Trauen Sie sich Erste-Hilfe-Maßnahmen am Unfallort zu?

27. September 2015

Ein Unfall auf der Straße oder im Haushalt, ein Kreislaufzusammenbruch oder Herzinfarkt – Notfälle ereignen sich nach Schätzung über 25 Millionen Mal jährlich in Deutschland.

In vielen Fällen kann die Hilfe in den ersten Minuten lebensrettend sein. Obwohl 93 Prozent der Bevölkerung glauben, dass Erste Hilfe in den ersten Minuten erforderlich sei, sind nur wenige bereit und in der Lage, in akuten Notfällen zu helfen. Bei Verkehrsunfällen sind 52 Prozent ratlos und unsicher.

In einer Umfrage des ADAC trauten sich 79 Prozent nicht zu, Erste Hilfe zu leisten. Knapp 73 Prozent der Befragten waren sich sicher, am Unfallort die richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten zu können. Doch gerade mal 46 Prozent der Autofahrer konnten einen Verletzten korrekt in der Seitenlage stabilisieren, 41 Prozent wussten, was bei Atemstillstand gemacht werden muss. Gerade mal jeder Fünfte (20 Prozent) war in der Lage, die lebensrettende Wiederbelebung einwandfrei durchzuführen.

Die mangelhaften Kenntnisse überraschen nicht, denn bei 38 Prozent der Befragten lag der letzte Erste-Hilfe-Kurs bereits mehr als zehn Jahre zurück. Verglichen mit anderen europäischen Ländern schneiden deutsche Autofahrer in der Umfrage aber mit diesen Resultaten sogar verhältnismäßig gut ab. Wie wichtig schnelle Hilfe nach einem Unfall ist, beweist die Statistik. Mehr als die Hälfte der Verkehrstoten auf Europas Straßen sterben nach einem Unfall binnen der ersten Minuten.


Ich denke, man hilft automatisch und macht eher durchs „nicht Helfen“ etwas verkehrt, als durch Hilfe. Ich bin gelernte Krankenschwester, aber seit vier Jahren aus dem Beruf. Durch Kleinigkeiten in der Pflege und tägliche Handgriffe, hat man die Hilfe verinnerlicht. Ich würde nicht sagen, dass ich alles gleich perfekt bei einem Unfall machen würde, aber das Wichtigste ist, die Ruhe zu bewahren und mit den Leuten reden. Es werden immer Erste-Hilfe-Kurse angeboten. Gerade wenn man Kinder hat, sollte man die in Anspruch nehmen – Rita Wilker aus Krelingen


Ich habe früher oft Erste Hilfe angewendet, da ich 13 Jahre „unter Tage“ als Rettungssanitäter tätig war. Später war ich Trainer bei Germania und da brauchte man auch Vorkenntnisse. Der schlimmste Unfall war, als ein Spieler sich den Fuß total verdreht hatte. Nun hat sich die Erste Hilfe bei mir so eingebläut, dass selbst die Enkel zu mir kommen, wenn sie medizinische Fragen haben. Die meisten machen einen Vier-Stunden-Grundkurs, wenden aber ihr Wissen nie praktisch an. Von daher sollte man alle zwei oder drei Jahre sein Wissen auffrischen – Horst Knoll aus Walsrode  


Ich habe den Erste-Hilfe-Kurs seit dem Führerschein vor 13 Jahren nicht aufgefrischt und ich habe ein schlechtes Gewissen, gerade der Kinder  wegen. Der erste Kurs wurde bereits in der Schule für den Mofa-Führerschein angeboten. Seitdem habe ich auch noch nie Erste Hilfe anwenden müssen. Aber ich bin auch der Meinung, dass man das Wissen, zum Beispiel alle zehn Jahre, auffrischen sollte. Einfacher wäre es, wenn ein Kurs im Kindergarten oder der Schule angeboten wird. Alleine geht man nicht los und sucht sich etwas – Nina Fuhrhop mit Lion aus Hünzingen


Ich habe für meinen Führerschein gerade einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht, da ich für den Beruf Auto fahren muss. Daher bin ich diesbezüglich fit. Außerdem hat man gedient und da ist der Erste-Hilfe-Kurs noch umfangreicher. Da kommt noch die Erste-Hilfe bei Strahlenschutz und bei biochemischen Waffen hinzu. Ab einem gewissen Alter sollte man die Erste Hilfe wiederholen. Die Praxis ändert sich, es kommt mit Sicherheit Neues hinzu. Zum Glück musste ich mein Wissen noch nie anwenden, aber ich traue es mir im Notfall zu – Carsten Ritzer aus Bad Fallingbostel


Ich arbeite im Kindergarten und da muss ich turnusmäßig Erste-Hilfe-Kurse besuchen. Gott sei Dank musste ich die Maßnahmen noch nie anwenden. Aber wenn, dann geht, denke ich, im Kopf ein Film ab und es klappt. Vieles ist abgespeichert und verinnerlicht. Erste-Hilfe-Kurse sollten von Zeit zu Zeit generell aufgefrischt werden. Vor allem ändert sich viel. Die stabile Seitenlage ist so geblieben, aber zum Beispiel hat sich die Maßnahme bei der Beatmung von Kindern verändert und das wird dann vermittelt – Marita Apholz aus Groß Häuslingen


Ich hatte bisher Glück und habe Erste Hilfe noch nie gebraucht. Der Erste-Hilfe-Kurs ist bei mir 30 Jahre her, aber ich traue es mir zu, da meine Freundin letzte Woche erst einen Kurs für den Führerschein gemacht hat. Sie ist Altenpflegerin und ich „spiele“ oft das Opfer. Von daher kenne ich mich aus. Auch von der Arbeit her werden wir oft auf Lehrgänge geschickt, um das Wissen aufzufrischen. Man sollte wissen, was man macht, wenn es nötig ist. Aber besser handeln als wegsehen – Carsten Lapatki aus Bomlitz

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