Was halten Sie vom Brexit?

27. Januar 2019

Nach dem Scheitern des Brexit-Abkommens im britischen Parlament muss Premierministerin Theresa May einen Ausweg finden.

Offiziell will May mit der Opposition und Rebellen in der eigenen Partei bei Gesprächen einen Konsens suchen. Doch es gibt Zweifel daran, ob sie das wirklich ernst meint. Oppositionschef Jeremy Corbyn von der Labour-Partei will erst gar nicht daran teilnehmen, solange May einen Brexit ohne zusätzliche Nachverhandlungen mit Brüssel zum Abkommen nicht vom Tisch nimmt. Bislang sieht es nicht so aus, als würde May von ihrer roten Linie abweichen. Nur die Brexit-Hardliner in der Tory-Partei zeigten sich zufrieden mit den Gesprächen – sie wünschen nichts sehnlicher herbei als einen chaotischen EU-Austritt.

Eine Mehrheit der Abgeordneten will dagegen den „No Deal“ unbedingt verhindern. Am 29. Januar soll im Unterhaus über den Fahrplan debattiert und abgestimmt werden. Die Abgeordneten haben die Möglichkeit, die Beschlussvorlage abzuändern. Ein großer Teil der Opposition wünscht sich eine engere Anbindung an die EU als bisher vorgesehen. Die Mitgliederschaft in der europäischen Zollunion und möglicherweise im Binnenmarkt dürfte daher auf den Tisch kommen. Forderungen nach Nachverhandlungen mit Brüssel über die als „Backstop“ bekannte Garantie für eine offene Grenze zwischen Irland und Nordirland dürfte ebenfalls aufkommen. Das Parlament kann ein „No Deal“-Szenario nur verhindern, indem es sich auf eine Alternative dazu einigt. Das Austrittsdatum 29. März ist im EU-Austrittsgesetz festgeschrieben. Es bräuchte also zudem eine Gesetzesänderung, um ein unbeabsichtigtes Herausschlittern aus der EU zu vermeiden. Bisher sieht es nicht danach aus, als würde es eine Mehrheit für irgendeinen alternativen Plan geben. Daher spricht vieles dafür, dass Großbritannien den Austritt noch einmal verschieben muss, um Zeit zu gewinnen.

Ich finde es sehr schwach, dass sie aus der EU raus wollen. Wahrscheinlich bringt es keine Nachteile. Es ist einfach ein Trend, der sich in der EU entwickeln wird. Es ist ein Anfang vom Bruch der EU. Meiner Meinung nach wurden die Ostblockländer zu früh in die EU aufgenommen. Länder wie Bulgarien und Rumänien haben einfach nicht die Standards. Sie wollen wie wir leben, aber das ist schwierig. In 20 bis 25 Jahren wird es die EU so nicht mehr geben. Schwache Länder kommen dazu, wirtschaftsstarke Länder treten aus. Der Brexit wird unkontrolliert kommen, da die Zeit drängt – Reiner Selle aus Walsrode

Es ist schwierig. Das Parlament ist emotionaler dabei, ganz anders als bei uns. Es gibt immer zwei Sichtweisen. Ich finde es bemerkenswert, wie Theresa May kämpfen kann. Sie setzt sich für das ein, von dem sie überzeugt ist. Ich denke, es wird Neuwahlen geben, und es wird anders ausgehen als beim ersten Mal. Manche müssen sich die Köpfe heißreden, um zu einem Ergebnis zu kommen. Auf der anderen Seite sind es viele Menschen, die davon betroffen sind. Der erste Schritt brachte viel Unruhe mit. Man kann nur abwarten und Tee trinken – Annegret Lühmann mit Lukas Seidler

Theresa May ist eine starke Frau. Sie lässt sich nicht einschüchtern. Alleine, wie cool sie nach dem Scheitern der Abstimmung über das Brexit-Abkommen reagiert hat! Eine weitere Abstimmung wird es nicht geben. Dazu sind sie sich zu uneinig. Ich glaube, dass die Engländer überrascht waren, dass es eine Mehrheit für den Brexit gab. Sie haben sich damit selbst keinen Gefallen getan. Ich denke, dass durch den Brexit vieles teurer wird. Die Engländer werden durch den Brexit keine Vorteile haben. Es ist schwer abzuschätzen, was als Nächstes passieren wird. Ich möchte es nicht entscheiden müssen – Elke Baars aus Hünzingen

Es ist eine richtige Lachnummer. Man kann es nicht mehr hören, da bekommt man lange Ohren. Ein einziges Hin und Her, was Theresa May alles vor hat. Ich kann es verstehen, dass sie aus der EU austreten wollen. Brüssel macht alles teurer. May wird nicht zurücktreten. Es wird am Ende so sein, dass sie wieder der EU beitreten. Davon gehe ich stark aus. Sie werden noch mal wählen und dann ist es mit dem Brexit vorbei. Sie hatten ja nur eine knappe Mehrheit, die dafür stimmte, und waren selbst über das Ergebnis erschrocken. Aber ein Nachteil wäre der Brexit für uns nicht – Manfred Garbade aus Walsrode

Für die Engländer bedeutet der Brexit nur Nachteile, für uns im weitesten Sinne auch. Der Handel wird teurer, aber eher haben die Engländer die Probleme. Es wird auf Neuwahlen hinauslaufen. Es bleibt nichts anderes übrig. Die Handlung damals war überstürzt. Was rechnen sie sich damit aus? Es ist sehr vielschichtig, was alles da dranhängt. Theresa May sollte mittlerweile zurücktreten. Sie hängt ihre Fahne immer in den Wind. Erst gegen den Brexit, nun kämpft sie dafür. Aber das ist ein bekanntes Phänomen der Politiker allgemein – Annemarie Müller aus Soltau

Ich finde den Austritt schade für die Briten und für die EU. Ich kann mir vorstellen, dass die Konsequenzen nicht bis in letzte Detail durchdacht wurden. Aber es ist absehbar, dass es von Nachteil für sie ist, alleine wenn ich an die Versorgungslage in Großbritannien denke. Da gibt es richtig Probleme. Ein zweites Referendum wird es aber nicht geben. Die politischen Befürworter des Brexits werden es zu verhindern wissen und erfolgreich sein. Theresa May hat keine Wahl. Sie muss jetzt aus der Situation das Beste machen. Es gibt zurzeit nur Probleme. Aber sie wird es durchziehen – Franz Kühne aus Bockhorn

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