Übernimmt Halloween das Martinssingen?

30. Oktober 2016

Ursprünglich, vor Hunderten von Jahren, war Halloween ein Herbstfest der Druiden im alten England.

Es sei die einzige Nacht des Jahres, so glaubten die Menschen damals, in der Hexen und Geister leibhaftig auf der Erde herumspukten. Schon vor über 2000 Jahren feierten die Kelten im alten England zum Ende des Sommers ein großes Fest – damals hieß es noch ‚Samhain’. Der 31. Oktober war bei den Kelten der letzte Tag des Jahres. Der Sommer wurde mit großen Feuern verabschiedet und gleichzeitig der Winter begrüßt.

Einige Jahrhunderte später, ungefähr 800 Jahre n. Chr., ernannte der Papst den 1. November zum Feiertag „Allerheiligen“, an dem der christlichen Märtyrer gedacht wurde. Aus dem Samhain- Fest wurde im Laufe der Zeit „das Fest am Vorabend zu Allerheiligen“ und das heißt auf englisch „All Hallows’ Evening“  oder abgekürzt „Hallows’ E’en“.

Und was hat es mit dem Heiligen St. Martin auf sich? Der wurde 316 geboren und diente seit seinem 15. Lebensjahr unter den römischen Kaisern Konstantinus und Julianus. In einer kalten Winternacht bemerkte er einen armen unbekleideten Mann am Stadttor von Amiens am Wegesrand. Er teilte kurz entschlossen seinen warmen Mantel mit dem Schwert und gab eine Hälfte dem Armen. Im Jahr 361 errichtete er das Kloster in Marmoutier. Später zog sich Martin als Einsiedler auf eine Insel bei Genua zurück. Da galt er bereits als ein Heiliger Gottes. Bischof von Tours in Frankreich wurde er 371, wo er 26 Jahre später auch starb. Sein Grab befindet sich in der Kathedrale von Tours.

Am Sonntag geht es zur Halloweenparty nach Berlin. Ich habe die Karten im Radio gewonnen. Ich verkleide mich vermutlich als Vampir, aber auf keinen Fall als Gruselclown. In anderen Ländern, wie England und Amerika, ist Halloween gang und gäbe und schwappt nun zu uns rüber. Früher war ich auch jedes Jahr mit zum Martinssingen. Da gab es dann zwei Kilo Süßes, da hatte man das ganze Jahr etwas davon. Matten Herrn sollte als Tradition weitergeführt werden. Aber es kommen nicht mehr so viele Kinder wie früher – Tobias Meyer aus Bad Fallingbostel

Ich kenne noch die Tradition des Martinssingens am 10. November. Das ist okay, aber von Halloween halte ich nichts. Es ist ein bisschen aufgesetzt worden, wahrscheinlich aus geschäftlichen Gründen. Durch die neuen Medien wird der Brauch bekannter. Wir stellen uns aber drauf ein, wenn Kinder kommen und klingeln, wollen wir sie nicht abweisen. Das Martinssingen wird weniger. Im kleinen Ort Wenzingen sind wir Kinder damals alle gemeinsam gelaufen und haben später alles geteilt. Da gab es auch mal einen Korb Äpfel vom Bauern – Horst Mählmann aus Bomlitz

Ich bin eher für das Martinssingen. Wir haben uns immer darauf eingestellt, dass die Kinder zum Singen kommen und entsprechend eingekauft. Wir sind selbst als Kinder und später als Eltern mitgelaufen. Es war eine schöne Zeit. Aber es hat nachgelassen. Halloween hat sich auch nicht durchgesetzt. Bei uns gehen die Kinder nur am Martinsabend. Kinder gibt es genauso viele wie früher. Wir selbst stellen auch Kürbisse auf. Aber der Brauch ist nicht so beliebt, wie das Martinssingen. Wir machen alles mit – Olaf Hanisch aus Bomlitz 

Ich habe gemerkt, dass das Singen abnimmt. Das Martinssingen gibt es kaum noch mehr. Ich finde es schade. Es ist eine schöne Erinnerung an meine Kindheit. Es hat damals viel Spaß gemacht. Die Lieder waren für Kinder und Erwachsene schön. Ich würde es schön finden, wenn Halloween mit den Kürbissen und der Maskerade der Kinder auch verstärkt gefeiert wird. Das Gruseln gehört dazu. Jeder sollte seine Kultur leben. Wenn die Kinder an Halloween zu uns kämen, würde ich das auch unterstützen und Süßigkeiten verteilen – Claudia Fritz aus Walsrode

Die Kinder sollen ihr Vergnügen haben. Ich habe nichts dagegen. Wir bekommen nur etwas mit, wenn wir an dem Abend bei Verwandten oder Freunden sind, da wir in der vierten Etage wohnen. Da kommt keiner hoch. Ich bin in Berlin geboren. Da gab es weder das Matten Herrn noch Halloween. Das habe ich hier erst 1988 kennengelernt. Das Singen ist ein netter Brauch. Meine Kinder durften später auch mit mehreren Kinder beim Martinssingen mitlaufen. Die Zeiten haben sich geändert. Es ist alles rückläufig – Norbert Schaer aus Walsrode 

Wenn Kinder am Halloweenabend kommen, würden wir auch etwas geben. Der Brauch hat sich mittlerweile auch bei uns eingebürgert. Sankt-Martins-Laufen  machen wir trotzdem jedes Jahr mit. Das mögen wir lieber als Halloween. Da verkleidet man sich etwas, klingelt und sagt einen dummen Spruch auf. Beim Martinssingen ist mehr Atmosphäre. Teilweise auch mit Laterne laufen mit den Kindergärten. Halloween finde ich nicht so schlimm, aber wir Deutschen sollten unsere Bräuche weiterhin pflegen – Janine Preß mit Josephine aus Bad Fallingbostel 

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