Was halten Sie vom Tempolimit?

3. Februar 2019

Eine knappe Mehrheit der Deutschen (51 Prozent) ist für die Einführung.

Die Vorschläge einer Arbeitsgruppe haben Wirbel ausgelöst: Soll es ein Tempolimit auf Autobahnen geben? Die Bundesregierung hat diesem Vorschlag eine Absage erteilt. „Die Bundesregierung plant kein allgemeines Tempolimit auf deutschen Autobahnen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Schon jetzt würden Geschwindigkeitsbegrenzungen in weiten Teilen des Straßennetzes gelten. „Es gib auch noch intelligentere Steuerungsmöglichkeiten als ein allgemeines Tempolimit“, meinte Seibert mit Blick auf Klimaschutzmaßnahmen.

Zuletzt waren Überlegungen einer Klima-Arbeitsgruppe der Bundesregierung bekannt geworden, zu denen ein Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen zählte. Dies hatte eine breite Debatte ausgelöst. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte sich strikt gegen ein Tempolimit ausgesprochen, Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) sich nicht auf eine Position festgelegt. „Wir sollten keine Phantomdebatten führen, die mehr den Anschein erwecken, dass man eine ganze Gruppe, nämlich die Autofahrer, quälen und bestrafen will, als dass man wirklich damit eine sinnvolle Klimaschutzdebatte führen will“, so die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer. Die meisten Länder der Welt haben ein Tempolimit auf Autobahnen. Die Gewerkschaft der Polizei sprach sich auch für eine solche Maßnahme aus. Der stellvertretende Bundesvorsitzende Michael Mertens machte keine Umwelt-, sondern Sicherheitsgründe geltend: Eine Temporeduzierung auf 130 Stundenkilometer würde schwere Verkehrsunfälle reduzieren. Die Deutsche Umwelthilfe hatte sich sogar für eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h ausgesprochen.

So wenig wie ich Autobahn fahre, fällt es nicht ins Gewicht. Aber ansonsten finde ich ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern genug. In anderen Ländern sind schon 120 km/h eingeführt. Da hat man festgestellt, dass man viel zügiger durchkommt. Manche fahren 180 km/h, andere müssen abstoppen. Mit dem Auto fahre ich nicht in den Urlaub, höchstens zwei, drei Mal zu Schießwettbewerben nach Hannover. Da fahre nie schneller als 130 km/h. Man fährt viel entspannter. Man kann sich gut vorstellen, dass bei Vollgas mehr Sprit verbraucht wird und somit mehr Abgase entstehen – Werner Honemann aus Visselhövede

Als Studentin fahre ich viel Zug und nutze den Nahverkehr. Ich habe ein altes Auto, aber generell fahre ich auf Autobahnen auch schneller als 130 km/h, wenn möglich. Ich denke, dass man sein Auto richtig einschätzen kann und dann ist es egal, wie schnell man fährt. Aus Umweltgründen sind andere Maßnahmen sinnvoller. Zum Beispiel kann man Fahrgemeinschaften zur Arbeit oder Schule bilden, öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad nutzen. Die Bahn wird immer teurer, da könnte man auch ansetzen – Laura Ziemer aus Walsrode

Professor Ferdinand Dudenhöffer hat belegt, dass ein Tempolimit bezüglich des Ausstoßes nichts bringt. Das Tempo ist auf Autobahnen schon zu über 30 Prozent reglementiert. Schneller fahren belastet nicht mehr und nicht weniger die Umwelt. Die Verkehrsdichte wäre aber bei 120 km/h größer. Ich selbst habe kein schnelles Auto, kann aber laut Tacho 160 fahren. Ich fahre meistens aber nur Landstraße. Ich finde die Umweltbelastung durch Autofahrer, die ihre vereisten Scheiben bei laufendem Motor freikratzen, viel schlimmer. Das ist verboten und sollte viel mehr kontrolliert werden – Silvia Riedl aus Cordingen

Das Auto ist nicht die größte Dreckschleuder, die wir haben, sondern die Industrie und die Schiffe mit Dieselmotoren. Aber von der Industrie leben wir, die sollten mehr Auflagen erhalten und mehr Filter einbauen. Mehr als 160 – 170 km/h fahre ich nicht. Wenn Tempolimit, dann sollte es bei 150 km/h liegen. 130 km/h wären ein bisschen zu langsam. Ich fahre öfter mal mit dem Rad, einfach weil es Spaß macht. Außerdem könnte das Bahnfahren attraktiver und günstiger gemacht werden. Angebote für Fahrgemeinschaften gibt es schon reichlich, weil es einfach kostengünstiger ist – Dirk Seemann aus Bomlitz

Ich würde ein Tempolimit begrüßen, weil die Raser überwiegend auf der linken Spur fahren. Wenn man in der zweiten Spur fährt, kommt man nicht raus. Ich fahre 130 bis 140 km/h Richtgeschwindigkeit. Wenn Unfälle passieren, sind sie bei niedrigerem Tempo nicht so schwerwiegend, als bei den Rasern. Wir sind das einzige Land, das auf den Autobahnen kein Tempolimit hat. Da kommen Japaner zu uns ins Land, mieten sich ein Auto, nur um wie die Idioten über die Autobahnen zu rasen. Doch die Lobby der Autoindustrie ist zu groß. In Dänemark ist das Fahren viel entspannter – Wilfried Stief aus Bad Fallingbostel

Wenn ich fahren kann, die Autobahn frei ist und kein Tempolimit herrscht, dann fahre ich auch gerne mal ein bisschen schneller. Ich fahre bewusst ein umweltfreundliches Erdgas-Auto. Es ist bereits unser zweites Erdgas-Auto. Bei einer Arbeitsstrecke Hin- und Rückfahrt von 70 Kilometern rechnet es sich. Dort, wo ein Tempolimit herrscht, ist es auch sinnvoll und wichtig, langsam zu fahren, wie in Ortschaften, Spielstraßen, an Schulen und Kindergärten. Da sollten lieber mehr Kontrollen stattfinden. Ich bringe jeden Morgen meinen Sohn zu Fuß zur Schule und weiß, wie gefährlich es ist – Ramona Röhrs aus Bad Fallingbostel

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