Der Toyota Yaris nutzt die Rekuperationsenergie zum Vortrieb. Foto: (so)

Toyota Yaris Hybrid

11. Dezember 2015

Toyota Yaris Hybrid Kurt Sohnemann
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

2.8


Schritt in die Zukunft

Wenn Opa zeitlebens nur Bratkartoffeln zum Frühstück gegessen hat, wird er nicht von heute auf morgen Cornflakes akzeptieren und diesen Versuch der Zwangsaufnahme lautstark ablehnen. Ebenso ergeht es den Fahrern von Automobilen, die nichts anderes kennen als Otto- und Dieselmotoren. Toyota wird mit seinen Hybridantrieben nur die Menschen erreichen, die offen für Innovationen sind und der Technik nicht aktiv im Weg stehen.

Verdient hätte es die Entwicklung des führenden Herstellers alternativer Antriebskonzepte auf jeden Fall, denn der Nutznießer ist letztlich auch der Autofahrer, der weniger Treibstoff verbraucht, als seine Kollegen mit den herkömmlichen Antriebsarten. Lautlos verlässt der Yaris Hybrid die Parklücken und beteiligt sich erst dann an der Geräuschkulisse, wenn das Aggregat unter der Fronthaube anspringt, um den Strom oder die benötigte Kraft für den Antrieb zu liefern, die benötigt wird.

Da es sich beim Hybridmodell im B-Segment um einen Yaris mit Planetengetriebe handelt, lässt sich die Drehzahl unmittelbar mit dem Gasfuß regeln. Ähnlich wie bei einem CVT-Getriebe singen die vier Zylinder das Lied der Technik in einer Lautstärke, die der Gasfuß vorgibt. Wer den Yaris Hybrid in der Stadt bewegt, sieht sich eigentlich selten genötigt, die Drehzahlen in das Endstadium der Möglichkeiten zu quälen, weil der Yaris recht früh schaltet und in unteren Geschwindigkeitsbereichen ein sattes Drehmoment zur Verfügung hat. Schon deshalb, weil der Elektroantrieb mit 19,3 kW Leistung eine ordentliche Anschubleistung gewährleistet.

Toyota hat es geschafft, den Vierzylinder ähnlich wie einen Range-Extender zu etablieren, der bei Citytempo zumeist den Strom liefert, um das Modell anzutreiben. Wer über Land fährt, muss den Ottomotor öfter nutzen und kommt deshalb auf höhere Verbrauchswerte, als in der Stadt erreicht werden. Entsprechend empfiehlt sich der Yaris Hybrid auf jeden Fall für Menschen, die vorwiegend im Stadtverkehr unterwegs sein müssen. Auch erhöhen sich die Verbrauchswerte im Winter im Verhältnis zum Sommer. Das bringt die Notwendigkeit einer Heizung so mit sich, wenn nicht gefroren werden soll. Im Test hat der Yaris Hybrid bei ungemütlichen Außenbedingungen 5,2 Liter Superbenzin verbraucht.

Dieser Wert lässt sich im Sommer sicherlich spielend nach unten korrigieren. Um seiner Bestimmung als Shoppingcar nachzukommen, ist der Yaris Hybrid mit einer relativ niedrigen Ladekante ausgestattet. Somit kann der weibliche Haushaltsvorstand auch für die Getränkeversorgung eingeteilt werden. Neben der Tatsache, dass der Yaris Hybrid nahezu geräuschlos durch die städtischen Gassen gleitet, ist das Modell auch bei laufendem Motor gut zu ertragen, wobei es im Fuß des Piloten liegt, wie laut es sein darf.

Ein Rennwagen ist der Yaris Hybrid natürlich nicht. Dafür entwickelt Toyota andere Automobile. Deshalb empfiehlt sich das Modell für besonnene Menschen, denen die Umwelt und das eigene Portmonee nicht ganz nebensächlich sind. Ebenso bietet sich der Yaris Hybrid den Menschen an, die bequem ein und aussteigen wollen. Die Höhe ist perfekt zugeschneidert auf die Menschen, die selten am Yogaunterricht teilnehmen. Obwohl der Yaris auf den Stadtverkehr zugeschnitten ist, lässt es sich auch bequem auf längeren Stecken in den Sitzen aushalten. Im Fond sollten allerdings vorzugsweise die Kinder sitzen.

Kurt Sohnemann

 

Toyota Yaris 1,5 VVT-i Hybrid – Hubraum: 1.497 ccm – Zylinder: 4 Reihe – Elektro – Systemleistung kW/PS 74/100 – Max. Drehmoment: 169 Nm – Systemspannung: 520 Volt – Höchstgeschwindigkeit: 165 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 11,8 Sek. – Leergewicht: 1.085 kg – Zul. Gesamtgewicht: 1.565 kg – Tankvolumen: 45 Liter – Gepäckraumvolumen: 286 Liter – Wendekreis: 10,2 m – Kraftstoffart: Super – Verbrauch (Test): 5,2 l/100 km CO2-Ausstoß: 75 g/km (WA) – Euro 6 Grundpreis: 17.300 Euro



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