Foto: Landkreis Verden

Vorsicht Krötenwanderung!

1. März 2020

Naturschutzbehörde bittet Autofahrer um erhöhte Vorsicht

Wenn es im beginnenden Frühjahr langsam wieder wärmer wird, setzen in den feuchten und milden Abend- und Nachtstunden im März und April die Amphibienwanderungen ein. Zum Schutz der Tiere werden an zahlreichen Straßenabschnitten im Landkreis Verden Amphibienzäune und Warnschilder aufgestellt.
Besonders Erdkröten, Grasfrösche und Teichmolche, an einigen Stellen auch stark bedrohte Arten wie Kammmolch, Kreuz- und Knoblauchkröten, begeben sich alljährlich auf Wanderschaft aus ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern. Sie legen dabei teils mehrere Kilometer zurück. Mitarbeiter des Landkreises stellen jetzt an vielbefahrenen Straßen, die die Lurche auf dem Weg zum Laichgewässer überqueren müssen, Amphibienzäune und Warnschilder auf. So soll verhindert werden, dass Hunderte von Kröten und Fröschen beim Überqueren der Verkehrswege von Kraftfahrzeugen überfahren werden.
Ehrenamtlich tätige Helferinnen und Helfer sammeln die Tiere regelmäßig vor dem Fangzaun ein und setzen sie über die Straße. Die gesammelten Tiere werden an jedem Zaun gezählt. Jährlich über 10.000 Tiere werden auf diese Weise über die Straße gesetzt. „Ohne die Zäune würden in nur wenigen Jahren ganze Populationen von Fröschen, Kröten und Molchen beim Queren der Straße totgefahren werden“, erklärt Antje Mahnke-Ritoff von der Naturschutzbehörde.
Amphibien, so die Biologin weiter, seien heutzutage in ihrer Gesamtheit eine stark bedrohte Tiergruppe, da unter anderem vielerorts feuchte und extensiv genutzte Wälder, Wiesen und Weiden mit Hecken, naturnahe Tümpel und Teiche ohne Fischbesatz sowie naturnahe, krautreiche Gräben fehlen würden.
Autofahrer bittet Mahnke-Ritoff in den nächsten Wochen um besondere Rücksichtnahme. „Wer das Schild ‚Krötenwanderung‘ erblickt, sollte den Fuß vom Gaspedal nehmen und die Geschwindigkeit deutlich herabsetzen, zum Schutz der wandernden Amphibien, aber insbesondere auch zum Schutz der am Straßenrand tätigen freiwilligen Helferinnen und Helfer“, so Mahnke-Ritoff.
An wenigen Stellen, wo eine Zaunaufstellung nicht möglich ist, wie beispielsweise am Schnuckenstaller Weg in Verden, werden während der Abend- und Nachtstunden Wegsperrungen vorgenommen. Autofahrer werden dringend gebeten, diese nur für wenige Wochen bestehenden Sperrungen nicht zu umfahren. Die zumeist landwirtschaftlichen Wege sind für den eigentlichen Kraftfahrzeugverkehr ohnehin nicht freigegeben.
An folgenden Straßenabschnitten werden aufgrund der zu erwartenden starken Amphibienwanderungen Zäune aufgestellt:
L 154 Ottersberg (ca. 300 m); K 11 Walle – Holtum (ca. 600 m); K 18 Hingstmoor, Brammer (ca. 800 m); K 30 Neddenaverbergen – Lehringen (ca. 1000 m); K 20 Neu Wulmsdorf – Einste (ca. 1000 m); K 67 Adeliges Holz, Thedinghausen (ca. 300 m); L 171 zwischen Horst und Kirchlinteln (ca. 700 m); L 160 nordöstlich Hohenaverbergen (ca. 600 m); nördlich Groß Sehlingen, Zum Königreich (ca. 300 m); L 160 zwischen Eitze und Luttum (ca. 300 m); L 203 und Deichverteidigungsweg im Bereich Amedorfer Stau (ca. 600 m); Achim Baden an der Sandgrube Brillkamp (ca. 300 m), Luttum, Bergstraße (ca. 200 m), B 215 Dörverden, Drübberholz (ca. 800 m), Klärwerk Eißel (ca. 300 m), L 154 Ottersberg (ca. 300 m).

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