Was halten Sie vom Führerschein für 16-Jährige?

23. Juli 2017

Jung, dynamisch und schon mobil?

Klar, die Jugend möchte sich so schnell wie möglich hinters Steuer setzen. Besonders auf dem Land ist es nicht nur ein sehnlicher Wunsch, sondern auch eine Notwendigkeit, um zum Beispiel zum Arbeits- beziehungsweise Ausbildungsplatz zu kommen. Niedersachsen will den Führerschein ab 16 Jahren auf den Weg bringen – in Begleitung eines Erwachsenen. Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) kündigte einen Modellversuch an, bei dem die Phase des begleiteten Fahrens (BF) für Jugendliche um ein Jahr erweitert werden soll. „Mit dem Projekt BF 16 wird Niedersachsen erneut eine Vorreiterrolle einnehmen.“ 

2004 hatte das Land gegen viel Kritik einen entsprechenden Versuch zum begleiteten Fahren ab 17 gestartet. Da die Unfälle mit Fahranfängern danach zurückgingen, wurde das Modell bundesweit übernommen. Ohne Begleitung eigenständig fahren dürfen Fahranfänger erst mit 18 Jahren – das soll auch so bleiben, versichert Lies. Bundesweit seien seit der Einführung des „Führerscheins mit 17“ die Unfälle mit Fahranfängern um rund ein Fünftel zurückgegangen. Ein Forschungsprojekt der Bundesanstalt für Straßenwesen kam zum Ergebnis, dass eine Verlängerung der Begleitphase den positiven Effekt noch vergrößern kann. Die Hälfte der Prüflinge nutzt nach Angaben des niedersächsischen Fahrlehrerverbandes die Möglichkeit des zunächst begleiteten Fahrens. Angesichts von schulischen Belastungen in der Oberstufe, wünschen sich viele noch früher mit der zeitaufwendigen Führerscheinvorbereitung beginnen zu können.

Ich finde das begleitete Fahren in Ordnung. Wir haben in der Familie viel positive Erfahrungen gemacht. So kann man noch Tipps geben, die der Fahrlehrer nicht geben kann, obwohl die Ausbildung in den Fahrschulen schon sehr gut ist. Zwei Jahre begleitetes Fahren bringt schon sehr viel. Das ist für beide Seiten ein gutes Gefühl. Es ist besser, als wenn man alleine fährt. Dann hat man die Kontrolle als Eltern gar nicht mehr. Wir haben heimlich mit dem Vater auf Feldwegen geübt. Die Tipps überträgt man an die Kinder – Michael Panning aus Walsrode 

Ich bin 16 Jahre alt und fände es nicht schlecht, wenn ich mit dem Führerschein beginnen könnte. Ich habe bei meinen Eltern schon nachgefragt und würde den Führerschein durch Nebenjobs finanzieren. Durch längere Fahrpraxis in Begleitung wird man sicherer. Meine Eltern wären dazu bereit und ließen mich auch ihr Auto fahren. Mein älterer Bruder hat bereits den Führerschein mit 17 Jahren gemacht und wurde von den Eltern begleitet. Er fährt gut und sicher. Er ist jetzt 28 Jahre alt und würde mich auch begleiten – Pascal Gußert aus Visselhövede

Es soll angeblich laut Unfallstatistik alles besser geworden sein, seit es das begleitete Fahren gibt. Ich denke, dass die Jugendlichen am Anfang vorsichtiger fahren, gerade in Begleitung. Ich sehe allerdings auch die Bedenken, dass, wenn sie dann ohne Begleitung fahren, erst recht Gas geben. Ich würde mich auch als Beifahrer anbieten. Ich habe meinen Führerschein mit 18 Jahren in Bremen gemacht. Man ist bewusst vorsichtig gefahren, als man auf sich gestellt war. Besonders in der Großstand ist es anders als auf dem Land – Thomas Mlynska aus Bomlitz

Ich finde es besser, wenn man den Führerschein schon mit 16 Jahren machen könnte, weil man dann besser in Fahrt kommt. Man hat mehr Praxis, wenn man dann später ohne Begleitung fahren muss. Das sehe ich bei meinem Cousin, den sein Vater begleitete. Es kann aber auch mal  nerven und man wird unsicher, wenn man immer von der Seite angesprochen wird. Ich bin 16 Jahre alt und würde meinen Führerschein selbst bezahlen, wenn es soweit ist. Aber erst muss ich die Schule machen und dann muss Geld da sein – Kevin Eichert aus Visselhövede

Wenn die Unfallstatistik sagt, dass der Führerschein mit 17 ein voller Erfolg war, warum nicht. Die Erfahrung müssen sie so oder so machen. Heutzutage sind die Jugendlichen weiter. Mein Sohn hat mit dem Führerschein gerade angefangen und wird im Oktober 17 Jahre alt. Er brennt darauf, fahren zu dürfen. Wir mussten warten, bis wir 18 Jahre alt waren. Meine Frau und ich werden ihn begleiten und können noch Einfluss auf sein Fahren nehmen. Ich sehe das ganz entspannt und bin dafür offen. Man muss sich die Zeit nehmen – Jürgen Rischmann aus Benefeld

Ich habe fünf Kinder. Die ersten beiden haben mit 18 Jahren den Führerschein gemacht. Da gab es das begleitete Fahren noch nicht. Die anderen drei haben mit 17 Jahren „Begleitetes Fahren“ ihren Führerschein gemacht. Man ist ein Jahr mitgefahren und konnte gleich Tipps geben. Sie fahren besonnener. Wir waren drei Erwachsene – Vater, Mutter und Oma -, die beim Fahren dabei waren. Das hat Vorteile, da man sich abwechseln kann. Ich finde es nur gut – Karin Bernicke aus Bommelsen

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