Was machen Sie zu Zeiten des zweiten Teil-Lockdowns?

8. November 2020

Besonders im Freizeitbereich gibt es viele Schießungen.

Nun ist es doch soweit gekommen. Der zweite Lockdown wurde Ende Oktober für den gesamten November ausgerufen. Angesichts der steigenden Corona-Zahlen hat die Regierung die Reißleine gezogen. Zwar nicht so radikal wie im Frühjahr, dennoch trifft es die Kinos, Theater und die Gastronomie, die weitestgehend geschlossen sind, und die Reisebranche. Für persönliche Treffen gelten strengere Regeln.

In den meisten Bundesländern dürfen nur noch zwei Haushalte zusammenkommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am ersten Tag des coronabedingten Teil-Lockdowns die Menschen in Deutschland eindringlich dazu aufgerufen, die neuen Regeln zu befolgen. „Ob diese große gemeinsame Kraftanstrengung etwas bringt im Monat November, das hängt nicht nur von den Regeln ab, sondern vor allem auch davon, ob diese Regeln befolgt werden“, sagte Merkel.
„Jeder hat es in der Hand, diesen November zu unserem gemeinsamen Erfolg zu machen, zu einem Wendepunkt, wieder zurück zu einer Verfolgbarkeit der Pandemie.“ Wenn es gelinge, im November die Ausbreitung des Virus zu bremsen, dann schaffen wir die Voraussetzungen dafür, einen erträglichen Dezember zu haben, natürlich weiter unter Corona-Regeln, aber wieder mit mehr Freiraum. Merkel verglich die Corona-Pandemie mit einer Naturkatastrophe und bezeichnete sie als größte Bewährungsprobe seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Die Bundeskanzlerin kündigte an, dass es am 16. November ein weiteres Gespräch mit den Ministerpräsidenten der Länder geben werde. Sollte sich herausstellen, dass die jetzt ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichend sind, um die Zahl der Neuinfektionen stark zu reduzieren, seien womöglich zusätzliche Einschränkungen notwendig.

Ich arbeite ganz normal als Tagesmutter mit fünf Kindern im Alter von null bis drei Jahren weiter. Die Übergabe ist mit Maske, aber ich arbeite aus pädagogischen Gründen ohne. Während des Lockdowns nur noch mit fünf Leuten treffen, zählt hier nicht. Wenn es bei meiner zehnjährigen Tochter wieder „Homeschooling“ hieße, wäre ich dafür. Es ist zwar anstrengender, aber immer noch sicherer für sie, als im Bus und Klassenraum mit vielen anderen zu sitzen. Mit den Tageskindern gehe ich viel auf den Spielplatz oder in den Wald, oder wir füttern auf dem Hof die Tiere. Es ist natürlich wetterabhängig. Bei Regen backen wir Plätzchen, kneten, malen oder basteln. Die sozialen Kontakte sind für Erwachsene genauso wichtig, wie für Kinder. Mich stört, dass man sich nicht spontan mit Freunden treffen oder Geburtstag feiern kann – Mandy Jordemann aus Wittorf

Beruflich ändert sich wenig, außer dass wir in der Firma Vorsichtsmaßnahmen trafen. Wir haben neue Büros bezogen, um den Abstand einzuhalten. Ansonsten haben wir keine Kurzarbeit, da wir medizinische Produkte vertreiben und die sind zurzeit sehr gefragt. Es ist schon merkwürdig, von den Kollegen getrennt zu sein, aber es geht alles. Privat haben wir sämtliche sozialen Kontakte eingeschränkt und halten uns auch daran. Sport geht im Moment gar nicht. Ich bin in einer Sportgruppe, die nach dem Training anschließend gerne gemeinsam in der Kneipe einen trinken geht. Diese Geselligkeit fehlt nun. Aus meiner Sicht sind die Einschränkungen nötig. Wir haben die Krise bisher in unserem Land gut gemeistert. Nun müssen wir erneut für vier Wochen runterfahren und uns auf die Zähne beißen, dann haben wir auch wieder gute Ergebnisse – Sven Junck aus Visselhövede

