Waren Sie in diesem Jahr schon Pilze sammeln?

4. Oktober 2015

„Sie schießen wie die Pilze aus dem Boden“, im wahrsten Sinne des Wortes! Das feucht-warme Klima lässt die Pilze nun nach dem langen Sommer zurzeit aus dem Boden sprießen. Man braucht lediglich ein Messer und einen Korb und hat mit ein bisschen Glück ruckzuck eine schmackhafte Mahlzeit zusammen.

Wenn man die Pilze bereits im Wald gut säubert, spart man sich Arbeit und Dreck zu Hause. Übrigens steht der echte Sammler früh auf und hat so die besten Chancen Pilze zu finden. „Doch welche Pilze kann ich ohne große Bedenken sammeln?“ „Es sind fast alle Röhrenpilze“, sagt der Fachmann. Die Pilze also, mit einem Schwamm an der Unterseite. „Es gibt lediglich zwei Röhrenpilze die nicht essbar – zwar nicht giftig, eher ungenießbar – sind.

Das sind der Satanspilz und der Bitterpilz. Den Satanspilz erkennt man daran, dass er sich beim Durchschneiden des weißen Fleisches bläulich verfärbt. Hutfutter und Stiel sind eigentümlich rötlich. Den Bitterpilz (auch Gallenröhrling) erkennt man an seinem Futter. Es ist jung weiß, weißgrau, dann rosa und er schmeckt wirklich gallebitter.

Die anderen Röhrenspilze sind die, welche man in der Pfanne mit Butterschmalz, Zwiebeln, Salz und Pfeffer zubereiten kann. Am besten geeignet sind Steinpilze, Maronen oder der Butterpilz. Ist man sich nicht 100-prozentig sicher, ob ein Pilz essbar oder giftig ist, so sollte er im Wald stehen gelassen werden.

Für echte Einsteiger ist auch die Anschaffung eines Pilzbuches zur Bestimmung sinnvoll, das man bei Wanderungen im Wald immer dabei haben sollte. Sicherlich, man sollte nicht allzu viele Pilzmahlzeiten zu sich nehmen. Doch sollten einmal mehr Pilze im Korb gelandet sein, als man mit einer Mahlzeit verspeisen kann, dann empfiehlt es sich, die Pilze nach altem Rezept „aufzuleinen“. Hierzu werden die Funde in kleine, ca. drei Zentimeter große Stücke geschnitten, mit einer Nadel auf einen starken Faden gezogen und an einem trockenen Ort getrocknet.


Meine Tochter ist Fachfrau in Bezug auf Pilze und gibt an der VHS Kurse „Pilze sammeln und verwerten“. Sie kennt sich sehr gut aus. Ich sammle nur die Pilze, die ich kenne, wie Maronen, Steinpilz und Perlpilz. Bei Champignons bin ich sehr vorsichtig, da sie dem Knollen-Blätterpilz sehr ähnlich sind. Dann brate ich noch gerne Pfifferlinge und Kremplinge koche ich ab. Darein sollte man auch nicht zu viele essen. Dieses Jahr gibt es viele Pilze. Am besten schmeckt mir die Steinpilzsuppe oder sie kommen ins Gulasch. Was über ist, verschenke ich lieber. Lecker ist auch der Parasol-Pilz, den kann man braten wie ein Schnitzel – Ingeruth Bachmann aus Fulde


Ich war dieses Jahr noch nicht in den Pilzen. Ich weiß auch nicht, wann ich das letzte Mal Pilze gesammelt habe, aber es hat was nach dem Motto: „Leben aus der Natur“. Man ist an der frischen Luft und es ist regional bezogen, weil man in der Regel nicht weit fährt. Im Supermarkt weiß man oft nicht, wo die Lebensmittel herkommen und oft sind gerade die Pilze dick verpackt. Da sind Pilze direkt aus dem Wald praktischer und umweltschonender. Meine Großmutter hat mich immer zum Blaubeerpflücken und Pilzsammeln mitgenommen – Peter Kanschat aus Bad Fallingbostel  


In der Beziehung habe ich ein Kindheitstrauma. Wir Kinder mussten mit unseren Eltern immer zum Pilzesammeln. Die wurden dann in der Badewanne gewaschen und in Gläser eingekocht. Den Geruch habe ich heute noch in der Nase. Heute esse ich, wenn, nur noch Champignons aus dem Supermarkt. Die brate ich in der Pfanne mit Zwiebeln oder mache Sahnechampignons. Ich würde heute auch keine essbaren Pilze mehr erkennen und hätte Angst, mich und meine Familie zu vergiften. Von daher war ich seit meiner Kindheit nicht mehr Pilzesammeln – Kerstin Schneller mit Enkeltochter Jule aus Walsrode

 


Wir gehen nicht mehr Pilze sammeln. Das letzte Mal liegt 25 Jahre zurück. Nun sind wir uns zu unsicher, was Pilze betrifft. Es ist einfach zu umfangreich. Früher waren wir gerne mit den Kinder sammeln. Es war immer ein schöner Ausflug. Dann wurden die Pilze einfach mit Speck und Zwiebeln angebraten und mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt. Unsere Tochter war auch schon mit anderen Frauen und Enkeltochter los. Aber alleine ist sie zu unsicher. Geschmacklich sind die Selbstgesuchten besser, da man sie so zubereiten kann wie man will – Jutta und Edgar Fabisch aus Walsrode


Wenn überhaupt, sammeln wir Pilze die wir kennen, wie Maronen, Birkenpilze, Steinpilze und Rotkappen. Kremplinge nehmen wir nicht. Jetzt ist die Zeit und die Feuchtigkeit optimal, um Pilze zu sammeln. Zweimal waren wir schon im Kroger Wald los. Es gibt genug Pilze, es hat sich gelohnt. Mein Vater hatte ein besonderes Rezept mit in Essig eingelegte Pilze. Wir braten sie lieber mit Speck und Zwiebeln. Eingefroren und getrocknet haben wir auch schon welche. Das Sammeln ist an sich das Schönste, im Gegensatz zum Säubern. Angela und Gerhard Kraml aus Bad Fallingbostel


Früher haben wir mit den Kindern immer sehr viele Pilze gesammelt und hatten richtig Ahnung, aber heute nicht mehr. Ich habe eigene Rinder und auf der Weide auf der sie grasen, wachsen Champignons und im hinteren Teil der Knollenblätterpilz. Ich kann sie auseinander halten, aber man muss schon sehr gut aufpassen. Champignons dürfen auch nicht zu alt werden. Am besten schmecken die Pilze angebraten mit viel Zwiebeln und Speck auf Brot. Es gibt auch die Variante mit Omelett, aber davon bin ich kein Freund – Manfred Wittenmayer aus Schneeheide



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