Was ist dran an Horoskopen und Aberglaube?

8. Januar 2017

„Viel Glück im neuen Jahr!“ „Du Glücksschwein!“ „Katze von links – Glück bringt’s!“ Wer kennt sie nicht die bekannten Sprüche, die einem schon von Kindesbeinen an von den Eltern oder Großeltern eingetrichtert wurden?

„Gehe nie unter einer Leiter durch, das bringt Pech!“ und wer traut sich wirklich? Dabei sind viele der Sprüche versehentlich ganz anderes überliefert. Beim „Spinnen am Morgen, bringt Kummer und Sorgen!“ handelt es sich nicht um eine Spinne, die einem zur frühen Morgenstund über den Weg läuft, sondern es kommt vom erwerbsmäßigen Spinnen mit dem Spinnrad. Denn wer bereits morgens schon sein Garn spann, musste hart arbeiten und hatte es nicht leicht.

„Spinnen am Mittag, bringt Glück am dritten Tag“, so gab es bekanntlich Geld am dritten Tag, nach der getanen Arbeit. Und „Spinnen am Abend, erquickend und labend“, nun da konnten es sich die Frauen leisten, ganz zur Entspannung erst am Abend das Spinnrad zu drehen. Mit den Horoskopen ist es auch so eine Sache. Viele Menschen lesen sie, aber ob sie den gedruckten Worten nun Glauben schenken sollen, darüber sind sie sich nicht sicher.

Auch Studien nicht! Das Sternzeichen soll Aufschluss darüber geben, ob der oder die Auserwählte auch wirklich zur besten Freundin passt. 23 Prozent der Deutschen glauben, laut einer Umfrage des Instituts TNS Infratest unter 1006 Teilnehmern, dass unter anderem die Sterne unser Leben beeinflussen – übrigens deutlich mehr Frauen als Männer.

Einer der sich die Mühe macht, einige beliebte Argumente der Astrologen zu entkräften, hat selbst mit den Sternen zu tun: Josef Fried vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt. Bei der sogenannten „Vulgärastrologie“, also den Horoskopen, die sich in zahlreichen Zeitschriften und Zeitungen finden, ist der scheinbare Erfolg leicht zu erklären: Sie sind derart vage, dass man sich immer in irgendeiner Form wiederfindet.

Ich lese zwar mein Horoskop, aber nur zum Spaß. Ich glaube nicht ernsthaft daran, obwohl es manchmal zutrifft und da wundert man sich schon. Mir ist mal ein schwerer Unfall passiert, kurz bevor man mir zu früh zum Geburtstag gratulierte. Wir haben noch darüber gelacht, weil es angeblich Unglück bringt. Glücksbringer, wie Kleeblätter, verschenke ich nicht. Wir haben zum Spaß Glückskekse aufgemacht und die Sprüche gelesen. Am Freitag, den 13., hatte ich noch nie Pech. Ich beachte und interessiere mich nicht für den Tag. Glück wünsche ich schon allen. Ob es hilft, ist etwas anderes – Manuela Haase aus Hünzingen 

Wir haben Silvester geknallt – Knallerbsen, Minifeuerfontänen und Brummkreisel zum Anzünden für die Kinder. Angeblich, um die bösen Geister des alten Jahres zu vertreiben, aber eher um den Kindern eine Freude zu machen. Außerdem macht es Spaß und sieht gut aus. Ansonsten sind wir nicht abergläubisch. Man scherzt darüber und sagt seine Sprüche auf. Mit dem Bleigießen sind die Kinder nicht fertig geworden. Unsere Horoskope lesen wir auch nicht. Da sind wir alle ganz entspannt, was den Aberglauben betrifft – Mario Narjes mit Hannes und Florian aus Mengebostel 

Aberglauben habe ich eigentlich keinen. Ich bin ein sehr optimistischer Mensch. Ich lese zwar mein Horoskop und amüsiere mich darüber, was da steht, aber ich glaube nicht daran. Ich lese dann auch die Horoskope in anderen Zeitungen, aber ich hebe sie nicht auf. Ich bin an einem 13. geboren. Somit ist der Freitag, der 13., ein ganz normaler Tag, an dem ich mich freue. Ich hatte jahrelang eine schwarze Katze, die mir ständig über den Weg gelaufen ist und einmal im Jahr kommt der Schornsteinfeger, das ist ein Bekannter von uns, von daher habe ich auch in der Beziehung keine Bedenken – Marlies Meyer-Morhardt aus Benefeld

Silvester knallen wir grundsätzlich nicht. Wir gucken es uns gerne an. Alte Geister müssen bei uns nicht vertrieben werden. Ich selbst lese nicht immer mein Horoskop, nur ab und zu. Meistens hebe ich das Jahreshoroskop auf und gucke am Jahresende was zutreffend war und was nicht. Manche Sachen passen schon und treffen ein. Freitag, der 13., ist nicht mein Tag. Da geht es morgens meist schon los mit dem Unglück. Ich gucke auf den Kalender und denke schon an den bevorstehenden schlimmen Tag. Aber sonst bin ich nicht abergläubisch – Petra Sounders aus Bomlitz 

Ich glaube nicht daran, akzeptiere es aber, wenn einer abergläubisch ist. Ich selbst halte nichts davon. Meine Frau und ich lesen auch unsere Horoskope nicht – eigentlich keiner aus der Familie. Unter eine Leiter gehe ich aus Sicherheitsgründen nicht hindurch, wenn jemand darauf arbeitet. Das hat aber nichts mit Aberglaube zu tun. Der wurde an uns in den 60er, 70er Jahren weitergegeben.  Silvester haben wir auch kein Bleigießen veranstaltet und auch keine neuen Vorsätze für das neue Jahr gefasst, da ich sowieso nicht rauche und keinen Alkohol trinke – Lothar Brickum aus Bad Fallingbostel

Dafür bin ich nicht empfänglich. Ich muss immer darüber lachen und denke mir: „Alles Quatsch“! Man sagt schon mal „Schwarze Katze von links – Glück bringt´s“ und mein Mann gibt dem Schornsteinfeger die Hand, aber das eher aus Spaß. Davon lasse ich mich nicht beeinflussen. Ich gucke mir auch mal mein Horoskop an, aber dass ich daran glaube, ist eine andere Sache. Man würde sich ja verrückt machen. Außerdem sind sie sehr allgemein gefasst. Bei uns gehören auch das Bleigießen und die Knallbonbons zu Silvester. Außer Gesundheit für das neue Jahr, habe ich mir nichts gewünscht – Ingelore Herbst aus Benefeld



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