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Welche Erinnerungen haben Sie an den Mauerfall?

29. September 2019

Welche Erinnerungen haben Sie an den Mauerfall?

Einfach nur ein freier Tag zum Ausruhen? Ein Tag für einen Familienausflug, oder besucht man doch eine der Veranstaltungen zum Tag der Deutschen Einheit? Auf jeden Fall, wer damals dabei war, hat etwas zu erzählen. Egal ob vor dem Fernseher oder live vor dem Brandenburger Tor in Berlin oder durch Verwandte, die damals aus der ehemaligen DDR nicht ausreisen durften. Unglaublich, unfassbar klingt das heute in den Ohren der neuen Generation. Wir feiern am Montag, den 3. Oktober, den Tag der Deutschen Einheit. Das ist historisch-politisch unser wichtigster Feiertag. Denn durch ihn wird an das Wiedervereintsein der einst getrennten beiden deutschen Staaten erinnert. Die Vereinigung war allerdings nicht nur bedeutsam für die Geschichte Deutschlands, sondern sie wurde auch zum Symbol für das Ende des Kalten Krieges und für das Zusammenwachsen der europäischen Staatengemeinschaft. Die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür, dass aus den zwei deutschen Staaten erneut einer wurde, schuf die Volkskammer der DDR am 23. August 1990: Sie beschloss zum 3. Oktober des gleichen Jahres, dem Geltungsbereich des Grundgesetzes beizutreten. Die Wiedervereinigung wurde dann tatsächlich am 3. Oktober 1990 formal abgeschlossen: Das war der Tag, an dem die DDR offiziell der BRD beigetreten ist. Somit wurde nach 45 Jahren Trennung, die staatliche Einheit Deutschlands wieder hergestellt. Fünf neue Bundesländer – von Nord nach Süd – Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen kamen hinzu. Am 20. Juni 1991 wurde festgelegt, dass Berlin in Zukunft der Sitz von Bundesregierung und Bundestag sein soll.

Ich habe noch das Bild vor mir, wie sie die Steine aus der Mauer rausgehauen haben! Wir hatten damals meine Schwägerin und Schwager aus San Francisco, USA, zu Besuch. Mit denen sind wir nach Berlin gefahren. Die Schwägerin ist auf die Mauer geklettert und hat sich einen Stein zur Erinnerung mitgenommen. Es ist schön, dass Deutschland wiedervereint ist. Ich bin in der DDR, in Parchim, geboren, aber wir sind bereits 1946, nach dem Krieg, geflüchtet. Heute gibt es keine Unterschiede mehr. Den Tag der Deutschen Einheit begehen wir sportlich, in dem wir mit einer Gruppe Boulen.

Ich bin Berliner und wurde 1961 „frei“ im Westen geboren. Als die Mauer fiel, war ich nicht in der Stadt, sondern bei Verwandten in Westdeutschland. Den Mauerfall habe ich durch Zufall mitbekommen. Damit hätte ich nie gerechnet. Man hat mit der Mauer gelebt und ist damit groß geworden. Danach war Westberlin voller als sonst. Es kamen zwei Millionen Ostberliner dazu. Das Schöne ist, dass man ohne „Zwangseintritt“, in den Westen fahren kann. Der Osten hat schöne Ecken, wie das Erzgebirge. Der 3. Oktober ist für mich einfach ein freier Tag.

Es war lustig. Nachdem die Grenze fiel, fuhren auf einmal viele Trabis auf den Straßen. Die Menschen haben gewunken und wir haben gewunken. Alle lachten und die Stimmung war super! Ich habe den Mauerfall im Fernsehen verfolgt. Alle fuhren in den Westen und auch zu uns haben sie sich durchgekämpft. Im Osten gibt es schöne Landschaften, die nicht verbaut sind. Durch Subventionen wurden die Straßen nachgerüstet und sind heute teils besser ausgebaut als bei uns. Aber es wird sich bald wieder die Waage halten und ausgleichen. Den Feiertag nutze ich sinnvoll mit einer Tour, wenn das Wetter es dann zulässt.

Ich habe den Mauerfall im Fernsehen verfolgt. Ich hatte das Bedürfnis, gleich hinfahren zu müssen. Ich war 19 Jahre alt und die Bedeutung war mir schon klar. Kurz danach bin ich mit meiner Familie in den Osten über die Dörfer gefahren. Teils dachte man: „Da ist der Krieg zu Ende“. Wir haben dann ein paar Mal hintereinander unseren Urlaub in Kühlungsborn verbracht und konnten von Jahr zu Jahr die Entwicklung und Verbesserung verfolgen. Wenn man teilweise die Menschen aus dem Osten hört, sind wir noch längst nicht zusammengewachsen. Wir werden den Tag der Deutschen Einheit zu Haus verbringen.

Ich habe das Ereignis vor dem Fernseher mit meiner Familie verfolgt. Es war einfach toll! Besonders schön fand ich, dass unser Freund spontan mit seinen Kindern um 22 Uhr nach Berlin gefahren ist. Ich habe sogar noch ein Stück Mauer. Das hatte mein Mann mitgebracht und das steht nun bei uns auf dem Fensterbrett. Da ich Verwandte in Rostock habe, habe ich meine Kindheit oft in Warnemünde verbracht. Nun ist alles frei und wir sind eine Einheit! Wir fahren oft in den Osten, unter anderem seit vier Jahren zu den sächsischen Musiktagen.

Ich war damals noch nicht geboren, habe aber in der Schule mitbekommen, dass Deutschland einst geteilt war. Zuerst gab es friedliche Aufstände, die Montagsdemonstrationen. So wurde die Regierung unter großen Druck gesetzt. In einer Pressekonferenz sagte jemand, der keine Ahnung hatte, dass die Grenze jetzt öffnet. In der Schule ist es ein Pflichtthema. Ich war ein Jahr im Ausland, in Sao Paulo, Brasilien. Die kennen von der Deutschen Geschichte nur „Hitler“. Mich haben viele gefragt, was ich davon halte und musste erst einmal die Leute aufklären.



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