Welche Erinnerungen haben Sie an Ihren ersten Schultag?

18. August 2019

Tausende ABC-Schützen stürmten in Niedersachsen die Grundschulen.

Der „Ernst des Lebens“ begann, wie es so schön heißt! Versüßt mit dicken, großen Schultüten, die manchmal größer waren als die Schulanfänger. Die Eltern wollen ja nicht kleinlich wirken. Und wenn schon eine Tüte, dann auch eine kleinere fürs Geschwisterkind, damit es nicht all zu neidisch auf den großen Bruder oder die Schwester guckt.

Schon lange arbeiteten ältere Schüler an einem Programm, um die Erstklässler gebührend in der Aula mit einem Auftritt – Gesang, Sketch oder sogar einem kleinen Theaterstück – zu begrüßen. Mancherorts gibt es sogar Schulpaten, ältere Schüler, die je einen kleinen Schulanfänger an die Hand nehmen, ihm die Räumlichkeiten zeigen und sagen, wo es lang geht. Sie sind aber auch in den Wochen nach der Einschulung weiterhin für Fragen, Ängste und Nöte der Kleinen da. Eine tolle Einrichtung!
Sicherlich, die Schultüte gehört für die Kinder zur Einschulung dazu. Jedoch: „Eine Schultüte sollte keine Zuckertüte sein“, rät Henner Bunke, Präsident der Zahnärztekammer Niedersachsen, allen Eltern, Verwandten und Freunden der kommenden Erstklässler. Besser ist eine „zahngesunde Schultüte“, die auch Spielsachen, Hörbücher, eine Kinokarte oder einen Gutschein für einen Erlebnispark enthält. Zuckerfreie und zahnfreundliche Süßigkeiten sind natürlich auch erlaubt. „Die zahngesunde Schultüte ist ein kleiner, aber wichtiger Beitrag für eine gute Mundgesundheit bis ins hohe Alter. Denn vorbeugen ist besser als heilen!“, so Bunke.

Ich wurde in der Dorfschule in Stöcken eingeschult. In einem Raum wurden alle vier Klassen aller Altersstufen von einem Lehrer unterrichtet. Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Die Klassen in Rethem sind durch die Einzugsbereiche größer geworden. Unsere Enkel Alena und Till begleiteten wir zur Einschulung. Anschließend gab es zu Hause einen Umtrunk. Sie bekamen eine selbst gebastelte Schultüte mit Nützlichem und Süßem gefüllt. Die Verwandten schenkten Schulranzen und Spiele. Es wurde abgesprochen, wer was kauft – Heidrun Hogrefe aus Kirchboitzen

Es gibt viele Parallelen von meiner Einschulung zu der meiner Kinder. So haben wir immer bei Sonne im eigenen Garten feiern können. Wir hätten aber auch genügend Unterschlupfmöglichkeiten gehabt. In die Schultüten kamen nützliche Dinge wie Stifte, Wecker, Füller, Brotdose und Trinkflasche. Die Schultüte an sich war wichtig, nicht der Inhalt. Es gab immer zusätzlich genügend Süßigkeiten von den Verwandten und Bekannten. Wir haben immer ein Familienfest daraus gemacht. Meine Lehrerin war sehr nett. Wir haben damals einfache Ausflüge unternommen. Heute muss es mehr Action sein – Saskia Gruner aus Dorfmark

Zur Einschulung habe ich auch eine Schultüte bekommen. Ich wurde in Rheinsberg, ehemalige DDR, eingeschult. Da gab es das Kulturhaus mit einer großen Bühne, und der Direktor hat eine Rede gehalten. Alle Verwandten waren dabei. Jede Familie hatte einen Tisch für sich, und es wurde gemeinsam gefeiert. So lernte man sich gleich kennen. Man konnte leckeres Essen bestellten und wurde bedient. Ich bin immer mit meinen Freundinnen gemeinsam zur Schule gegangen. Da wurde man schnell selbstständig und man erlebte viel auf dem Schulweg. Heute werden viele Kinder von den Eltern zur Schule gebracht – Elke Heinemann aus Walsrode

Meine Einschulung im April 1955 verlief in Altenwahlingen ganz einfach, ohne Tamtam. Ich bin alleine von zu Hause mit der selbst gebastelten Schultüte losgelaufen. Alle Kinder von der ersten bis zur achten Klasse wurden von einem Lehrer unterrichtet. Später ging es nach Rethem. Da mussten wir bei Wind und Wetter fünf Kilometer mit dem Fahrrad fahren. Später wurden wir ab der 7. Klasse mit dem Bus eingesammelt. Heute werden viele Kinder von den Eltern einzeln mit dem Auto direkt zur Schule gefahren. Wir haben in Kirchboitzen eine hervorragende Grundschule mit allem, was nötig ist – Günther Hogrefe aus Kirchboitzen

Meine Einschulung war vor vier Jahren. Ich wurde in der Waldorfschule in Benefeld eingeschult. Auf meiner Schultüte war ein ICE, den hatte ich mir gewünscht. Es waren Nüsse, Süßes, Stifte und Anspitzer drin. Wir haben einen Paten aus der 9. Klasse bekommen. Wir haben stricken gelernt. Zu Hause haben wir mit Oma und Opa Kaffee getrunken und gegrillt. Zum Abschluss der 3. Klasse haben wir in der Schule das Handwerkerspiel vorgeführt und singen noch etwas zur Einschulung. Ich gehe gerne zur Schule. Ich habe nette Lehrer und Schulfreunde – Till Köwing aus Walsrode

Ich wurde vor zwei Jahren eingeschult. Am Anfang waren die Eltern mit in der Klasse. In der ersten Stunde mussten wir aufmalen, was wohl in der Schultüte ist. Ich hatte eine Fußball-Schultüte vom Kindergarten. Es waren Süßigkeiten, aber auch Schulsachen wie Stifte und Anspitzer drin. Meine erste Lehrerin hieß Frau Schlösser, nun habe ich Frau Müller. Beide sind sehr nett. Das zweite Schuljahr hat einen ABC-Rap aufgeführt, die 4. Klasse ein Theaterstück. Abends waren wir mit den Eltern, Großeltern und Paten Pizza essen. Ich gehe gerne zur Schule. Dieses Jahr kommt mein Bruder zur Schule – Florian Bode aus Eilendorf

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