Vermissen Sie den Schnee und den Winter?

26. Januar 2020

Die meisten der Störche kehren von Ende März bis Anfang April nach Deutschland zurück, doch dieses Jahr ist alles anders.

So wurde Meister Adebar bereits jetzt schon gesichtet. Einige der Tiere verließen Deutschland gar nicht mehr: „Dass Störche hier überwintern, hat zugenommen“, sagt Biologe Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto-Institut im Naturschutzbund Deutschland (NABU) in Bergenhusen in Schleswig-Holstein. Etwa zehn Prozent der Vögel seien wieder da, schätzt er.
Viele vermissen den bislang ausgebliebenen Bilderbuch-Winter, andere hätten lieber sofort Frühling. Seit Wochen lassen verbreitete Schneefälle in Deutschland auf sich warten, Frost gab es nur an wenigen Tagen. Wer kann sich noch an Winter mit Schlittschuhen gedrehten Pirouetten auf zugefrorenen Seen, Schneeballschlachten, Schneemann bauen und Schlittenfahrt erinnern? Wohl kaum jemand – zumindest unter denjenigen, die in Deutschland geblieben sind und im Flachland wohnen. Denn das Wetter hierzulande zeigt sich dieser Tage trist, grün und oft zu mild.

In unseren Breitengraden muss man sich langsam aber sich von schneereichen und frostigen Wintern verabschieden. Früher war alles besser! Wirklich? „Das trügt ein bisschen, aber nicht völlig“, sagt Thomas Deutschländer vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Ja, damals sei es häufiger kälter gewesen. Zwischen 1961 und 1990 gab es im Winter im Schnitt 0,2 Grad. Im Vergleich dazu zeigt sich die aktuelle Jahreszeit recht mild: Im Dezember waren es in Deutschland 3,8 Grad. Sicherlich gab es auch damals schon Ausreißer nach oben wie etwa 1974/75 mit 3,6 Grad. Doch lagen von den zehn wärmsten Wintern seit 1881 fünf in den vergangenen 15 Jahren.

Auf jeden Fall! Es könnte von mir aus zehn Grad kälter sein, und das sollte bis Ende Februar dauern. Ich mag den Winter, ich bin ein Wintertyp. Damit stehe ich alleine, da die meisten den Frühling wollen. Doch der kommt sowieso früh genug. Schlittschuhlaufen und Schnee fand ich als Kind schon schön. Auch wenn es wegen des Autofahrens nicht immer angenehm ist. Kaum fällt hier eine Flocke, können die Leute kein Auto mehr fahren. Die Sommer sind brütend heiß, sodass man es kaum aushält, und wir haben keine Winter mehr. Ich denke schon, dass es mit dem Klimawandel zu tun hat – Nicola Ruwold aus Schwarmstedt

Es ist durchaus nicht normal! Wenn es im Winter warm war, war es bisher auch immer feucht gewesen. Das muss einen Grund haben. Klimawandel ist etwas Normales, und Erwärmungen sind normal, aber dazu muss es auch stärker regnen. Doch die Trockenheit ist pathologisch – unnormal. Die Schuld liegt am Mikroplastik, das in den Ozeanen zu finden ist. Das beeinflusst die Verdunstung. Es ist schade, dass es nicht friert, und es hat nur drei oder vier Mal Nachtfrost gegeben. Das ist zu wenig, um das Ungeziefer, wie Zecken, zu vernichten – Ragna Podewski aus Walsrode

Ich vermisse den Winter und den Schnee jetzt nicht mehr. Von Dezember bis Mitte Januar, wäre er willkommen. Doch jetzt ist Weihnachten und Silvester vorbei, da brauche ich auch keinen Schnee mehr. Ich bin überzeugt, dass wir nun auch keinen Winter mehr bekommen. Es war früher eine schöne Zeit, da war ich gerne Ski-Langlaufen und habe mich richtig ausgepowert. Ich habe es während meiner Dienstzeit in Bayern kennengelernt. Es ist der Klimawandel, den wir jetzt zu spüren bekommen. Wir hatten vor Jahren schon Wärmephasen gehabt. Von daher hoffe ich, dass es wieder umschlägt – Peter Göwe aus Walsrode

Nein, Schnee vermisse ich nicht! Winter bedeutet, dass in Norddeutschland gleich das Verkehrschaos ausbricht. Ich habe schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn ich von Schwarmstedt nach Walsrode zur Arbeit fahre, hat es mit großer Wahrscheinlichkeit bei Glatteis oder Schnee einen großen Unfall auf der Autobahn gegeben. Früher sind wir gerne gerodelt oder haben auf dem zugefrorenen See Eishockey gespielt. Doch es wird verklärt dargestellt. Wann hatten wir denn schon mal weiße Weihnachten? Ich gönne es aber dem Harz. Es hat nichts mit dem Klimawandel zu tun, sondern ist ein typisch norddeutscher Winter – Sascha Schwerdtfeger aus Marklendorf

Nein, ich vermisse die Sonne. Es ist zu kalt und wird zu schnell dunkel. Dann lieber schönes Wetter und Sonne, das bedeutet weniger Erkältung, lange helle Tage und kühle Getränke. Ich glaube aber, dass der Winter noch im Februar oder März kommen wird. Das hat 100-prozentig mit dem Klimawandel zu tun. Als Kind bin ich gerne Schlitten gefahren und auf der Alster Schlittschuh gelaufen, aber das gibt es gar nicht mehr. Damals hat es schon Spaß gemacht. Zu Weihnachten wäre Schnee okay gewesen, doch jetzt finde ich es zu spät. Es muss nun auch nicht mehr schneien – Ali Jussef aus Dorfmark

Ich vermisse schon ein wenig die kalten, frostigen Tage und Nächte, aber nicht den Schnee, da ich mit dem Schneeschieben alleine dastehe, und das muss nicht sein. Ich bin überhaupt kein Wintersportler, nur vor dem Fernseher auf dem Sofa. Wenn ich mich zurückerinnere, hatten wir in meiner Kindheit immer Schnee gehabt und waren rodeln. Doch das sind Kindheitserinnerungen. Ich glaube, dass es mit dem Klimawandel zu tun hat. Die Jahreszeiten verschieben sich immer mehr nach hinten. Daher könnten wir dieses Jahr, vermutlich zu Ostern, noch Winter bekommen – Monika Brodersen aus Benefeld

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