Wächst Ihre Spendenbereitschaft zu Weihnachten?

15. Dezember 2019

Gerade zum Fest der Liebe rufen verschiedene Tierschutz- und Menschenrechtsorganisationen zu Spenden auf.

Nicht ohne Grund – in der Adventszeit sammeln gemeinnützige Institutionen das meiste Geld. Warum öffnen viele Menschen traditionell zu Weihnachten ihren Geldbeutel für den guten Zweck?
Für viele Menschen ist die Adventszeit die schönste Zeit des Jahres: süßes Gebäck, der Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, Zeit für Familie und Freunde. Es ist aber auch die Zeit, in der wir besonders empfänglich sind für die Nöte anderer Menschen. Laut einer repräsentativen Meinungsumfrage werden in diesem Jahr zwei Drittel (66 Prozent) aller Bundesbürger zu Weihnachten Geld für wohltätige Zwecke spenden.

Woher kommt diese enorme Spendenbereitschaft zur Adventszeit? „Eine theologische Erklärung ist, dass wir alle an Weihnachten von Gott mit der Geburt Jesu beschenkt wurden und das auch weitergeben“, erklärt Dr. Judith Hartenstein, Professorin für Evangelische Theologie am Campus Landau. Hinzu kommt, dass Geschenke zu Weihnachten und besonders an Kinder und arme Menschen eine lange Tradition haben. Hartenstein: „Es fängt mit den drei Weisen an, die dem Kind Geschenke mitbringen.“
Eine weitere biblische Begründung könne man aus der Bezeichnung Weihnachten als „Fest der Liebe“ ableiten: „In der Bibel ist Liebe weniger als Gefühl zu verstehen, sondern als konkretes Handeln für andere Menschen. Demnach sind Spenden – sei es in der Weihnachtszeit oder nicht – eine Form von Nächstenliebe“, argumentiert Hartenstein. Aber es gibt auch pragmatischere Gründe: Spenden sind steuerlich absetzbar und um diese Zeit lässt sich gut absehen, wie die persönliche Finanzlage ist. Außerdem ist es ein schöner Gedanke, sich selbst reich zu fühlen und auch an andere zu denken.

Es kommt immer darauf an. Wenn im Kaufhaus ein Stand ist, an dem man etwas abgeben kann, kommt auch schon mal von uns etwas dazu. Auch für Kriegsgräber geben wir immer gerne etwas. Es sind bei uns immer die gleichen Organisationen, die etwas bekommen. Wenn zu viele an der Haustür stehen, werden wir vorsichtig. Da ist bei uns im Ort schon so einiges passiert. Wir sind in mehreren Vereinen aktiv, wie unter anderem SoVD, im DRK und Sportverein. Wenn Not am Mann ist, wird geholfen. Aber das muss jeder für sich entscheiden und nicht gucken, was der Nachbar gibt – Bernhard Wolkenhauer aus Düshorn

Die Leute suchen sich ihre Organisationen gezielt aus, denen sie etwas spenden möchten. Ich selbst bin in der Öffentlichkeitsarbeit im Tierschutz tätig. Es gibt in dieser Zeit ständig jemanden, der um Spenden bittet. Bei uns ist die Resonanz auch besonders groß. Es sind hauptsächlich die kleinen Beträge, die wichtig sind. Die Bürger sind jetzt auch mehr darauf fokussiert, Mitgliedschaften abzuschließen, als nur einmal zu spenden. Es ist bekannt, dass so ein Verein nur durch planbare Hilfen lebt. Jeder Verein rechnet mit dem Geld. Ich bin unter anderem auch bei den Maltesern aktiv. Die machen einen guten Job – Mario Zemke aus Großburgwedel

An sich ja. Ich spende immer um diese Zeit viel. Zum Beispiel für „Ein Herz für Kinder“, oder ich gebe auch gerne etwas für den Verein „Frauen helfen Frauen“. Das liegt mir sehr am Herzen. Man selbst wäre auch froh, wenn man Hilfe bekommt. Auch für den Tierschutzverein spende ich, da ich auch einen Hund und eine Katze habe. Tiere können sich nicht wehren. Kein Tier würde den Ast absägen, auf dem er sitzt, aber der Mensch macht es. Viele Geschäfte geben ihre Ware an die Tafel ab, bevor sie es in den Container werfen. Das ist gut so. Leider sind viele Rentner auf die Tafel angewiesen, da sie eine kleine Rente bekommen. Da bleibt nach Abzug der Miete nicht viel – Beate Müller aus Hademstorf

Ich spende wirklich mehr zu Weihnachten, weil auch stärker geworben wird. Überall häufen sich die Medienaufrufe. Außerdem ist auch mehr Geld in der Kasse. Für den Tierschutzverein spende ich das ganze Jahr über. „Brot für die Welt“ und Kinderhilfswerke unterstütze ich ebenfalls gerne. Ich spende regelmäßig bei „Wikimedia“ – „Wikipedia“. Auch mein Kleingeld kommt oft in die Box an der Kasse. Die Aktion „Herz für Kinder“ ist so groß aufgezogen, da spenden eh schon so viele, daher gebe ich lieber kleineren Organisationen etwas, die nicht so massiv auftreten. Bei Türgeschäften bin ich vorsichtig – Dorothea Heeg aus Wittorf

Ich spende die Babywäsche an die Neugeborenenstation eines Bremer Krankenhauses. Da ist der Bedarf besonders groß. Ich selbst arbeite im Krankenhaus in Rotenburg und habe auch dort den Aufruf mitbekommen. Sonst habe ich keine Ambitionen zum Spenden. Ich wollte mal Blut spenden, wurde dann aber abgelehnt. Die Bereitschaft ist aber weiterhin da. Da wir abseits auf dem Dorf leben, verirrt sich auch keiner und klingelt an der Tür, um Spenden zu sammeln. Auch die Spendenaufrufe im Fernsehen bekomme ich nicht mit, da ich durch meinen Sohn kaum zum Fernsehen gucken komme – Monika Skibinski aus Ottingen

Zu Weihnachten gebe ich definitiv gerne mehr. Momentan bin ich beim Verein „Tier“ aktiv. Ich bin vor Kurzem umgezogen, da ist das Geld knapp. Zurzeit sind die Leute nicht so gut zu sprechen, weil ständig irgendwelche Organisationen Spenden sammeln. Es gibt aber auch viele, die gerne etwas geben. Der Durchschnitt liegt zwischen sieben und 15 Euro. Langfristige Mitgliedschaften sind sinnvoller, da man dann planbare Hilfe hat. Gerne gebe ich auch etwas in die Tier-Futterboxen. Für mich kommt es einer Geldspende gleich, und man weiß, dass die Hilfe direkt ankommt – Fernando Eidenschink aus Springe

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