Was halten Sie davon, dass der Postbote sich bei Senioren nach dem Befinden erkundigt?

15. April 2018

In diesem Monat startet in Bremen ein Modellprojekt mit dem Namen „Post 2.0“.

Dahinter verbirgt sich ein Service, den Senioren oder Behinderte in Anspruch nehmen können. Sie selber oder ihre Angehörigen müssen die Deutsche Post damit beauftragen, einmal am Tag bei dem Anspruchnehmer zu klingeln und sich nach dessen Wohlbefinden zu erkundigen. Öffnet niemand die Tür, rufen die Zusteller beim Johanniter-Hausnotruf an und bitten ihn, sich um den Fall zu kümmern oder eventuelle Familienangehörige zu benachrichtigen. Treffen sie jemanden an, kann in einem kurzen Gespräch geklärt werden, ob der Anspruchnehmer Hilfe benötigt oder ob alles in Ordnung ist.
Als weiteren Service bietet man in Bremen auch das Überreichen eines Faltblattes an mit Informationen über ehrenamtliches Engagement in sozialen Dienstleistungszentren. Außerdem ist es möglich, sich per Einschreiben Bargeld ausliefern zu lassen, welches der Anspruchsteller zuvor per Telefon bei seinem Kreditinstitut angefordert hat.
Der Vorteil zum Hausnotruf, der allerdings 24 Stunden erreichbar ist, besteht darin, dass beispielsweise allein lebende hilfsbedürftige Personen so wenigstens einmal täglich an den Werktagen persönlichen Kontakt zu jemandem haben.
Die Einstellung von zusätzlichem Personal ist in Bremen zumindest für das Modellprojekt nicht vorgesehen. Dennoch stößt sich Zusatzarbeit nicht auf Ablehnung bei den Interessenvertretern der Briefzusteller, da sie langfristiger denken: Da im E-Mail-Zeitalter weniger Briefe auszutragen sind, könnten neue Aufgaben somit auch die Arbeitsplätze der Angestellten sichern.

Für die soziale Kommunikation finde ich den Vorschlag wichtig und gut. Viele ältere Menschen haben keine Angehörigen in der Nähe wohnen. So hätten sie wenigstens einmal am Tag menschlichen Kontakt und fühlen sich vielleicht besser in der Gemeinschaft aufgehoben. Wenn die Postboten sich nicht überlastet fühlen, finde ich die Idee großartig – Karin Erler aus Walsrode

Für ältere Leute finde ich die Idee klasse! Ich finde dieses anonyme Wohnen schlimm – manche Menschen kennen nicht mal ihre Nachbarn. Wenn ein Postbote das alles abdecken kann, ist es eine gute Sache. Allerdings sind die Austräger doch oft überlastet. Das Risiko besteht aber leider auch, dass Ganoven das irgendwie ausnutzen. Es kann andererseits immer was passieren, ganz absichern kann man sich ja nie – Christa Weikert aus Walsrode

Im Prinzip finde ich den Vorschlag gut, wobei der Hintergrund der Sache ja eigentlich traurig ist. Aber es tut den allein lebenden Menschen immer gut, einfach jemanden zu haben, der ihnen mal zuhört. Das kenne ich noch aus meiner Zeit als Taxi-Fahrer. In Finnland kann man die Postboten sogar zum Rasenmähen bestellen. Soweit wird es hier wohl nicht kommen – Knut Schimke aus Walsrode

Vom Grunde finde ich die Idee positiv, wenn jemand so eine Serviceleistung erbringt. Allerdings habe ich Bedenken, ob man die Postboten damit nicht überfordert. Schon jetzt ist das Streßlevel bei ihnen sehr hoch. Man müsste ihnen dann mehr Zeit zur Verfügung stellen. Alles in allem eine gute Idee – Uwe Eilers aus Bomlitz

Ich arbeite selber bei der Post und finde das Prinzip sehr gut. Allerdings müsste der Arbeitgeber mehr Zeit dafür zur Verfügung stellen. Ich merke selber, wie wichtig manchen Menschen das Gespräch ist, wenn sie alleine wohnen. Oft warten sie schon am Gartenzaun, um ein bisschen zu reden. Da halte ich auch mal an, wenn derjenige keine Post bekommt – Fabian Bock aus Walsrode

Ich finde die Idee sehr gut. Viele Rentner leben heute ja alleine und haben keinen Kontakt zu Nachbarn oder anderen Mitmenschen, wenn sie auch keine Verwandten in der Nähe haben. Dann vereinsamen sie. Geld liefern lassen würde ich mir allerdings nicht, da wäre mir das Risiko zu hoch – Maria Klinkert aus Hodenhagen

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