Was machen Sie mit Ihrem „Klimpergeld“?

10. November 2019

„Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert!“, hieß es früher immer.

Heute belasten die kleinen Kupfermünzen nur unser Portemonnaie und beulen es aus. Wer will schon umständlich an der Kasse sein Kleingeld abzählen, während sich hinter ihm eine Schlange bildet, die immer missmutiger wird? Viele leeren daher ihre Geldbörse regelmäßig aus und verstauen das Kleingeld in Einmachgläsern oder dem Sparschwein. Irgendwann fragt man sich: Wohin bloß mit diesen Kleingeldmengen?

Banken haben mittlerweile Münzzählautomaten, die mit dem Kleingeld gefüttert werden können. Das Guthaben landet prompt auf dem Konto. Sollten diese Automaten fehlen, kann man es dort trotzdem umtauschen, allerdings oft in gerollter Form. Manche Banken nehmen auch Gebühren für Einzahlungen. An manchen Einkaufskassen finden sich die kleinen bunten Dosen mit dem Schlitz. Auch die wollen mit Kupfergeld gefüllt werden. Die Hilfsorganisationen haben keine Probleme damit, das Hartgeld umzutauschen. Beispielsweise „erntet“ das Deutsche Kinderhilfswerk über das Jahr 1,35 Millionen Euro an Kleingeld, ein Viertel davon fällt auf 1- und 2-Cent-Münzen.
Kunden von Rossmann können die Spendendosen auch zu besonderen Anlässen wie Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten für zu Hause anfordern. In vielen Märkten gibt es mittlerweile die Aktion „Deutschland rundet auf“. Beispielsweise beteiligen sich Kaufland, Penny und Netto daran. Man muss an der Kasse nur Bescheid geben, dass man aufrunden möchte, schon kommt der Differenzbetrag dem jeweiligen Hilfsprojekt zugute. Einfacher geht es nicht.
Das Sparschwein einfach beim Einkaufen leeren, funktioniert leider nicht. Maximal 50 Münzen müssen Einzelhandel, Tankstellen, Kneipen oder Restaurants pro Bargeldzahlung annehmen.

Entweder wir sammeln es in der Spardose und fahren mit dem Geld in den Urlaub oder die Enkelkinder bekommen es. An die 400 Euro kommen schon mal zusammen. Wir sammeln ab 50 Cent bis zu Zwei-Euro-Münzen. Kleinere Münzen kommen in die Dosen, die an der Kasse für einen guten Zweck stehen. Ich bin dagegen, das Kleingeld abzuschaffen, weil sonst nicht mehr gespendet wird. Wer schmeißt denn sonst schon Scheine in die Sammeldosen? Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert! Das war früher schon so und ist es immer noch – Walter Dobrig aus Bad Fallingbostel

Ich werfe alles in eine große Schale. Was ich an Silbergeld benötige, nehme ich wieder raus. Alles andere geht zum Weltspartag. Das dürfen immer die Kinder wegbringen und bekommen ein komisches Kuscheltier dafür. Sparen lohnt sich nicht, aber ob es nun in der Schale liegt oder zur Kasse kommt, ist auch egal. Das Kleingeld sollte nicht abgeschafft werden. Für mich wäre es der Anfang vom Bargeldverbot. Dass man an der Kasse beim Einkaufen aufrundet, kenne ich nur aus dem Ausland. Manchmal gebe ich auch Kleingeld in eine der Boxen an der Kasse für einen guten Zweck – Michael Böhme aus Soltau

Manchmal lassen wir an der Kasse aufrunden, wenn wir gefragt werden. Sonst würde man nicht daran denken, zu spenden. Ich gehe mal davon aus, dass es für einen guten Zweck ist. Wir haben aber auch eine Spardose, die wir kurz vor dem Urlaub zur Bank bringen. Da kommen 70 bis 80 Euro zusammen. Ich habe oft Schwierigkeiten, die Fünf- und Zwei-Cent-Stücke auseinanderzuhalten. Wenn eine Schlange an der Kasse steht, fühlt man sich unter Druck gesetzt und fängt nicht an, das Geld zu sortieren. Ich bräuchte das ganze Kleingeld nicht, bücke mich aber für einen „Glückscent“ – Ulrike Mackay aus Walsrode

Ich runde oft auf und sage: „Für die Kaffeekasse!“ Finanziell lohnt sich bei der Niedrigzinslage das Sparen nicht mehr. Es rechnet sich nicht. Aber Rücklagen bilden, ist wichtig, weil immer unvorhergesehene Ausgaben, wie zum Beispiel eine Autoreparatur, kommen. Das Kleingeld sollte nicht abgeschafft werden. Es ist ein Zahlungsmittel, das sich über hunderte von Jahren bewährt hat und die Kupfermünzen sind unerlässlich für die Preisgestaltung hinter dem Komma. So hat der Handel Spielraum. Zu Hause haben wir eine Schale, in der wir das Kleingeld sammeln – Achim Hügel aus Walsrode

Ich bin total pingelig darin, das Kleingeld möglichst schnell auszugeben. Ein wahrer Wettkampf mit mir. Ich sortiere und rechne gerne. Wenn ich zahlen muss, sehe ich zu, das Geld möglichst passend rauszugeben. Ich mag es nicht, wenn das Portemonnaie so dick ist. An der Kasse habe ich keine Zeit, mich damit auseinanderzusetzen, ob wirklich für einen guten Zweck aufgerundet wird. Von mir aus kann das Kleingeld, Kupfergeld unter 10 Cent abgeschafft werden. Die Centbeträge sind so „killefitz“, dass es sich immer ausgleicht – Svenja Bruck aus Westenholz

Ich spare das Geld klassisch im Sparschwein. Mein Sohn darf das Geld in seine Spardose stecken. Es kommen bis zu 120 Euro im Jahr zusammen. Wenn ich mich durchsetze, bekommt mein Sohn mit drei Jahren sein eigenes Taschengeld. Man sollte die Kinder früh dafür sensibilisieren. Ich habe auch ein eigenes Sparschwein. Mein Sohn bekommt das „größere“ Geld. Die Aktion „Bitte aufrunden!“ finde ich gut. Wenn es sich anbietet, mache ich es auch. Das Kleingeld sollte bleiben, sonst würden wir nicht mehr spenden. Kleingeld geht einfacher aus der Hand – Janine Kafke mit Vincent aus Walsrode

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