Weihnachtsgeschenke aus dem Einzelhandel oder online?

10. Dezember 2017

Die Bundesbürger kaufen ihre Weihnachtsgeschenke nach wie vor lieber im Laden als im Internet. Das geht aus einer veröffentlichten Umfrage der Unternehmensberatung EY hervor. Mehr als zwei Drittel der Befragten gaben dabei an, die Präsente mit Vorliebe ganz klassisch im Fachgeschäft oder im Warenhaus zu besorgen.

Nur jeder Achte bevorzugt den Online-Einkauf. Allerdings gab es durchaus Unterschiede: Vor allem jüngere Verbraucher bis 35 Jahre zeigten sich überdurchschnittlich oft geneigt, sich den stressigen Besuch in überfüllten Innenstädten zu ersparen und im Internet zu shoppen. Mittelfristig erwarten die Unternehmensberater deshalb allein aufgrund der demografischen Entwicklung eine spürbare Verschiebung der Einkaufsaktivitäten in Richtung Internet.

Für den Einkaufsbummel in der Stadt spricht nach Überzeugung der meisten Verbraucher vor allem, dass sie die Ware besser beurteilen und gleich mitnehmen könnten. Auch mit guter Beratung konnten die Läden punkten. „Im Weihnachtsgeschäft kann der stationäre Einzelhandel seine Stärken ausspielen, denn beim Geschenkekauf geht es auch um das sinnliche Einkaufserlebnis, um Emotionen, Atmosphäre und Ambiente“, urteilt der EY-Handelsexperte Thomas Harms.

Beim Internet-Shopping überzeugte die Käufer dagegen vor allem die Rund-um-die-Uhr-Bestellmöglichkeit und die größere Auswahl. Knapp ein Drittel hat die Weihnachtseinkäufe bereits im November erledigt. Weit mehr als die Hälfte der Befragten (62 Prozent) kauft den größten Teil der Geschenke im Dezember.

Vor Ort kaufen ist schlecht, weil es oft nicht die gewünschten Sachen gibt. Die Kinder, zehn und drei Jahre alt, wünschen sich bestimmte Spielsachen. Wenn ich die hier nicht bekomme, weiche ich nach Hannover aus und verbinde es mit dem Besuch des Weihnachtsmarktes. Internetkauf muss nicht sein. Ich sehe mir das Sortiment im Geschäft an. Da frage ich nicht, ob sie das Gewünschte auch bestellen würden. Der Etat für die Weihnachtsgeschenke ist jedes Jahr der Gleiche. Ich beschenke meine Kinder, die Neffen und meine Schwester und Schwager – Jennifer Wolters aus Walsrode

Wir kaufen vor Ort, wo wir gerade sind. Meistens in Walsrode und Verden. Ich will die Ware sehen und anfassen und die Stimmung der vorweihnachtlichen Freude einfangen. Das Internet ist zu unpersönlich und es gibt keine Beratung. Außerdem ist es nachher ganz anders als erwartet. Man hat nachher viel Arbeit mit dem Zurückschicken. Wir haben einen großen Familienkreis, der beschenkt werden möchte. Es gibt immer das gleiche Limit für Geschenke, für jeden 15 bis 20 Euro – Brigitte Berger und Gaby Rosahl aus Visselhövede

Mein Mann und ich Kaufen vor Ort ein, weil wir hier die Geschäfte erhalten und unterstützen wollen. Überall macht ein Geschäft nach dem anderen zu. Die Fachberatung bleibt auf der Strecke. Ganz fies ist, wer hier im Fachgeschäft anprobiert oder sich Sachen ausguckt, ausprobiert und dann im Internet kauft. Das kommt für uns nicht in Frage. Wir schenken uns keine Haushaltswaren oder Werkzeug, sondern Wellness oder etwas Persönliches. Freunde bekommen auch mal einen selbst gestalteten Fotokalender – Susanne Lüders aus Walsrode

Ich gehe gar nicht los, das übernimmt alles meine Frau. Es ist ein überschaubarer Kreis, den wir beschenken. Wir beide habe uns das Schenken abgewöhnt. Wir gehen dafür lieber einmal mehr Essen. Meine Frau kauft sowohl im Internet, als auch vor Ort, das hält sich die Waage. In Kaufhäusern findet man Anregungen und Inspirationen. Auch die Fachberatung ist vor Ort, besonders im technischen Bereich, gegeben. Die Verkäufer müssen kompetent sein, ohne die geht es nicht. Der Etat ist geschrumpft, seit die Kinder älter sind. Da gibt es mehr Kleinigkeiten – Rainer Stracke aus Walsrode

Ich kaufe immer am Ort, in unserer Stadt Fulda ein, nicht über das Internet und mache dort auch keine Bestellungen. In Fulda gibt es sämtliche Fachgeschäfte. Es ist alles vorhanden und soll erhalten bleiben. Ich muss die Ware sehen und anfassen, wenn ich sie kaufen möchte. Wenn man etwas Online kauft, entspricht es oftmals nicht der Farbe und die Qualität ist eine andere. Daher kaufe ich in den Geschäften. Der Kreis der zu Beschenkenden ist nicht groß. Da bekommen die Kinder, die Enkel und gute Freunde etwas. Insgesamt geben wir 200 bis 300 Euro aus – Waltraud Möller aus Fulda

Wir kaufen zu 100 Prozent im Internet. Es ist viel einfacher. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit sind die Geschäfte sehr voll. Da ist der Umtausch Online viel einfacher und für mich bequemer. Die Kinder haben einen Wunschzettel geschrieben. Wir haben Online angeklickt und zwei Tage später waren die Geschenke da. Sonst muss man erst in die Stadt fahren und einen Parkplatz suchen. Auch der Klamottenkauf ist für mich einfacher von zu Hause. Da unsere Kinder um Weihnachten und Neujahr Geburtstag haben, geben wir pro Tag und Kind 100 Euro aus – René Seifert aus Nienhagen



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