Freunde anrufen, die man schon lange nicht gesprochen hat. Dann nähe ich viel, zum Beispiel den nächsten Wintermantel. Ich habe so viel Stoff, der endlich mal aufgearbeitet wird. Der Tag ist gar nicht lang genug, um alles zu schaffen. Es gibt so vieles, womit man sich beschäftigen kann. Ich bastele auch die Weihnachtsgeschenke, wie selbst gefilzte Weihnachtsmänner. Ich koche leckere Gerichte, jeden Tag etwas anderes. Ich bin kein Restaurantfan, sondern bevorzuge es, mit frischen Zutaten zu Kochen und probiere gerne neue Gerichte aus. Besonders die Herbst- und Winterküche ist so toll. Ich genieße den Lockdown ohne Termine. Es entschleunigt. Ich bin gerne unter Menschen, kann aber auch gut allein sein. Wir müssen uns einfach an die Regeln halten, sodass es hoffentlich auch mal wieder ein Ende hat. Schade ist, dass wir den Kontakt zu unseren Flüchtlingen, die wir betreuen, einschränken müssen. Aber wir telefonieren mit ihnen – Doris Corr aus Visselhövede

Es gibt einiges, was ich am Schreibtisch aufarbeiten kann, wie das Konzept für den Multifunktionsladen in Zusammenarbeit mit den Rotenburger Werken. Auch Telefongespräche führe ich zurzeit mit den Mitgliedern von „Vissel for Future“, und wir planen Veranstaltungen für die Zeit danach. Auch unser „Repair Café“ ruht zurzeit. Beim letzten Mal haben sie uns die Bude eingelaufen. Es wurde sehr gut angenommen. Bei „Vissel for Future“ waren die Veranstaltung „Erfahrungsaustausch – Schritt für Schritt ohne Plastik“ und der Workshop „Reinigungsmittel selbst machen“ geplant. Die neuen Termine stehen, in der Hoffnung, dass es bald wieder Treffen geben darf. Aber den Lockdown nimmt man auch in Kauf. Es ist zwar schade um die Aktionen, aber so läuft vieles im kleinen Kreis und über telefonische Gespräche. Man sieht es ein, weil jeder um seine eigene Gesundheit bemüht ist und durch gesundes Leben, die eigenen Abwehrkräfte stärken kann – Harald Gabriel aus Visselhövede

Ich fahre nach wie vor jeden Tag nach Bremen zur Arbeit. Eine gewisse Zeit ist man ja mit Homeoffice zufrieden, doch anders ist es mir lieber. Ich bin froh, dass ich rausfahren kann. Arbeitstechnisch habe ich durch den Lockdown weniger zu tun, da ich im Großhandel tätig bin. Es trifft eben viele andere auch. Mir fehlt die Spontanität. Mal eben freitagabends zum Essen gehen oder sich mit ein paar Leuten zum Bierchen verabreden, das ist zurzeit nicht möglich. Wir würden auch gerne mit unserem neuen Verein, JMB Country Club, richtig Gas geben und uns mehr präsentieren, doch nun müssen wir kleine Brötchen backen. Auch hier auf dem Lande gibt es den einen oder anderen Corona-Fall. Man kann nicht sagen, „mich trifft es nicht“. Selbst die Politiker sind nicht davor gefeit. Daher bleibt keine andere Möglichkeit, als die Regeln zu befolgen – Jochen Jordemann aus Wittorf

Wir grundrenovieren unsere Küche. Sie wäre zwar eh fällig gewesen, aber wir renovieren jetzt bewusst zu Corona-Zeiten, da die Preise günstig sind. Nur die Handwerkerpreise sind in der Höhe. Es war relativ schwer, jemanden zu finden, der ein realistisches Angebot abgab. Ich mache zwar selbst viel, aber alles kann ich nicht. Ansonsten versucht man, sein Leben so normal wie möglich weiterzuleben. Leider ist das Vereinsleben im Spielmannszug zurzeit nicht möglich. Es ist schade, weil es für uns dazugehört. Aber umso mehr freuen wir uns schon auf den Übungsabend, sofern er wieder erlaubt ist. Essen gehen fehlt einem und das in Arm nehmen guter Freunde, Bekannte und Nachbarn zur Begrüßung. Die nötige Vorsicht sollten wir wahren. Manche Leute spielen mit ihrer Gesundheit und ihrem Leben – Wolfgang Bonacker aus Visselhövede

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