschlossen sind, kann man beginnen, die heiligen Stunden zu genießen. 90 Prozent aller Gänse und Enten kommen übrigens im November und Dezember bei uns auf den Tisch. Bei gut jedem Dritten (36 Prozent) gibt es traditionell Würstchen und Kartoffelsalat auf den Tisch. Geflügel ist bei 27 Prozent der Deutschen Teil des Festessens.

In England dagegen werden die Wohnzimmer mit Girlanden geschmückt, wie bei uns an Silvester oder zum Fasching. Der 24. Dezember ist der Tag, an dem herrlich getafelt wird. Traditionell gibt es einen gefüllten Truthahn und Plumpudding. Und auf jedem Teller liegt ein lustiges Hütchen, eine Tröte und Luftschlangen. Im Plumpudding wird eine Münze versteckt und wer diese findet, hat einen Wunsch frei. „Father Christmas“ kommt, wenn alle schlafen, durch den Schornstein und befüllt die Socken und Strümpfe. So bekommen die Kinder am 25. Dezember ihre Geschenke. Am besten haben es die Kinder in Frankreich, die gleich zweimal beschenkt werden. Am 24. Dezember beginnt der Abend mit einem richtigen Festmahl. Mit vollem Bauch und gut gelaunt geht es zur Mitternachtsmesse in die Kirche. Und genau in dieser Zeit kommt zum ersten Mal „Père Noël“, um in den Schuhen der Kinder kleinere Geschenke zu platzieren. Der fleißige „Père Noël“ kommt am 25. Dezember noch einmal, dann findet die richtige große Bescherung statt.

Der Weihnachtsmann ist wichtig für meine sechs und zwölf Jahre alten Jungs. Wir feiern mit der großen Familie Heiligabend und den ersten Weihnachtstag zusammen. Als Krankenschwester muss ich Weihnachten auch arbeiten. Den Weihnachtsbaum haben mein Mann und die Kinder schon in der Woche geschmückt. Der bunte Teller unter dem Baum ist Tradition. Eigentlich gibt es sonst immer Gänsebraten, aber dieses Jahr hat mein Sohn sich Raclette gewünscht, das macht vieles einfacher. Vor dem Essen kommt der Weihnachtsmann, und das erste Mal werden wir um die Geschenke würfeln – Jessica Dageförde mit Nichte Lia aus Walsrode

Wir sind zum ersten Mal bei unseren Kindern eingeladen. Da ihre Kinder erst vier und ein halbes Jahr alt sind, ist es entspannter. Wir essen traditionell Hochzeitssuppe, Ente und Schweinefilet mit allem, was dazugehört. Jeder bringt etwas mit. Meine Schwiegertochter kümmert sich um den Nachtisch und die Freundin meines Sohnes um die Gemüseplatte. Wir sind 13 Personen. Die Kinder schmücken den Baum. Am 1. Weihnachtstag sind wir bei meiner Schwägerin eingeladen und am zweiten Weihnachtstag, muss mein Mann arbeiten. Als Feuerwehrmann hat er eben auch Schichtdienst – Kerstin Marquardt aus Altenboitzen

Weihnachten feiern wir mit der Familie. In Deutschland sind wir 12 Personen, in Polen kommen wir auf 30 bis 35 Personen. Da sind wir jeden Tag im Dorf woanders. Heiligabend feiert jede Familie für sich. Wir gehen zur Kirche und treffen uns dann in der Familie. Ich fahre alle zwei Jahre nach Polen. Dieses Jahr bleiben wir hier. Der Weihnachtsbaum wird kurz vorher geschmückt, aber der Baum draußen leuchtet schon die ganze Adventszeit. Traditionell essen wir Heiligabend Krapfen, auf jeden Fall fleischlos. Sobald die ersten Sterne am Himmel zu sehen sind, kommt der Nikolaus, vorher nicht – Przemyslaw Michalski aus Walsrode

Normalerweise gibt es bei uns Kartoffelsalat mit Würstchen und Frikadellen. Aber da alle dieses Jahr arbeiten müssen oder anderweitig unterwegs sind, bin ich alleine und esse Brötchen. Alleine zu kochen habe ich keine Lust. Der Baum steht, muss aber noch geschmückt werden. Wir haben seit drei Jahren einen richtigen Baum. Der wird bunt geschmückt und bekommt eine Spitze. Ich selbst muss auch bis mittags arbeiten. Am zweiten Weihnachtstag kommt meine Mutter zu Besuch und wir trinken Kaffee zusammen. Die Geschenke liegen unter dem Baum und können abgeholt werden – Sabine Bailey aus Walsrode

Unser Sohn kommt Heiligabend aus Halle-Saale zu Besuch. Wir gehen am 27. zum Utspann in Fallingbostel zum Essen. Heiligabend gibt es traditionell polnische Kohlrouladen mit Reis. Alkohol trinken wir nicht. Am ersten Weihnachtstag gibt es Entenkeule, Rotkohl und Knödel. Wir haben bereits eine kleine Nordmanntanne besorgt und verwenden immer echte Kerzen sowie alten Christbaumschmuck. Den gibt es gar nicht mehr zu kaufen. Wir gehen auch zur katholischen Kirche, wissen aber noch nicht, wann Gottesdienst ist. Geschenke gibt es auch. Was, wird aber nicht verraten – Rosemarie und Hans-Jürgen Wiechmann aus Bad Fallingbostel

Traditionell trifft sich die Familie Heiligabend und es wird gut gegessen und getrunken. Wir sind zu viert und am zweiten Weihnachtstag kommen wir mit 12 Personen zum Essen und Klönen zusammen. Jeder bringt etwas zum Essen mit. Wir packen aber keine Geschenke aus. Ein spezielles Gericht gibt es nicht, und ich weiß auch noch nicht, was ich Heiligabend koche. Der Baum wird einen Tag vorher geschmückt. Es ist immer ein großer Baum mit immer gleichem Baumschmuck. Da darf nichts verändert werden. Wir schenken nur den Kindern eine Kleinigkeit. Das hält sich aber alles in Grenzen – Angelika Schröder aus Walsrode

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