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Tipp-Runde: Leipzig statt Tonga

29. März 2015

Die Gewinne der 11er-Wette haben nicht zu den ganz großen Sprüngen gereicht.

Mit dem Umzug des Reisebüros Walsrode in das Gebäude der Firma Völxen in der Moorstraße im Jahre 1974 begann eine nachbarschaftliche To­to-Gemeinschaft. Mitmachen konnten alle interessierten Mitarbeiter/innen dieser beiden Betriebe. So waren im Laufe der Jahre Fans fast aller Bundesligavereine vertreten. Getippt wurde Woche für Woche konstant immer die Fußballtoto 11er-Wette. Neben dem Einsatz in der Lotto-Annahmestelle Lochmann, gleich nebenan, gab es auch eine interne Punktewertung.

Bei der jährlichen Abschlussfeier, bei der der sportliche Wettkampf der Mitglieder selbst nie zu kurz kam, erhielt der Jahressieger einen Wanderpokal und dem Tabellenletzten wurde eine „Rote Laterne“ überreicht. Doch Punkte machte man nur dann, wenn der Fußballsachverstand über die Vereinsblindheit siegte. Von dem erhofften Gewinn sollte eine Reise zum König von Tonga finanziert werden. Der Reiseexperte der Runde, Heinz Hofmann, versprach eine persönliche Audienz. Doch leider wurden die ganz hohen Gewinnquoten nicht erzielt. So träumte jeder einmal bei allen elf Richtigen von dem großen Geld, beispielsweise für einen neuen Zaun, doch gab es nur 90 DM für alle. So entschied man sich, dem Glück nachzuhelfen und erhöhte den Einsatz, um zusätzlich auch einen Lottoschein abgeben zu können.

Es läpperte sich so zusammen, dass es sogar möglich war, dank einer ausgeklügelten Anreiseregelung (in beiden Firmen musste ja auch noch Dienst gemacht werden) gemeinsam eine Wochenendtour nach Leipzig zu unternehmen. Heinz Hofmann ließ es sich nicht nehmen, die Reiseführung in seiner Geburtsstadt zu übernehmen. 40 Jahre lang war Dieter Hammermeister die zentrale Person der Runde und vor allem auch der Kassierer. Mit seinem Eintritt in die Rente hat man sich nun entschlossen, die Tippgemeinschaft zu beenden. In gemütlicher Runde der Gründungsmitglieder wurden all die Jahre noch einmal in Erinnerung gerufen. So bleibt der historische Besuch des Länderspiels während der Fußball-Weltmeisterschaft am 22. Juni 1974 im Hamburger Volksparkstadion zwischen der BR Deutschland und der DDR in Erinnerung. Während auf der Hinfahrt im Bus noch euphorische Stimmung herrschte, war es nach der 0:1-Niederlage auf der Rückfahrt totenstill.

Stimmungsvoller ging es zu bei der Planwagenfahrt zum Grundlosen See und dem Heidjer-Pellkartoffelessen in der Waldgaststätte Eckernworth. Auch an diesem letzten Abend wurden Auszeichnungen übergeben, die jeder schon einmal für ein Jahr ausstellen konnte. Nun aber in Besitz übergeben wurden an die beiden, dessen Name jeweils am meisten hierauf eingraviert waren: Manfred Wenzel erhielt den Wanderpokal und Heinz Hofmann die „Rote Laterne“, der noch einmal betonte „Tonga bleibt unser Traum – aber Leipzig ist auch toll!“

(mw/uka)

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