Foto: Pexels by Pixabay

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Vom Ei zur Honigbiene in 18 Tagen

16. September 2018

Vielschichtige Aufgaben für das kleine Insekt in einer nur sehr kurzen Lebenszeit

Mit dem Begriff „Bienensterben“ wird in den Medien oft auf die Bedrohung der Wildbiene hingewiesen im Zusammenhang mit der Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft und weiteren schädlichen Umwelteinflüssen. Tatsächlich ist in Europa laut Internationaler Naturschutzunion (IUCN) jede zehnte Wildbienenart vom Aussterben bedroht, allerdings geht gleichzeitig auch die Zahl der – teilweise bestäubenden – Insekten zurück.
Die Honigbiene ist allerdings davon (noch) nicht betroffen. Zwar haben auch Imker mit teilweise starken Verlusten durch die eingeschleppte Varroamilbe zu kämpfen. Glücklicherweise kann diese jedoch mit bestimmten Mitteln bekämpft werden und zu Jahresanfang war man sogar erfolgreich bei der Herstellung eines Impfstoffes. Bienenforscher Peter Rosenkranz, Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim, sagte gegenüber dem Zeit-Magazin: „Die Honigbiene wird das letzte Insekt sein, das ausstirbt.“ Ihm zufolge wird die Biene nicht bedroht sein, solange es Imker gibt. Und diese gibt es, zumindest in den letzten zehn Jahren, wieder mit steigender Tendenz: Rund 115.000 Imker sind in Deutschland registriert und halten rund 800.000 Bienenvölker. Da ei Volk aus 40.000 bis 80.000 Bienen besteht, gibt es eine beachtliche Anzahl der Insekten in unserem Land. Dabei hat eine Biene eine relativ kurze Lebenszeit von durchschnittlich nur 40 Tagen, in denen sie diverse unterschiedliche Entwicklungsstadien durchläuft, die alle wichtig für das Bienenvolk sind. So schlüpft nach vier Tagen aus dem von der Königin in die Wabe gelegten Ei zunächst eine Made. Diese wird mit Pollen und Honig gefüttert, bis am neunten Tag nach der Ei-Ablage die Zelle „verdeckelt“ wird und sich die Made verwandeln kann. Aus der entstehenden Nymphe wird ein Insekt, bis am 18. Tag die Biene schlüpft.
Diese wird zunächst zur Stockbiene, die in den ersten drei Tagen ihres Lebens die Zellen putzt und die Brut wärmt. Vom vierten bis zum siebten Lebenstag füttert sie die Maden, vom achten bis zum zehnten Lebenstag nimmt sie den Nektar ab und putzt vom elften bis zum zwölften Lebenstag den Stock. Vom 13. bis zum 15. Tag baut sie Waben, bis sie ab dem 16. Tag endlich die Umgebung erkunden kann. Als Wächterbiene bewacht sie vom 16. bis 17. Lebenstag den Stock und vom 20. bis 39. Tag an sammelt sie Nektar und Pollen. Dabei ist sie in einem Radius von bis zu drei Kilometern aktiv. Gibt es allerdings in der direkten Nachbarschaft genügend blühende Pflanzen, kann sich der Radius auf einen Kilometer beschränken (Quelle: Bienenkiste.de). Nach nur rund 40 Lebenstagen stirbt die Honigbiene.
Mit einer durchschnittlichen Lebenszeit von drei bis fünf Jahren hat die Bienenkönigin dagegen mehr Glück. Diese wird von den Bienen im Larvenstadium mit „Gelèe Royale“ gefüttert, welches von den Ammenbienen erzeugt wird und dafür sorgt, dass aus der Larve eine Königin wird, die nach der Geburt doppelt so groß wie eine Arbeitsbiene ist. Neben dem Eierlegen, ihrer Hauptaufgabe, sondert die Königin ein Pheromon ab, welches die Arbeitsbienen in ihrer Vermehrung hemmt und beruhigend auf das Bienenvolk wirkt. Nimmt die Produktion dieses Pheromons aus Alters- oder Krankheitsgründen ab, sorgen die Ammenbienen für die Heranzucht einer neuen Königin, um das Überleben des Bienenvolkes aufrecht zu erhalten.
Ein Kreislauf, der nicht nur für die versorgenden Imker wichtig ist, sondern auch für die Umwelt und Menschen, sorgen Bienen doch durch die Bestäubung der Blüten für die Bildung von Samen und Früchten und somit um die Vermehrung der Pflanzen.

(chi)

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