Foto: Sohnemann

VW Caddy Tramper

30. Dezember 2014

VW Caddy Tramper Kurt Sohnemann
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.5


Bett immer in der Nähe.

Nicht selten werden Autofahrer nicht nur von anderen ihresgleichen überholt, sondern auch von der Müdigkeit. Wenn dann die Augen zufallen, müssen die Rückenlehnen der Vordersitze herhalten und nach spätestens zehn Minuten ist die Erholungszeit dank eines schmerzenden Rückens wieder beendet. Der sehnlichste Wunsch in diesen Stunden lässt sich mit dem historisch unbedeutsamen Satz „Ein Königreich für ein Bett“ zusammenfassen. Daran sollte es nicht scheitern, wenn das Angebotsregal von Volkswagen einmal gründlich in Augenschein genommen wurde. Und auch Pferde sind genügend vorhanden.

Denn wenn die Wahl auf den Caddy „Tramper“ fällt, gibt es 140 davon in gezähmter bis ungezügelter Variante unter der Fronthaube. Dieser „Tramper“ ist von den Vätern der Schöpfung aus einem ganz normalen Caddy entwickelt worden und ist viel mehr, als nur ein ganz normales Fahrzeug. Der extravagante Ableger aus dem Stöckener Werk des Volkswagen-Konzerns wurde so gebaut, wie ihn die Nachfahren der Woodstock-Jünger lieben. Er hat ein Bett im Gepäckraum, dass nicht erst großartig errichtet werden muss. Bei den nötigen Vorkehrungsmaßnahmen mit Daunendecke und kuscheligem Kopfkissen kann die zehn Zentimeter dicke Matratze für jeden Bedarf umgehend genutzt werden. Auch, wenn es einmal dringend ist, was an Übermüdung, Testosteronschüben oder auch einfacher Relaxsucht nach langen Autofahrten liegen kann.

Ist der Caddy „Tramper“ von seinem Fahrer für einen Wochenendtrip eingeplant, steht er bereitwillig für jede Menge Gepäck zur Verfügung. Das lässt sich bestens unterhalt der Liegefläche verstauen und kann zudem noch in allerhand Taschen und sonstige mit Reißverschlüssen versehene Aufbewahrungsmöglichkeiten gesichert werden. Auch an den Seitenwänden hält sich der Tramper nicht mit Regalwänden im Hängemodus zurück. Ob Hygieneartikel oder der Campingkocher mit Zubehör für den ganz großen Küchenauftritt beim Festival – der Tramper nimmt bereitwillig einen großen Fundus für Abenteuer und Hobby mit auf die Reise. Klar, dass sich bei Bedarf auch die Liegefläche so in seiner Dimension reduzieren lässt, dass auch mehrere Personen mit auf die Reise gehen können. Das dürfte aber dem Herrn oder der Dame hinter dem Lenkrad gar nicht so sehr passen, denn bequemer ist es, den Tramper mit maximal zwei Personen zu besetzen. Dabei profitiert das Fahrzeug von den technischen Leistungen des Konzerns. Die Landschaft vor den beiden Insassen in der ersten Reihe verkünden unzweifelhaft, wer der Urheber des urlaubssüchtigen Großraumfahrzeugs ist.

Das VW-Interieur schert nicht aus dem Familienauftritt aus. Alle Handgriffe sind identisch mit denen eines Golf-Piloten und lassen sich schnell und leicht merken. Zudem sind die Bedienungselemente so angeordnet, dass sie leicht erreichbar und problemlos zu schalten und knipsen sind. Trotz der nicht zu übersehenden Dimension des Trampers ist er leicht manövrierbar und bietet sogar eine akzeptable Übersicht. Das zeugt von Weitsicht der Bauherren. Wer schnell mal eben zu einem Konzert fahren will, kann sich darauf verlassen, dass er sich mit mindestens 190 Stundenkilometern der Soundlandschaft nähert.

Zwar erklärt sich aus der Physik, dass die Angriffsfläche des Seitenwindes bei einem Tramper größer ist, als bei einem Up, doch die VW-Schaffenden haben das Fahrzeug so aufgestellt, dass ein gut abgestimmtes Fahrwerk die Höchstgeschwindigkeit auch ohne Stoßgebete bei unvorteilhaften Witterungsverhältnissen für Beherrschbarkeit sorgt, auch wenn Oma mal das Ruder übernehmen sollte. Mit dem Caddy Tramper ist VW ein Auto gelungen, dass sich für Freizeitliebende und spontane Zeitgeister eine große Hilfe ist. Dabei nimmt er sich nur bescheidene Schlückchen aus dem Tank, denn der Testverbrauch von 7,0 Litern Diesel für hundert Kilometer im Drittelmix frisst niemandem die Haare vom Kopf, auch wenn mancher Fahrer aus modischen Gründen so aussehen mag.

(so)

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