Was halten Sie vom neuen Bundespräsidenten?

19. Februar 2017

Mit 931 Stimmen und 103 Enthaltungen wurde vor einer Woche Frank-Walter Steinmeier zum zwölften Bundespräsidenten gewählt.

Die Enthaltungen, so vermutet man, kamen vor allem aus den Reihen der Union. Angela Merkel steht jedenfalls zu ihrer Entscheidung für Steinmeier, auch wenn nicht alle in der Union mitgegangen sind. „Ich traue ihm zu, dass er unser Land durch diese schwierigen Zeiten in seiner Funktion sehr gut begleiten wird“, sagte die Bundeskanzlerin. Das kann man auch als Hinweis auf die geringe Macht des Bundespräsidenten lesen. Aber der im lippischen Brakelsiek aufgewachsene Steinmeier ist in Aufbruchstimmung. „Ihr macht mir Mut“, rief er den Mitgliedern der Bundesversammlung zu. In seiner Antrittsrede betonte Steinmeier, dass er „Mutmacher“ in schwierigen Zeiten sein wolle. 

Zuvor hatte Bundestagspräsident Norbert Lammert als Chef der Veranstaltung die Gelegenheit genutzt, noch einmal sein großes Talent als Redner zu demonstrieren. Die meisten der 1253 Männer und Frauen – sieben fehlten – erhoben sich Beifall klatschend von ihren Sitzen, als er den neuen US-Präsidenten eindringlich vor Abschottung warnte. Nur die Delegierten der AfD klatschten nicht. Fast noch größer war der Beifall, als Lammert den scheidenden Bundespräsidenten Joachim Gauck herzlich verabschiedete. Gauck freute sich sichtlich über das Lob. Für die SPD ist die Wahl Steinmeiers ein Triumph, wie ihn die Partei lange nicht mehr erlebt hat. Er ist erst der dritte Sozialdemokrat seit 1940, der ins höchste Staatsamt aufsteigt.

Im Moment kommt kein anderer in Frage. Steinmeier bringt viel politische Erfahrung mit und ist nicht unbedingt ein Ja-Sager, sondern gibt auch mal Kontra. Wünschenswert wäre eine politische Transparenz und dass er seine Parteikollegen auch mal auf den Pott setzt. Im Moment hat die SPD einen kleinen Höhenflug, aber das sollten sie nicht als selbstverständlich sehen. Gauck hat seine Sache gut gemacht, für das, was er durfte und man gönnt ihm seinen Ruhestand. Man sollte auch mal jüngere Politiker ranlassen, nicht immer solche, die im „Urnenalter“ sind – Heinz Sievers  aus Walsrode 

Es gab keine Alternative zu dem Kandidaten. Aber ich hätte gerne selbst mitentschieden. Der Bundespräsident sollte vom Volk gewählt werden. Letztlich hätte man sich die Wahl schenken und das Geld lieber für andere Sachen verwenden können. Im Moment gibt es für mich keinen Politiker, der Charisma hat. Richard von Weizsäcker war ein Politiker, der durch sein Ansehen und Auftreten im Ausland Deutschland wirklich gut präsentiert hat. Frank-Walter Steinmeier hat durch sein Amt als Außenminister auch seine Erfahrung – Angela Schübow aus Bendingbostel

Ich glaube nicht, dass es einen optimalen Bundespräsidenten gibt. Die Richard von Weizsäckers gibt es nicht mehr. Weizsäcker war ein Mensch, der immer zuvorkommend und freundlich auftrat. Ihm umgab eine starke Aura. Weizsäcker war für Deutschland wie ein Aushängeschild – wie für England die Königin. Steinmeier wird seine Sache auch gut machen, alleine durch seine letzte Tätigkeit. Dadurch kennt er die Staatsoberhäupter. Ich weiß nicht, ob es eine gute Idee ist, Berufspolitiker an die Spitze zu setzen. Das Amt braucht einen Unparteiischen – Gary Costello aus Bad Fallingbostel

Ich hätte es besser gefunden, wenn das Volk hätte mitwählen dürfen. Ich hätte den Richter Alexander Holt gewählt. Den hätte ich gut gefunden oder man hätte Christian Wulff im Amt gelassen. Aber sie haben einen Grund gefunden, um ihn zu zerreißen. Holt kennt sich gut mit dem Gesetzen aus und wirkt auch sympathisch und freundlich – wie ein netter Onkel. Steinmeier wird seine Sache schon gut machen. Er hat viel politische Erfahrung. Ich hoffe, dass er viel für Deutschland mitentscheidet und nicht nur außenpolitisch aktiv ist – Christiane Gerche aus Oerbke

Frank-Walter Steinmeier ist der richtig Mann. Er hat sehr viel Erfahrung und sein sympathisches Auftreten macht viel aus. Er hat eine soziale Ader und für jeden etwas über, nicht nur für die Prominenten. Ich wünsche ihm, dass er lange gesund und lange im Amt bleibt. Durch seine Wahl steht die SPD besser da und wird auch mehr Zulauf erhalten. Joachim Gauck fand ich auch gut. Er hat eine Ruhe ausgestrahlt und ist sehr menschlich für alle gewesen. Das ist wichtig für das Amt, dass die Menschen auch hinter ihm stehen – Heinrich Volbers aus Schwarmstedt

Es gab ja keinen anderen. Bundestagspräsident Norbert Lammert wäre mir lieber gewesen als Steinmeier. Vielleicht, weil er kein Parteipolitiker ist, genau wie Gauck und ich trau Lammert mehr zu als Steinmeier. Gauck hat seine Sache sehr, sehr gut gemacht. Der Nachfolger tritt in große Fußstapfen. Es ist ein schweres Amt. Wünschenswert wäre, dass er das richtige Gespür hat, sich so weit wie möglich einzumischen und im Rahmen seiner Möglichkeiten alles tun wird und so mit Augenmaß seine Arbeit verrichtet – Peter John aus Borg

Schlagworte:




Comments are closed.

Back to Top ↑