Warten Sie auch auf eine Postzustellung?

5. Juli 2015

Briefträger und Paketboten der Deutschen Post befinden sich seit dem 8. Juni im unbefristeten Streik.
Hintergrund des Konflikts ist der Aufbau von 49 regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung, bei denen bislang rund 6.000 Paketboten nicht nach dem Haustarif der Post, sondern nach oft niedrigeren, regionalen Tarifverträgen der Logistikbranche bezahlt werden. Ein letztes Ultimatum der Gewerkschaft Ver.di ließ die Post zuvor verstreichen. Aber jetzt gibt es eine neue Chance auf eine Einigung – seit  Freitag gehen die Verhandlungen zwischen Post und Verdi weiter.  Zunächst sind zwei Verhandlungstage angesetzt.
Nach Angaben der Gewerkschaft werden die unbefristeten Poststreiks bis zu einer Einigung fortgesetzt.  Wegen des andauernden Streiks bei der Post sollten Abiturienten ihre Studienplatz-Bewerbungen unbedingt per Expressbrief versenden. Dazu hat das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut geraten. Am Mittwoch, 15. Juli, läuft um 24 Uhr für viele Studiengänge in Deutschland die Bewerbungsfrist zum Wintersemester ab. Da wegen beizufügender Dokumente oder Anforderungen der Universitäten ein Versand per E-Mail oft nicht in Frage komme, sollten die Studienbewerbungen per Expressbrief zugestellt werden.
Das kostet zwar mehr (10,50 Euro), sei aber eine sicherere Alternative, weil laut Deutsche Post AG Express-Sendungen von streikbedingten Verzögerungen nicht betroffen sind, sagte ein Sprecher. Mit unverminderter Härte ist der Post-Streik in die vierte Woche gegangen. Trotz der geplanten Wiederaufnahme von Verhandlungen will die Gewerkschaft Ver.di weiter streiken.

Bei meinem kleinen Privathaushalt, habe ich keine Schwierigkeiten mit der Post. Davon bin ich nicht abhängig und warte auch auf nichts Bestimmtes. Ich habe schon Verständnis für den Streik. Die Postzusteller müssen bei Wind und Wetter raus und bekommen immer mehr Arbeit. Wenn es machbar wäre, sollte einmal die Woche Post ausgeliefert werden. Es gibt viele, die dringend auf Post warten und die Post muss sowieso ausgetragen werden. Ich wähle auch weiterhin den Postweg. Man weiß, dass sich alles verzögern kann und hat daher Geduld – Edith Buchholz aus Benefeld
Edith-Buchholz
Ich habe ältere Nachbarn, die bestellen oft Medikamente per Post. Da ist es schlimm, wenn sie darauf warten müssen. Die Post hat auch Nachteile, was liegen bleibt, muss aufgeholt werden. Und das bedeutet doppelte Arbeit, weil das Neue dazukommt und das braucht wieder länger. Manche Sachen bekommt man nur übers Internet. An sich erhalte ich nicht viel Post. Vieles was ich verschicke, geht über Hermes und die streiken nicht. Die Leute weichen auf Alternativen aus und die Post macht Verluste. Jeder verdient im Grund zu wenig. Aber es wird nicht immer gestreikt – Aileen Tischel aus Walsrode
Aileen-Tischel

Verstehen kann ich den Streik, aber die Art und Weise, wie er ausgeführt wird nicht. Die Zustellung müsste anders geregelt sein, so dass mindestens ein- bis zweimal die Woche die Post ausgetragen wird. Wir bekommen seit dreieinhalb Wochen keine Post mehr. Wir warten auf Päckchen für die Enkelin. Sie benötigt etwas für die Schule. Das ist schon ärgerlich.  Rechnungen müssen auch beglichen werden. Die Einnahmen fehlen und die Verzugszinsen nimmt einen keiner ab. Die meiste Post, wenn möglich, geben wir  über E-Mail raus. Sonst habe ich nichts, was im Moment mit der Post verschickt werden muss – Klaus Rother aus Walsrode

Klaus-Rother[1]

Grundsätzlich wartet man zu Hause auf die Post. Auf der anderen Seite muss man verstehen, das die Postboten immer mehr leisten müssen, aber die Bezahlung steigt nicht entsprechend. Es entsteht bereits morgens viel Stress beim Sortieren. Das wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus. Die Arbeitgeber sollten sich Gedanken machen, wie sie die Arbeitsverhältnisse verbessern können. Ich habe jetzt Post – eine DVD mit Fotos einer Feier – verschickt. Die war 14 Tage unterwegs und wurde schon sehnlichst erwartet – Rainer Treichel aus Düshorn

Rainer-Treichel

Wir haben zweieinhalb Wochen keine Post bekommen. Die ganze Post kam dann in zwei Schüben nacheinander. Rechnungen und Briefe, die auch überfällig waren, wie unter anderem zur Schulbuchausleihe. Das ist schon ärgerlich, aber die Schule hatte dafür Verständnis. Einerseits kann ich den Streik verstehen, andererseits muss die Post auch wettbewerbsfähig bleiben und sie sind nicht die einzigen auf dem Markt. Die Preise sind schon heftig. Oft steht bei Paketen die Gebühr in keinem Verhältnis zum Inhalt. Wir verschicken unsere Post normal, in der Hoffnung, dass sie ankommt. Alle wissen, das gestreikt wird – Raica Lindner aus Walsrode

Raica-Lindner

Verständlich ist es vielleicht schon, aber für diejenigen, die auf wichtige, existentielle Post warten, ist es anstrengend. Wir persönlich bekommen nicht so viel Post, das hält sich in Grenzen und wir erwarten auch nichts Wichtiges. Vieles läuft schon über E-Mail. Ich persönlich verkaufe viel bei E-Bay und habe jetzt den Weg über Hermes gewählt. Die streiken nicht, da kommen die Sachen an und die Preise des Versands sind vergleichbar. Die Post wird vielleicht Kunden verlieren, aber den Postweg muss man immer haben. Hermes ist nur für Pakete zuständig – Daniel Rose mit Annelie aus Hamwiede

Daniel-Rose

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