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Vom Zuckerrohr zu Avocados und Mangos

5. Juni 2016

Touristen können die Entwicklung in der andalusischen Landwirtschaft kulinarisch nachvollziehen

Maria Herrero hat sich festes Schuhwerk angezogen. Sie weiß den Tücken des steinigen Bodens etwas entgegenzusetzen, wenn sie mit den Gästen ihres Hotels einen kleinen Teil der Wälder durchstreift, die in Europa einzigartig sind. Die Gehölze am südlichen Zipfel Andalusiens sind etwa so groß wie Apfel- und Zwetschenbäume, tragen aber weit exotischere Früchte. Die Hotelmanagerin klärt auf: „Wir haben hier über viele Jahre Zuckerrohr angebaut. Als dann der Transport der Melasse aus Südamerika nach Europa immer günstiger wurde, konnten wir den Preiskampf nicht mehr gewinnen.“ Die Andalusier wären nicht sie selbst, wenn sie jetzt den Kopf in den kalkhaltigen Boden gesteckt hätten. Sie bauten auf dem kargen Boden in subtropischen Gefilden Früchte an, die einst eine Domäne der Mexikaner und Südamerikaner waren. Der Klimawandel zeigt sich jetzt seit über 30 Jahren von der Sonnenseite für die Bauern in Velez Malaga und Umgebung.

Anstelle der riesigen Plantagen von Olivenhainen durchzieht die Landschaft um Velez Malaga eine auffällig üppige Vegetation, die geprägt ist von Avocadobäumen. Von Oktober bis Mai ist die Erntezeit dieser schmackhaften, kaliumhaltigen Früchte, die mit ihren ungesättigten Fettsäuren zu den Empfehlungen der Gesundheitsapostel jeglicher Couleur zählen. Mittlerweile werden jährlich 12.000 Tonnen der begehrten und in Europa einzigartigen Früchte in dieser Region geerntet. Dafür haben sich rund 2.000 Bauern der Region zu einer kooperativen Vermarktung zusammengeschlossen, die unter der Bezeichnung „Trops“ die Früchte sortiert, verpackt und auf den Handelsweg bringt.

Bei 15 unterschiedlichen Sorten und damit auch unterschiedlichen Reifezeiten haben die Avocados unter den andalusischen Bauern eine Goldgräberstimmung ausgelöst, die auch den Anbau auf sehr kleinen Flächen zu einer lukrativen Einnahme macht. Bis zu einer Tiefe von 40 Kilometern landeinwärtes lassen sich die unübersehbaren Früchte anbauen. Darüber hinaus würden die klimatischen Bedingungen nicht mehr ausreichen. Während die Düngung mit Phosphor, Stickstoff und Kalium eine ausgesprochen verträgliche Form einnimmt, kann in der Umgebung völlig auf Pestizide verzichtet werden.

Eine weitere Frucht hat sich ebenfalls als hervorragende Einnahmequelle der heimischen Landwirtschaft entwickelt. Die ursprünglich in Indien beheimatete Mango lässt sich in Andalusien auf einigen Standorten sehr gut anbauen, entsprechend ausgerichtet ist auch das Unternehmen „Trops“, das zwischen August und November mit den Mangos eine willkommene Auslastung der Kapazitäten hat. Sie reifen im 2-Jahres-Zyklus auf den Bäumen und sind ebenso nahrhaft wie schmackhaft. Während Avocadobäume Flachwurzler sind, wurzeln die Mangobäume tief, um an die benötigte Feuchtigkeit zu kommen. Die weltweit meistgenutzte Frucht hat in der Region um Velez Malaga einen hohen Stellenwert erhalten und bietet Landwirten ein achtbares Einkommen.

Für Touristen in der Region Velez Malaga empfiehlt es sich, das Unternehmen „Trops“ aufzusuchen, wenn dort Gruppenführungen angeboten werden. Hier erfahren die Gäste alle Abläufe von der Ernte bis zur Verwendung der Früchte aus der Region. Aber auch die Spaziergänge durch die Plantagen, die nur selten in Gewächshäusern (um den Reifeprozess zu beschleunigen) vorkommt, haben durchaus ihren Reiz.

Das Reiseunternehmen Olimar hat interessierten Touristen Programme zusammenstellt, die mit einer Unterbringung in Hotels verbunden ist, die in himmlischer Ruhe gelegen sind. Wer Andalusien erleben möchte, wie es wirklich abseits der Badeorte lebt, ist in den Hotels mit unterschiedlichen Komfortansprüchen bestens aufgehoben. Olimar bietet eine Auswahl und Alternativen in allen Reisebüros. Infos auch unter www.olimar.com und www.smallboutiquehotels.es.

Kurt Sohnemann

 

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