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Unstillbarer Juckreiz bei Haustieren

10. Februar 2019

Auftreten des AK-Virus (Aujeszkysche Krankheit) im Heidekreis gibt keinen Anlass zur Sorge

Im Rahmen des sogenannten „Wildschwein-Monitorings“ sind bei der routinemäßigen Untersuchung einer Wildschweinblutprobe aus dem Raum Soltau vor Kurzem erstmals Antikörper gegen das Virus der Aujeszkyschen Krankheit (AK) durch das Veterinärinstitut Laves in Hannover amtlich nachgewiesen worden. Die Krankheit AK, die nach dem ungarischen Tierarzt Aladar Aujeszky benannt wurde, ist eine virusbedingte, hochansteckende Allgemeinerkrankung vieler Säugetierarten, wobei das Schwein der Hauptwirt ist. Wildschweine können sich ebenfalls infizieren, nur Primaten (Menschen oder Affen) sowie „Pferdeartige“ gelten als resistent gegen das Virus.
Das Vorkommen der Erkrankung stellt eine potenzielle Bedrohung für die Hausschweinbestände und Haustiere wie Hunde und Katzen dar. Das Veterinäramt des Heidekreises empfiehlt deshalb Jägern, keinen Aufbruch von Wildschweinen an Hunde zu verfüttern. Doch nicht nur Jäger sollten ihre Hunde im Auge behalten, auch Hundebesitzer, die mit ihren Tieren durch den Wald laufen, sollten vorsichtig sein. Dr. Gerd-Wilhelm Neddenriep, Vorsitzender der Kreisjägerschaft und praktizierender Tierarzt in Bad Fallingbostel, berichtet, woran man erkennen kann, dass ein Hund oder eine Katze mit dem Virus infiziert ist: „Das Virus ist auch unter dem Namen „Parawut“ oder „Pseudowut“ bekannt und verursacht einen unstillbaren Juckreiz. Tiere, die infiziert sind, kratzen sich blutig und reißen sich teilweise selber Fleischstücke aus dem Leib. Die Krankheit kann weder behandelt noch geheilt werden.“ Auch Frischlinge von einer infizierten Mutter sterben zu 100 Prozent. „Anstecken können sich Haustiere wie Hunde oder Katzen nur, wenn sie beispielsweise Blut oder Schweiß von infizierten Wildschweinen auflecken, die im Wald erlegt und entfernt wurden. Die Ansteckungsgefahr, wenn Hunde am Kot von infizierten Tieren schnuppern, ist relativ gering,“ berichtet der Veterinär. „Die Verbreitung des Virus ist ebenfalls nicht sehr ausgeprägt. Eigentlich handelt es sich um Zufallsbefund, denn die Wildschweine, die bei uns erlegt werden, werden auf afrikanische und europäische Schweinepest untersucht, und dabei findet man eben auch ab und zu das AK-Virus, was immer mal wieder auftritt, zuletzt im Landkreis Gifhorn oder in Wolfsburg“, erklärt Dr. Gerd-Wilhelm Neddenriep. So sind in den Jahren 2015 bis 2018 im Landkreis Heidekreis insgesamt 1.140 Wildschweinblutproben mit negativem Ergebnis auf die Aujeszkysche Krankheit untersucht worden.

(chi)

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