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Von den Jagdmotiven inspiriert

19. März 2017

In Richard Rathje aus Nordkampen stecken künstlerische Talente – Madonnen geschnitzt

Eigentlich lässt der erste Eindruck eher einen Eindruck des Abstrakten aufkommen, wenn man Richard Rathje in Nordkampen aufsucht. Der Landwirt hat seine Umgebung nicht nach den strengen Richtlinien der französischen Gartenarchitektur ausgerichtet. Nach einer kurzen Zeit, in der er die Rinder wieder in den Auslauf zurückgeführt hat, der für sie gedacht war, widmet sich der Mann, der wie eine Mischung aus Karl Marx und Dirk Bach wirkt, seinem liebsten Thema, der Schnitzerei.

Richard Rathje ist eingentlich ein talentierter Künstler, hat Madonnen geschnitzt, die selbst Fachleute in Erstaunen versetzten und ihm Aufträge eingebracht hätten, wenn er denn Zeit dafür eingeplant hätte. Aber wie das vor vielen Jahrzehnten so war, der Nordkämper ist als Landwirt geboren, also hat er den Beruf ausgeübt, hat den Hof aus der Sicht der Tiere gestaltet und mit seiner Ammenherde den Beifall der Tierschützer auf sich vereinigt.

Als der Landwirt seine Schnitzwerke hervorholt, wird deutlich, dass er eindeutig ein verborgenes Talent unterdrückt hat. „Ich habe schon als Kind gern und gut gemalt“, gibt er freimütig kund und verfällt ins Plaudern über die Kindheit und seine künstlerischen Begabungen. Schon im Alter von elf Jahren hat Richard Rathje Weihnachtskrippen dargestellt, schon mit dem Schnitzmesser.

Auf die Idee mit der Holzschnitzerei kam er, weil er in einer Fachzeitschrift seines Vaters die mit Motiven verzierten Jagdschränke gesehen hatte – sein Vater war Jäger. In seiner Bastelkammer bearbeitete er zuvor Kiefernholz. Als sich das als nicht sonderlich vorteilhaft erwies, weil es schnell austrocknet und reißt, wich Rathje auf Eichenholz aus. Die Resultate seiner Schnitzkunst sind dann Madonnen und Holzbilder geworden. Sehr anschaulich aber nur für den heimischen Gebrauch, weil Rathje nie einen gewerblichen Gedanken daran verschwendet hat. Später holte ihn eine Krankheit ein, so dass er jetzt nicht mehr der Leidenschaft nachkommen kann, sich aber an seinen Ergebnissen erfreut.

(so)

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