Ein Pick Up mit vielen praktischen Fähigkeiten – der VW Amarok. Foto: so

VW Amarok 3.0 V6 – Auch durch Widrigkeiten kommen

14. Mai 2017

VW Amarok 3.0 V6 – Auch durch Widrigkeiten kommen Kurt Sohnemann
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.8


Walsrode. „Ich will nicht auf die gewohnten Annehmlichkeiten verzichten, wenn ich auf die Baustellen fahren muss oder mal den geschossenen Keiler vom Waldrand bergen will“, ist eine einleuchtende Erklärung, warum der VW Amarok im Fuhrpark aufgenommen wurde. Dabei ist es gar nicht notwendig, über eine stattliche Ansammlung von Fahrzeugen zu verfügen, um diesen robusten Volkswagen zu rechtfertigen.

Der athletische Wühler wurde einst bei Wüstenrallyes ebenso eingesetzt, wie er auch in heimischen Gefilden die vierrädrigen Kameraden aus dem Dreck zu bergen hat, die sich auf dem Turnierplatz mangels Geländefähigkeit zu weit aus dem Fenster lehnen. Die Rallye Dakkar ist zwar von Volkswagen aus dem Kalender gestrichen, dafür darf der Amarok aber nach wie vor den Duft von Schlamm und Wasser spüren, wenn er im Alltag eingesetzt wird.

Der Hannoveraner ist kein Pseudo-Offroader. Er ist ein Pick Up, der sich auch als solcher auf und neben der Straße bewegen darf. Die Bauweise ist allerdings nicht nur beruflich bedingt zu begründen, auch Hipster oder solche, die sich dafür halten, lassen gern etwas Abenteuer in ihr Leben, wenn sie vor den Clubs gleich einen halben Parkplatz mehr durch die 5,25 Meter Länge in Anspruch nehmen. Die Dimension hat natürlich seine Vorteile. Auf der Transportfläche lassen sich allerhand Gegenstände befördern. Nur sollte der Käufer des Amaroks daran denken, das Gepäckabteil mit einer Gummimatte auslegen zu lassen. Leicht könnte bei einer Vollbremsung aus dem Bierkasten ein Scherbenhaufen werden.

Auch andere Crashvarianten sind vorstellbar. Da bei all seiner Vielseitigkeit der Fahrgastraum immer die gleiche Umgebung darstellt, hat VW sich zu einer Variante entschlossen, die sich durchaus auch im Premiumsegment der Limousinen sehen lassen kann. Die fünf Passagiere in der Doppelkabine haben zwar ein erhabenes Gefühl, weil sie ein Stück weit über den Verkehr hinwegsehen, werden nicht selten etwas geschaukelt, als säßen sie in einem Lkw, was der Amarok ja schließlich im weitesten Sinne ist, genießen aber eine relativ ruhige Atmosphäre in der Kabine. Der Amarok wird durch unterschiedliche Aggregate angetrieben. Die Testvariante mit dem 224 PS starken V6 Diesel, der auch im Touareg seine Dienste versieht, zeigte sich dabei in der Leidenschaft eines sportlichen Hochsitzes. Aus dem Stand bis Tempo 100 sind in 7,9 Sekunden erledigt und 193 km/h als Höchstgeschwindigkeit sind auch nicht üblich in der Klasse der leichten Lkw.

Der V6-Diesel ist mit einem Doppelkupplungsgetriebe ausgestattet, das bereits in vielen anderen Modellen der VW-Familie Lorbeeren für sich einstreichen durfte. Komfortabel schaltet sich das Fahrzeug serienmäßig durch die acht Gänge. Das Allradsystem greift je nach Bedarf und wer nur Heckantrieb möchte, hat bei VW auch dafür eine Option. Eine Ganguntersetzung und Differenzialsperre machen den eigentlichen Grund des Baus solcher Fahrzeuge deutlich. Der kräftigste VW Amarok kann durchaus als Verbrauchsminimalist betrieben werden. Wer aber weder auf Leistung noch auf Spaß verzichten möchte und vom Portmonee keine Vorgehensweise vorgeschrieben bekommt, darf sich im Amarok V6 austoben.

Die Technik gibt alle Möglichkeiten her. Im Test ließ sich der in Hannover produzierte Vertreter robuster Fahreinsätze 9,3 Liter Diesel gefallen. Das ist nicht wenig – er wurde aber auch nicht im Schongang durch die Drecklöcher der Region gefahren. Wer auf Baustellen und im Gelände ebenso zu Hause ist, wie auf dem Boulevard, ist in einem Amarok keineswegs falsch aufgehoben. Ein Durchkommen gibt es für den Kameraden mit Diesel auf der Speisenkarte immer.

Kurt Sohnemann

 

Volkswagen Amarok V6 TDI Anventura: Hubraum: 2.967 ccm – Zylinder: 6 V – Leistung kW/PS: 165/225 bei 3.000 U/min – Max. Drehmoment: 500 Nm/1.400 Höchstgeschwindigkeit: 193 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 7,9 sek. Leergewicht: ab 1.857 kg – Zul. Gesamtgewicht: bis 3.080 kg Zuladung: bis 1t – Verbrauch (Test): 9,3 l/100 km Anhängelast gebr.: 2.800 – 3.500kg – Kraftstoffart: Diesel – Tankvolumen: 80 l CO2-Ausstoß: 199 g/km (WA) – Euro 6 Grundpreis: 46.525 Euro (netto)

 

Schlagworte:

, , ,



Back to Top ↑