Foto: Ulla Kanning

Übernachten im Bauwagen, im Tipi oder im Campingfass

25. März 2018

Viele Durchreisende machen auf dem Rückweg auf den Campingplätzen der Region wieder halt

Natur, Idylle, völlige Ruhe – das ist es, was alljährlich viele Durchreisende und Langzeit-Urlauber auf den Campingplätzen im und um den Heidekreis suchen und finden. Es gibt neben größeren Anlagen wie dem Südseecamp oder der „Rethemer Fähre“ gerade etliche kleine, oft gut verborgene Oasen, die mit viel Engagement und sehr viel Herzblut betrieben werden und an Komfort den größeren Campingplätzen nicht nachstehen. Jeder der oftmals als Nebengewerbe betriebenen und teilweise mit Gastronomie verknüpften Plätze versucht, sich wachsenden Camper-Bedürfnissen anzupassen.

„Uns fragten Serengeti-Park-Besucher nach Möglichkeiten für eine Übernachtung ohne Gefährt und Ausrüstung“, erklärt dazu Fred Boer vom Campingplatz Aller-Leine-Tal in Essel. Seine Reaktion: Er vermietet Mobilheime, ein Campingfass und neuerdings zwei Blockhütten. Durchreisende mit eigenem Wohnwagen finden bei ihm und den benachbarten Anlagen immer ein Plätzchen. „Viele Skandinavier fahren für eine Nacht von der Autobahn, denen gefällt es so gut, dass sie auf dem Rückweg wieder vorbeikommen.“ Von der Nähe zur Autobahn profitieren auch andere Plätze wie der Campingplatz „Zum alten Mühlenteich“ in Düshorn oder der Campingplatz „Zur 1000jährigen Linde“ in Dorfmark, der sich noch im Aufbau befindet und neben der zugehörigen Dexterfarm mit vielen Tieren Aufenthalte in Tipis bietet. Der Campingplatz „Böhmeschlucht“ in Vierde mit 65 Stellplätzen feilt ständig an Angeboten, punktet mit einer großen Hundewiese, Bauwagenvermietung und einem neuen Backhaus, das im Sommer in Betrieb genommen werden soll.

Andere profitieren in erster Linie von ihrer natürlichen Umgebung und deren Freizeit- und Entspannungsmöglichkeiten wie der Campingplatz Helberger Mühle zwischen Altenboitzen und Kirchboitzen, der mit 30 Plätzen einer der kleinsten im Heidekreis ist und direkt am Naturschutzgebiet Jordantal liegt. Auch auf dem Rittergut Frankenfeld schätzen die Gäste vor allem die idyllische Lage und ließen sich nicht mal vom Dauerregen 2017 abschrecken. „Unsere Gäste haben gut durchgehalten“, freut sich Betreiberin Annette Helle-Feldmann über wahre Kundentreue. Ihre Gäste bevorzugen die Plätze direkt am Allerlauf, die im vergangenen Jahr öfter mal geräumt werden mussten. „Zum Glück bietet der Platz reizvolle Alternativen!“, berichtet Annette Helle-Feldmann.

Die Verknüpfung mit der Natur pflegt der Campingplatz Ahlden an der Alten Leine mit Bootsvermietung und Floßfahrten. „Viele Gäste suchen gerade das Pure in der Natur“, weiß auch Birgit Prager vom Campingplatz „Zum alten Mühlenteich“ in Düshorn, „die besuchen tagsüber die umliegenden Parks und möchten abends ihre Ruhe haben.“ Sie hat beobachtet: „Es gibt einen Trend zurück zum Zelt!“ Diese Tatsache führt sie auf das sehr verbesserte Material der Zelte und ihrer Ausstattung zurück sowie auf die Tatsache, dass Zelten einfach die günstigste Urlaubsart ist.

Alle Platzbetreiber hoffen auf gutes Wetter in der kommenden Saison, damit der enorme Aufwärtstrend der Campingbranche mit über 30 Millionen Übernachtungen auf deutschen Campingplätzen im Jahr 2016 nach einem verregneten 2017 seine Fortsetzung findet. Aber Camping bleibt nun einmal hochgradig wetterabhängig und ist in manchen Jahren bei allem Komfort, den die Plätze und die Campingwirtschaft bieten, einfach nichts für hoffnungslose „Warmduscher“.

Ulla Kanning

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