Welche Projekte verfolgen Sie beim zweiten Lockdown?

3. Januar 2021

Seit Mittwoch, 16. Dezember, steht das öffentliche Leben für die Deutschen bis zumindest 10. Januar 2021 weitestgehend wieder still.

Ein zweiter großer Lockdown wurde nötig, weil die Zahlen der Corona-Patienten in die Höhe schnellten. Die Zahl der Corona-Toten steigt ebenso sprunghaft wie die der Neuinfektionen, deren Kurve klar den Ansatz einer dritten Welle abzeichnet, obwohl die zweite noch nicht abgeebbt ist. Daher zogen die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin vor Weihnachten in Rekordzeit die Reißleine.

Private Treffen sind auf den eigenen und einen weiteren Haushalt und auf maximal fünf Personen beschränkt. Kinder bis 14 Jahre sind ausgenommen. Der Einzelhandel bleibt geschlossen. Ausnahmen gelten für Geschäfte, die den täglichen Bedarf decken. Dazu zählen: Lebensmittel-läden, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz- und Fahrradwerkstätten, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkäufe, Tierbedarf, Futtermittelmärkte und der Großhandel. Friseure und Co bleiben jedoch geschlossen.
Als Ausgleich hat die Bundesregierung ein gigantisches finanzielles Hilfspaket in Aussicht gestellt. Mit mehr als elf Milliarden Euro pro Monat will der Bund Unternehmen unterstützen, die vom harten Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie betroffen sind. Arbeitgeber werden dringend gebeten zu prüfen, ob Firmen durch Betriebsferien oder großzügige Homeoffice-Lösungen geschlossen werden können. Das Trinken alkoholischer Getränke im öffentlichen Raum wird untersagt. Bei Verstoß droht Bußgeld. Doch was unternimmt man zu Zeiten Coronas, wenn das öffentliche Leben stillsteht?

Unsere katholische Kirche Stankt Maria in Walsrode machte eine Aktion für Senioren ab 80 Jahre. Da packten wir Tütchen mit selbst gekochter Marmelade, einem weihnachtlichen Gruß, und ich habe ein Silben-Preisrätsel ausgearbeitet. 150 Päckchen mussten gepackt werden. Mein Mann half beim Schleife binden und mehrere Frauen beim Verpacken. Der Lockdown ist vernünftig. Da die Gesellschaft nicht hört, müssen wir runterfahren, um die Infektionszahlen wieder schnell in den Griff zu bekommen. Ich bin nicht für „hätte, wenn und aber“, das hilft uns nicht weiter. Jetzt ist es notwendig zu handeln. Die Entscheidung ist nicht einfach und egal wie die Politiker entscheiden, jeder meckert. Aber es ist, wie es ist und gut – Annelotte Puschmann aus Walsrode

Grundsätzlich habe ich das Glück, im Homeoffice arbeiten zu können. Auch bereits vor dem Lockdown war es mir freigestellt, im Büro oder von zuhause arbeiten zu können. Daher verspüre ich keinerlei Einschränkung, was den Arbeitsbereich betrifft. Den ersten Lockdown, während des sommerlichen Frühlings, haben wir genutzt, um im Garten eine Außenterrasse und einen Pool zu bauen. Nun, während des zweiten Lockdowns, nahmen wir uns Projekte im Haus. Wir haben vor Weihnachten einen neuen Fußboden verlegt und Wände gestrichen. Ich kann den Lockdown voll nachvollziehen und finde, dass der zweite zu spät kam. Ich kann verstehen, dass es aus wirtschaftlicher Sicht sehr schmerzhaft ist, aber die Gesundheit und das Allgemeinwohl gehen vor. Daher ist die Entscheidung der Regierung richtig – Florian Dahms aus Berlin

Bei uns war es bis vor Kurzem für mich noch möglich, zu arbeiten. Doch nun bin ich als Reinigungskraft freigestellt worden. Es ist nur noch eine kleine Ecke eines Cafés, das betrieben wird, und da lohnt es sich nicht, eine Reinigungskraft einzusetzen. Das erledigen die Verkäuferinnen selbst. Ich kümmere mich in der Zeit um das Fahrzeug meines Vaters, räume im Wagen auf und machen ihn sauber. Auch im Haushalt findet sich immer etwas an. Ich koche gerne und viel alte Familienrezepte, gute Hausmannskost, Chili con Carne oder Spaghetti-Bolognese – alles gut und günstig. Ich probiere aber auch gerne neue Gerichte aus. Bezüglich des Lockdowns finde ich, dass es hier um die eigene Gesundheit geht. Wenn es heißt, zu Hause bleiben, dann ist es so. Es tut ja keinem weh – Adrian Cass aus Bad Fallingbostel

Mein Projekt ist es, den Gedanken nach vorne zu bringen, dass die Menschen aktiv die Krise meistern. Der Lockdown ist richtig, und wir müssen die Einschränkungen positiv begleiten. Es ist das probate Mittel, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Diese Anweisungen leben davon, dass sie von der Bevölkerung befolgt werden. Das ist nicht deutlich und klar genug seitens der Regierung ausgedrückt worden. Aber die Regierung hat auch keinerlei Unterstützung von den Medien bekommen. Die haben immer die wirtschaftliche Seite der Pandemie aufgezeigt, statt deutlich Partei zu beziehen. Es wurde einfach nicht ernst genommen. Wir müssen gemeinsam das Ziel anpacken. Deutschland wäre besser von vornherein mit massiven Maßnahmen durch die Krise gekommen, dann wären wir jetzt damit durch und hätten den Schlamassel nicht – Gustav Stegmann aus Delventhal

Als ehemaliger Pflanzenbiotechnologe bin ich froh, dass wir noch so relativ glimpflich davon gekommen sind! Unsere Autowerkstatt ist zwar geöffnet, aber wir haben seit dem 22. Dezember geschlossen und das ist gut so. Wir können zu zweit im neuen Jahr in der Werkstatt weiter an den Autos basteln. Doch vom gesunden Menschenverstand her, bleibt man lieber zu Hause. Der Lockdown musste sein, weil Freiwilligkeit nicht funktioniert. Die Regierung musste mit den Regeln des Lockdowns kommen, weil die Bereitschaft zur Kooperation nicht da ist. Das hat man beim Teil-Lockdown gesehen, deshalb häufen sich die Coronazahlen – Bari Özgül aus Hannover

Wir haben überhaupt keine Langeweile, weil wir uns im Garten unserer Kinder nützlich machen und da gibt es immer etwas zu tun. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Dann habe ich jede Menge Vanillekipferl zu Weihnachten, immer im Auftrag der Tochter, gebacken. Es kamen bestimmt 20 Bleche zusammen. Zuvor habe ich bei einer Bekannten den Quittenbaum abgeerntet und Quittengelee gekocht. Die sind für die Sternsinger gedacht, die das Gelee zugunsten ihres Projekts verkaufen. Es sind bestimmt 50 Gläser zusammen gekommen. Außerdem begleitet mein Mann unsere Enkeltochter beim „begleiteten Fahren“ nach Rotenburg zur Schule und zurück. Da er gerne Auto fährt, suchen wir uns immer weitere Ziele aus und verbinden sie mit Besuchen von Bekannten. Und außerdem lesen wir sehr gerne Biografien – Edeltraud Briesen aus Visselhövede

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